Matter tritt ab – SRF sucht einen neuen Chef

Ruedi Matter
SRF-Generaldirektor Ruedi Matter (Foto: SRF/Oscar Alessio)

Zürich – Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) sucht einen neuen Chef oder eine neue Chefin: Ruedi Matter, der seit 2011 an der Spitze war, tritt auf Ende 2018 ab. Bis der Nachfolger oder die Nachfolgerin im Amt ist, bleibt er aber noch am Ruder.

Der Entscheid, dass Matter in Pension geht, fiel an einer Sitzung vom Donnerstag, wie die SRG mitteilte. Der Regionalvorstand der SRG Deutschschweiz habe dies in Absprache mit dem Generaldirektor der SRG, Gilles Marchand, beschlossen. Die Suche nach der Nachfolgerin oder dem Nachfolger beginnt offiziell im April. Der Regionalvorstand wird die Stelle extern ausschreiben und danach einen Kandidaten oder eine Kandidatin nominieren und dem Verwaltungsrat der SRG zur Wahl empfehlen. Die Wahl des neuen Chefs soll dann Ende 2018 erfolgen.

Marchand zeigte sich in der Mitteilung erfreut, dass Matter weitermacht, bis die Nachfolge geregelt ist. Für die umsichtige Planung der Reformschritte bis Juni und den raschen Start der Umsetzung bereits im zweiten Halbjahr 2018 sei es von grosser Bedeutung, dass die Direktion ohne Unterbruch handlungsfähig sei.

Interne Kritik
Matter selbst hätte wohl gerne noch länger weitergemacht, zumindest konnte er sich bis anhin nicht zu einem Schlussstrich durchringen. An einer internen Informationsverstaltung soll er gesagt haben, dass es noch das eine oder andere Projekt gebe, das er über das Pensionierungsalter hinaus erledigen wolle. Ein Fernsehredaktor von „DOK“ übte im SRF-Intranet massiv Kritik an Matter. Nach der No-Billag-Abstimmung brauche SRF einen Neuanfang. Zudem sei Matter im persönlichen Umgang herablassend, zynisch und wenig geeignet, Sympathien für das Unternehmen zu wecken.

Matter seit 2011 im Amt
Matter leitete das SRF seit der Fusion von Schweizer Radio DRS und Schweizer Fernsehen im Jahr 2011. In diesen sieben Jahren veränderten sich die Sender stark, sowohl intern als auch nach aussen. Intern führte Matter unter anderem die Konvergenz von Radio und Fernsehen ein. Das Publikum wiederum erhielt neue Formate, wie etwa „Der Bestatter“ und „Wilder“.

„Besonders wichtig war für mich, dass wir die Herausforderungen um die Abstimmung vom 4. März so gut bewältigt haben“, wird Matter in der Mitteilung zitiert.

Matter begann seine journalistische Laufbahn als Redaktor der Basler „National-Zeitung“. Nach verschiedenen Tätigkeiten und Funktionen beim Schweizer Fernsehen, bei McKinsey & Co., Ringier und dem Nachrichtensender n-tv wurde er 2006 Chefredaktor von Schweizer Radio DRS. (awp/mc/pg)

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