Maschinenhersteller Starrag blickt auf schwieriges 2015 zurück

Walter Börsch
Walter Börsch, ehemaliger CEO Starrag Group. (Foto: Starrag)

Walter Börsch, CEO Starrag Group. (Foto: Starrag)

Rorschacherberg – Der Maschinenhersteller Starrag hat im vergangenen Geschäftsjahr Umsatzeinbussen erlitten und es sind klar weniger Aufträge als noch im Vorjahr eingegangen. Die operative Marge dürfte, wie schon im November kommuniziert, tiefer ausfallen als 2014. Angesagt sind nun weitere Kostensenkungen.

Die Erlöse von Starrag sanken im Jahr 2015 um 7,5% auf noch 364 Mio CHF, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Währungsbereinigt konnte der Umsatz mit -0,1% knapp gehalten werden. Auch beim Auftragsbestand sowie beim Auftragseingang verzeichnete der Werkzeugmaschinenhersteller einen Rückgang. 2015 gingen Bestellungen im Umfang von 333 Mio CHF ein, das waren 18% weniger als im Vorjahr. In Lokalwährungen betrug die Abnahme 11%. Dabei sei im vierten Quartal ein Auftragseingang von über 100 Mio erreicht worden.

Der Auftragsbestand schrumpfte im Berichtsjahr derweil um 17% auf 238 Mio. Dieser sichere die Grundauslastung über drei Quartale, heisst es in der Mitteilung. Das Book-to-Bill Ratio ist auf 0,92 (VJ 1,04) zurückgefallen.

Geschäft in Asien und Nordamerika unter Druck
Die Aufträge von Starrag sind in allen drei Hauptabsatzregionen gesunken, wenn auch unterschiedlich stark. Am deutlichsten fiel der Auftragseingang in den Regionen Nordamerika und Asien aus, wobei der Rückgang in China zum Teil durch höhere Bestellungen aus anderen asiatischen Märkten kompensiert werden konnte. Im Vergleich dazu habe sich Europa besser behauptet, heisst es weiter. Die Entwicklung des Auftragseingangs bestätige die seit einiger Zeit wegen der unsicheren wirtschaftlichen und politischen Perspektiven zu beobachtende Zurückhaltung der Kunden, verbunden mit einem deutlich volatileren Bestellverhalten.

Nach Abnehmerindustrien betrachtet, habe Aerospace nach einem starken Vorjahr einen tieferen Auftragseingang erreicht. Starrag geht angesichts der zurzeit bekannten Investitionsvorhaben von Grosskunden davon aus, dass die Bestellungen in absehbarer Zeit wieder zunehmen dürften.

Im Bereich Industry lagen die Neubestellungen insgesamt leicht unter Vorjahr. Das klassische Industriesegment legte zu, während sich im Luxussegment – insbesondere bei der Uhrenindustrie – im Vergleich zum Vorjahr Einbussen ergaben. Der Marktsektor Transportation schloss das Jahr ebenfalls schwächer ab. Dagegen vermochte der Bereich Energy auf einer zwar noch relativ bescheidenen Basis «erfreulich» zuzulegen. Der Grund dafür seien die intensivierten Vertriebsaktivitäten in Asien, heisst es weiter.

Kosten senken
Angesichts des «härteren Umfelds» habe Starrag Massnahmen ergriffen um die Vertriebskraft zu stärken. Dazu gehörten weitere Investitionen in Technologien zur Vernetzung von Produktionssystemen, also Systeme im Bereich Industrie 4.0. Hinzu kämen zahlreiche Massnahmen zur weiteren Kostensenkung mit dem Ziel, die Rentabilität nachhaltig zu steigern, so Starrag.

Die ausführlichen Geschäftszahlen 2015 und weitere Angaben zu den Aussichten will die Starrag Group am 4. März vorstellen. Das Unternehmen weist wie schon im November anlässlich der Publikation der Neunmonatszahlen darauf hin, dass die operative Marge unter jener des Vorjahres liegen werde. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.