Lem profitiert vom Trend zu umweltfreundlichen Automobilen

François Gabella
LEM-CEO François Gabella. (Foto: LEM)

Plan-les-Ouates – Der Elektronikkomponenten-Hersteller LEM profitiert vom Boom umweltfreundlicher Automobile, vor allem in China und Südkorea. Gleichzeitig steigen weltweit die Ausgaben für Investitionsgüter. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr hat Lem leicht erhöht, die Erwartung an die EBIT-Marge jedoch etwas gedämpft.

Bei den Genfern gingen in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres (März bis Dezember) Aufträge im Wert von 235,5 Mio CHF ein, knapp 18% mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg gleichzeitig um 14% auf 225,0 Mio, wie Lem am Donnerstag mitteilte. Die Book-to-Bill-Ratio zeigt mit einem Wert von 1,05 einen wachsenden Markt an.

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT erhöhte sich derweil um knapp 12% auf 46,5 Mio CHF, die Marge schrumpfte jedoch um 0,5 Prozentpunkte auf 20,6%. Unter dem Strich blieb ein 17% höherer Reingewinn von 38,1 Mio.

«Der anhaltende Preisdruck seitens der Kunden wirkte sich auf unsere Margen aus», erklärte CEO François Gabella an einer Telefonkonferenz. Gleichzeitig seien die F&E-Aktivitäten deutlich erhöht worden. «Und wir werden die Forschung und Entwicklung weiter ausbauen», stellte der Konzernchef klar.

Umeltfreundliche Autos
Lem profitierte vom Elektrifizierungstrend der Automobilindustrie. Der Umsatz im Geschäft mit umweltfreundlichen Automobilen sei um 70% hochgeschnellt, getrieben von China und Korea. Das Unternehmen sehe aber auch die Bemühungen der Autohersteller in Europa und den USA, elektrische oder hybrid-elektrische Fahrzeuge zu lancieren.

Das Unternehmen rechnet in diesem Geschäftsfeld allerdings mit einer volatilen Entwicklung, weil es noch nicht den notwendigen Reifegrad erreicht habe. Im Geschäft konventioneller Automobile sei der Umsatz um derweil um 17% gesunken.

Das Automobilsegment macht aber nur rund einen Fünftel des Gesamtumsatzes von Lem aus. Das Automobilsegment erreichte in den neun Monaten einen Umsatz von 44,4 Mio CHF, ein Plus von 16%.

Im grösseren Industriesegment kam Lem auf eine Umsatzsteigerung von 13% auf 180,6 Mio CHF. Dabei sticht China mit einer Zunahme des Umsatzes um 21% hervor. Besser liefen hier die Geschäfte in den Bereichen Antriebe und Schweissen, gleichzeitig liess aber das Geschäft mit erneuerbaren Energien in den USA nach.

Guidance angepasst
Für das gesamte Geschäftsjahr 2017/18 hat Lem die Guidance leicht adjustiert. Neu rechnet das Unternehmen mit einen Umsatz von 290 bis 300 Mio CHF (bisher: «rund 290 Mio») und einer EBIT-Marge «um» 20%. Im November hatte es noch geheissen, die EBIT-Marge dürfte über 20% zu liegen kommen.

Das noch ausstehende vierte Quartal dürfte zudem wegen des chinesischen Neujahrs von starken saisonalen Effekten betroffen sein, warnte Lem. Denn immerhin stehe China für mittlerweile 35% des Konzernumsatzes.

An der Börse reagieren die Anleger mit Verkäufen: Gegen 12 Uhr stehen die Lem-Papiere 2,4% tiefer bei 1528 CHF. Die Profitabilität der Genfer sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben, kommentierte etwa die Bank Vontobel. (awp/mc/ps)

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