Metall Zug verbucht wegen Restrukturierung Gewinnrückgang

Zug – Die Industriegruppe Metall Zug hat 2017 den Umsatz stabil gehalten, aber einen klar tieferen Gewinn erzielt. Die laufenden Restrukturierungen, die Digitalisierung und Investitionen haben zu Zusatzaufwendungen geführt, die das Ergebnis belastet haben. Die Dividendenausschüttung bleibt auf dem Vorjahresniveau.

«Insgesamt war das Jahr von unterschiedlichen, teils gegenläufigen, Faktoren geprägt», sagte VRP Heinz Buhofer an der Bilanzmedienkonferenz am Donnerstag in Zug. Das Management zeigt sich insbesondere mit den anhaltenden Schwierigkeiten im Bereich Infection Control (Belimed) mit einem hohen Verlust aufgrund von Rückstellungen nicht zufrieden.

Metall Zug stehe auch in den kommenden Jahren mit der laufenden Restrukturierung vor hohen Investitionsanforderungen. «Wir sind derzeit in einer Situation der Mehrfachinvestitionen. Wir investieren in die Digitalisierung, unsere Produkte und in die Fertigung nach Industrie 4.0», sagte CEO Jürg Werner.

Umsatz stabil
Der Umsatz der Gruppe erreichte mit 959,2 Mio CHF praktisch den Vorjahreswert. Bereinigt um Akquisitions- und Währungseinflüsse von 0,8% beziehungsweise 0,1% entspricht dies organisch einem Rückgang in Lokalwährungen um 1,0%. Das Betriebsergebnis EBIT sank dagegen markant um rund 44% auf 53,0 Mio CHF. Bereinigt um die Sonderaufwendungen von 20,8 Mio im Zusammenhang mit den Restrukturierungen bei Belimed betrug das Minus noch immer 17%. Der Reingewinn ging gegenüber dem Vorjahr um 20% auf 67,7 Mio CHF zurück.

Unveränderte Dividende
Der Generalversammlung vom 4. Mai 2017 wird eine unveränderte Barausschüttung von 7 CHF pro Namenaktie A und 70 CHF pro Namenaktie B vorgeschlagen.

V-Zug mit Wachstum im Ausland
Der Bruttoumsatz im Geschäftsbereich Haushaltapparate sank um 2,0% auf 587,4 Mio CHF. Das Betriebsergebnis (EBIT) fiel mit 65,4 Mio 15% tiefer aus. Der Umsatzrückgang, Aufwendungen für die Erneuerung des Produktionsstandorts Zug und der Industrie 4.0 sowie Initiativen bei der Produktentwicklung hätten die Profitabilität belastet. In einem rückläufigen Heimmarkt seien aber Marktanteile gewonnen worden. Das Eigenmarkengeschäft im Ausland sei ausgebaut worden, besonders erfolgreich in China und Hongkong.

Bei Belimed ging der Umsatz um 6,1% auf 193,4 Mio CHF zurück. Hier wurden Lieferschwierigkeiten bei Lieferanten und Produktionsverzögerungen im Nachgang der SAP-Einführung als Faktoren genannt. Das Betriebsergebnis (EBIT) wies einen Verlust von 34,2 Mio (VJ -6,2 Mio) aus. Darin seien Restrukturierungsrückstellungen sowie Wertberichtigungen von insgesamt 18,0 Mio enthalten. Der Fokus der bisherigen Restrukturierungen habe im Segment Medical gelegen. Nun stehe eine umfassende Restrukturierung des Segments Life Science an.

Wachstum einzig bei Schleuninger
Der Bereich Wire Processing (Schleuniger) steigerte dagegen den Bruttoumsatz um 14% auf 180,5 Mio CHF. Das Betriebsergebnis (EBIT) ging jedoch um 2,2% auf 22,3 Mio zurück. Hier seien substanziellen Aufwendungen für das künftige Wachstum und Integrationskosten angefallen, so das Unternehmen weiter. Zum Wachstum beigetragen habe auch das neue Segment Software.

Neu wird 2018 mit der im Februar übernommenen Haag-Streit Holding (70% der Anteile) der Geschäftsbereich Medical Devices gebildet. Das Medizintechnik-Unternehmen ist in den Bereichen Ophthalmologie (Diagnostik & Operationsmikroskopie), Pneumologie und optische Präzisionsmessinstrumente aktiv. Die Konsolidierung von Haag-Streit (ab März) werde zu einem Wachstumsschub führen.

Das laufende Geschäftsjahr 2018 sei erneut als Übergangsjahr zu betrachten. Das Management rechnet dennoch mit einem gegenüber dem Vorjahr klar höheren adjustierten Betriebsergebnis (adj. EBIT).  (awp/mc/pg)

Metall Zug
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