Nestlé: Organisches Wachstum 2011 bei 7,5%

Paul Bulcke

Nestlé-CEO Paul Bulcke.

Vevey  – Die Nestlé-Gruppe ist im vergangenen Geschäftsjahr 2011 trotz Schuldenkrise und weltweiten Konjunkturunsicherheiten über den Erwartungen gewachsen. Dank starken Marken konnten die Preise im Jahresverlauf deutlich erhöht werden, ohne dass die Volumen stark rückläufig gewesen wären. Einmal mehr wuchs Nestlé stark in den Emerging Markets. Für die weitere Zukunft gibt sich der weltgrösste Nahrungsmittel-Hersteller optimistisch, auch wenn er nicht mit einem einfachen Jahr rechnet.

Nestlé hat das Wachstumstempo im vierten Quartal wieder erhöht und erreichte für das ganze Berichtsjahr ein organisches Wachstum von +7,5% (9 Mte 2011: +7,3%, Q4 2011: 8%), wobei 3,9% auf internes Realwachstum (RIG) und 3,6% auf Preisanpassungen zurückzuführen waren. Die Preiserhöhungen verstärkten sich damit im Gesamtjahr verglichen mit 3,2% nach neun Monaten, während sich das Volumenwachstum etwas abschwächte (9 Mte: 4,1%).

Wachstum in allen Regionen der Welt
Der Gesamt-Umsatz lag bei 83,6 Mrd CHF, wobei sich die Wechselkurse per Saldo mit -13,4% und Zu-/Verkäufe (v.a. Alcon) mit -4,2% auswirkten. Unter Ausschluss der Auswirkungen des Verkaufs von Alcon sanken die Verkäufe um 4,8%, wie der Westschweizer Konzern am Donnerstag mitteilte. Die Gruppe erzielte den Angaben zufolge weiterhin Wachstum in allen Regionen der Welt, mit 5,0% organischem Wachstum in Europa, 6,4% in Nord- und Südamerika sowie 13,1% in Asien, Ozeanien und Afrika. Das Geschäft erzielte ausserdem ein Wachstum von 13,3% in den aufstrebenden Märkten beziehungsweise 4,3% in Industrieländern.

EBIT mit 12,5 Mrd CHF leicht im Minus
Die operative Marge der Gruppe lag bei 15,0%, sie stieg damit um 60 Basispunkte bzw. um 90 Basispunkte bei konstanten Wechselkursen. Der EBIT selbst erreichte 12,5 Mrd CHF, was auf vergleichbarer Basis einem kleinen Minus entspricht. Das Effizienzprogramm «Continuous Excellence» habe es ermöglich, in allen Bereichen bedeutsame Einsparungen zu erreichen, was dazu beigetragen habe, die höheren Rohstoffkosten zum Teil auszugleichen. Insgesamt hoben die höheren Rohstoffpreise die Kosten der verkauften Produkte um 190 Basispunkte, die Marketingkosten konnten dagegen insgesamt um 100 Basispunkte gesenkt werden.

Nettogewinn um 8,1% auf 9,5 Mrd CHF gesteigert
Unter dem Strich verblieb ein Nettogewinn von 9,5 Mrd CHF, was einem Plus von 8,1% auf weitergeführter Basis entspricht, der Mittelfluss aus der Geschäftstätigkeit erreichte 9,8 Mrd CHF. Der Nestlé-Verwaltungsrat schlägt aufgrund der Resultate eine Dividendenerhöhung um 10 Rappen auf 1,95 (VJ 1,85) CHF pro Aktie vor.

Optimistischer Ausblick
«Wir erzielten 2011 eine gute Leistung, Top- und Bottom-Line, sowohl in aufstrebenden Märkten als auch in Industrieländern. Es war ein herausforderndes Jahr, und wir gehen nicht davon aus, dass das kommende Jahr einfacher wird. Wir investierten weiterhin in die Zukunft und verstärkten unsere Kapazitäten weltweit», wird CEO Paul Bulcke in der Mitteilung zitiert. Bezüglich weiterer Zukunft gibt sich das Unternehmen denn auch optimistisch und spricht von einem «positiven Ausblick». Man sei für 2012 gut positioniert, um das Nestlé Modell zu erfüllen: organisches Wachstum von 5% bis 6% sowie Margenverbesserung und höherer nachhaltiger Gewinn pro Aktie bei konstanten Wechselkursen. Die Gruppe bleibt somit auch im laufenden Jahr 2012 dem sogenannten Nestlé-Modell verpflichtet.

Axa-Chefs Henri de Castries zur Zuwahl in VR vorgeschlagen

Wie der Konzern weiter mitteilte, wird den Aktionären an der kommenden Generalversammlung im April die Zuwahl des Axa-Chefs Henri de Castries in den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Daniel Borel wird zudem zur Wiederwahl für eine weitere Amtszeit von 3 Jahren vorgeschlagen. Auf eine Wiederwahl verzichten dagegen Carolina Müller-Möhl und Jean-René Fourtou. Vorbörslich wurden die Zahlen goutiert. In einem schwachen Gesamtmarkt wurden die Nestlé-Papiere 0,9% höher gestellt. (awp/mc/upd/ps)

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