Lohnschere zwischen Managern und tiefen Salären öffnet sich weiter

Löhne
(Adobe Stock)

Bern – Die Chefs verdienen mehr, die tieferen Einkommen stehen unter Druck: Auch Jahre nach dem Ja des Schweizer Stimmvolks zur Abzocker-Initiative öffnet sich die Lohnschere zwischen den höchsten und tiefsten Löhnen in Schweizer Grossfirmen weiter, wie die jüngste Managerlohnstudie des Arbeitnehmer-Dachverbands Travailsuisse zeigt.

Zwar hätten sich die Entschädigungen im Jahr 2018 auf höchster Chefstufe, also auf Stufe CEO, in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegt, teilte der Dachverband am Montag mit. Dafür verdienten die übrigen Konzernleitungsmitglieder im Durchschnitt mit rund 2,5 Millionen Franken 7 Prozent mehr als 2017. Ausgeprägt war das Wachstum bei Nestlé (+37%), der Credit Suisse oder Implenia (beide +34%).

Reallöhne teuerungsbedingt rückläufig
Auf der Gegenseite hätten die Löhne der Arbeitnehmenden im vergangenen Jahr stagniert, sagte Travailsuisse-Präsident Adrian Wüthrich vor den Medien. „Die Reallöhne sind teuerungsbereinigt sogar um 0,4 Prozent gesunken.“

Travailsuisse führte die Managerlohnstudie zum 15. Mal durch. Einbezogen wurden 26 Unternehmen, darunter 22 börsenkotierte Firmen, die Grossverteiler Migros und Coop sowie die Post und die Ruag.

Roche-Chef verdient 257 Mal mehr
Noch deutlicher zeigen sich die Unterschiede in der Lohnentwicklung, wenn man mehrere Jahre zurückschaut. Von 2011 bis 2018 wuchsen die Löhne laut den Berechnungen von Travailsuisse in den Chefetagen um 19 Prozent, während sich die normalen Arbeitnehmenden mit 4,3 Prozent mehr Lohn zufrieden geben mussten.

Als Folge davon gehe die Lohnschere in den Firmen weiter auf, sagte Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travailsuisse. Das Verhältnis zwischen tiefstem und höchstem Lohn stieg über alle Branchen gesehen von 1:45 im Jahr 2011 auf 1:51 im letzten Jahr. Im Jahr 2017 hatte es 1:49 betragen.

Die ausgeprägtesten Lohnscheren sind nach wie vor bei Roche und bei der UBS zu sehen. Dort verdienten die Konzernchefs 257, respektive 252 mal so viel wie die Mitarbeiter mit dem tiefsten Lohn. Deutlich kleiner sind die Unterschiede bei der Migros (1:17) oder der Ruag (1:18).

Mehr Transparenz gefordert
Im März 2013 hatte das Schweizer Stimmvolk die vom Schaffhauser Ständerat Thomas Minder lancierte Abzocker-Initiative mit zwei Dritteln deutlich angenommen, doch mit der Umsetzung harzt es. Bisher gebe es nur Verordnungsbestimmungen dazu und die zeigten kaum Wirkung, sagte Fischer. Und auch die im Rahmen der Aktienrechtsrevision aufgegleiste Überführung ins Gesetz habe Lücken.

Travailsuisse fordert vor allem mehr Transparenz: In den Geschäftsberichten der börsenkotierten Unternehmen sollten demnach nicht mehr nur die Saläre der CEO einzeln aufgeführt werden, sondern auch jene aller anderen Konzernleitungsmitglieder. Zudem müssten die Aktionäre die Chance erhalten, über Fixlöhne und Boni separat abstimmen zu können und nicht nur im Gesamtpaket, wie das heute der Fall ist.

Ein Dorn im Auge von Adrian Wüthrich sind ausserdem Zahlungen, wenn ein Top-Manager den Arbeitgeber wechselt. Dabei handle es sich nämlich um versteckte Antrittsprämien, die eigentlich verboten seien.

Zudem lasse sich die Lohnschere verkleinern, wenn man die niedrigeren Einkommen anhebe. In den kommenden Lohnverhandlungen im Herbst brauche es daher deutliche Lohnerhöhungen, forderte der Travailsuisse-Präsident.

Zentral bleibe aber, dass die öffentliche Debatte um die hohen Managergehälter weitergeführt werde. Denn schliesslich würden die Topshots aus der Wirtschaft ihren Namen verbunden mit dem lukrativen Lohncheck nicht gerne in Zeitungen, auf Internetportalen oder am TV sehen.

ternehmen durchgeführten Untersuchung.

Zwar hätten sich die Entschädigungen im Jahr 2018 auf höchster Chefstufe, also auf Stufe CEO, in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegt, teilte Travailsuisse am Montag mit. Dafür verdienten die übrigen Mitglieder der Konzernleitung im Durchschnitt 7 Prozent mehr.

Von 2011 bis 2018 wuchsen die Löhne laut den Berechnungen von Travailsuisse in den Chefetagen um 19 Prozent, während sich die normalen Arbeitnehmenden mit 4,3 Prozent mehr Lohn zufrieden geben mussten. Letztere hätten aufgrund der Teuerung der letzten Jahre einen Rückgang ihres real verfügbaren Lohns erlitten.

Lohnschere geht auf
Damit gehe die Lohnschere zwischen den höchsten und den tiefsten Löhne in den Firmen weiter auf, erklärte der Verband. Das Verhältnis zwischen tiefstem und höchstem Lohn stieg über alle Branchen gesehen von 1:45 im Jahr 2011 auf 1:51 im letzten Jahr. Im Jahr 2017 hatte es 1:49 betragen.

Diese Entwicklung sei keinesfalls nur bei den Banken und Pharmakonzernen zu sehen, vielmehr lasse sie sich in allen Branchen feststellen. Als Beispiele führte Travailsuisse den Versicherer Helvetia an, wo das Verhältnis von 1:25 auf 1:37 geklettert war. Und auch bei Lonza habe sich dieses von 1:40 auf 1:88 stark erhöht.

Roche-Chef verdient 257 Mal mehr
Die ausgeprägtesten Lohnscheren sind nach wie vor bei Roche und bei der UBS zu sehen. Dort verdienten die Konzernchefs 257, respektive 252 mal so viel wie die Mitarbeiter mit dem tiefsten Lohn. Deutlich kleiner sind die Unterschiede bei Ascom, der Migros (jeweils 1:17) oder der Ruag (1:18).

Travailsuisse führte die Managerlohnstudie zum 15. Mal durch. Einbezogen wurden 26 Unternehmen, nämlich 22 börsenkotierte Firmen und dazu die Grossverteiler Migros und Coop sowie die Post und die Ruag. (awp/mc/pg)

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