Novartis-Tochter Sandoz bringt Glatopa in USA auf den Markt

Joe Jimenez
Novartis-CEO Joe Jimenez. (Foto: Novartis)

Novartis-CEO Joe Jimenez. (Foto: Novartis)

Holzkirchen – Die Novartis-Tochter Sandoz hat das MS-Medikament Glatopa in den USA lanciert. Die US-Gesundheitsbehörde hatte das Nachahmerprodukt der MS-Therapie Copaxone Mitte April zugelassen. Nachdem das US-Berufungsgericht (U.S. Court of Appeals for the Federal Circuit) das Patent von Copaxone ausser Kraft gesetzt hat, tritt nun Sandoz mit Glatopa auf den Markt.

Glatopa sei das erste in den USA zugelassene generische Konkurrenzprodukt für die MS-Therapie Copaxone (20 mg) des Wettbewerbers Teva, teilte Sandoz am späten Donnerstagabend mit. Bei Sandoz sei man stolz darauf, zusammen mit Momenta den Marktstart für den ersten vollwertigen generischen Ersatz für diese wichtige Therapie zu vollziehen, so Peter Goldschmidt, Präsident Sandoz USA.

Glatopa wurde in Zusammenarbeit mit Momenta entwickelt und wird in den USA hergestellt. Das Mittel ist für Patienten indiziert, die an wieder auftretender Multipler Sklerose (RMS) leiden. Glatopa hatte im April die Zulassung durch die US-Gesundheitsbehörde FDA erhalten. In den USA alleine seien über eine halbe Million Menschen an MS erkrankt und nur rund die Hälfte davon befänden sich in einer Behandlung, so die Mitteilung.

Aktie gesucht
An der Börse reagieren die Aktien von Novartis positiv auf die Meldung und avancieren um 10.10 Uhr mit +0,7% auf 93,80 CHF nachdem die Titel am Donnerstag rund ein halbes Prozent verloren haben. Der Gesamtmarkt (SMI) wird am Berichtstag unter anderem von den Kursgewinnen der Novartis-Papiere getragen und gewinnt 0,5%.

Analysten begrüssen die Marktlancierung von Glatopa. Bei einem Umsatz des Originalmedikaments in den USA von 3,2 Mrd USD dürfte sich Sandoz einen recht hohen Marktanteil sichern, schreibt die ZKB in einem Kurzkommentar. Bei der Bank Vontobel geht Analyst Stefan Schneider davon aus, dass rund die Hälfte der Copaxone-Umsätze in den kommenden Jahren den Nachahmerprodukten zufallen werde und Sandoz unter Berücksichtigung der tieferen Preise mit Glatopa einen Umsatz von 500 Mio USD generieren könne.

Glatopa werde das Produktportfolio der Gruppe stärken, auch wenn einige Analysten eine Kannibalisierung des Novartis-Medikaments Gilenya befürchten, schreibt Chi Tran-Brändli von J. Safra Sarasin. Die beiden Produkte kämen nämlich bei den MS-Patienten in unterschiedlichen Phasen der Erkrankung zur Anwendung. Gilenya werde in einem späteren Stadium angewandt. Zudem sei es für Sandoz möglich, Glatopa mit einem nicht allzu hohen Preisabschlag auf den Markt zu bringen, da es sich bis dato bei Glatopa um das einzige Nachahmerprodukt von Copaxone handle, heisst es weiter. Dies werde zu einer Verbesserung der Marge bei Sandoz führen.

Günstiges Bild vom Investorentag
Auch mit Blick zurück auf den am (gestrigen) Donnerstag in Boston durchgeführten Investorentag zeichnen Analysten ein günstiges Bild für Novartis. Das Management habe die starke Marktposition in ihren drei Kerngeschäftsfelder aufgezeigt und sowohl für die Pharmadivision als auch für Sandoz gebe es nach wie vor weiteres Steigerungspotenzial, so Odile Rundquist von Baader Helvea. Als Wachstumstreiber werden etwa das Psoriasis-Medikament Cosentyx und das Herzmittel LCZ696 (US-Markenname Entresto). (awp/mc/ps)

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