Phoenix Mecano Q3: Umsatz und Auftragseingang sinken

Benedikt Goldkamp

Benedikt Goldkamp, CEO Phoenix Mecano.

Kloten/Stein am Rhein – Der Komponenten- und Gehäusehersteller Phoenix Mecano hat im dritten Quartal 2012 einen deutlichen Rückschlag erfahren. Im Industriegeschäft leidet das Unternehmen unter der Eurokrise, während sich die Nachfrage nach Photovoltaikkomponenten abgeschwächt hat. Bereits Ende September hatte Phoenix Mecano den Verlust eines wichtigen Kunden in der Solarsparte gemeldet und die Prognosen entsprechend reduziert.

Im Berichtsquartal ging der Umsatz um 9,8% auf 121,3 Mio EUR zurück und der Auftragseingang sank um 6,3% auf 118,3 Mio, wie das Unternehmen am Montag schreibt. Dabei reduzierte sich der Betriebsgewinn EBIT um knapp einen Drittel auf 9,5 Mio EUR, die EBIT-Marge beträgt 7,8% nach 10,5% im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich weist Phoenix Mecano einen Reingewinn von 7,4 Mio aus nach 10,2 Mio.

Mit Umsatz und EBIT hat Phoenix Mecano die Erwartungen der Analysten in etwa getroffen.

Umsatz nach neun Monaten um 5,4% rückläufig
Nach neun Monaten weist die Gruppe einen um 5,4% gesunkenen Umsatz von 388 Mio EUR aus, der Auftragseingang ging um 4,3% auf 390 Mio zurück. Unter Berücksichtigung von Veränderungen im Konsolidierungskreis ergibt sich beim Umsatz ein Minus von 6,2%, positive Währungseinflüsse steuerten 1,9% bei. Die Book-to-Bill-Ratio von 100,5% indiziere eine relative Stabilität der Geschäftsentwicklung.

Der EBIT reduzierte sich um gut einen Viertel auf 33 Mio EUR bei einer Marge von 8,5% (VJ 10,9%) und der Reingewinn beläuft sich auf 24 Mio, ein Minus von 29%. Beim betrieblichen Cash Flow weist Phoenix Mecano einen Rückgang von 18% auf 49 Mio aus.

Krise in der Photovoltaik
Die tiefe Krise in der Photovoltaik sei inzwischen weit fortgeschritten, die erforderlichen operativen Massnahmen seien aber weitgehend umgesetzt, heisst es weiter. In der Sparte ELCOM/EMS sank der Umsatz im Quartal um einen Viertel bei einem knapp positiven EBIT. Nach neun Monaten ergibt sich ein Umsatzminus von 14% auf 113 Mio EUR, der EBIT reduzierte sich um 20% auf 5,0 Mio.

Die Sparte Gehäusetechnik leidet unter der Eurokrise. Ausserdem musste Phoenix Mecano Integrationskosten für eine neuerworbene Produktionsstätte in Deutschland sowie Anlaufkosten für den Start des neuen Geschäftszweigs «Produktkennzeichnungen» berappen. Den Ausbau vor allem nach China und Indien werde aber unvermindert fortgesetzt. In den Monaten Januar bis September sank der Spartenumsatz um 3,3% auf 124 Mio EUR und der EBIT ging um 29% auf 20,6 Mio zurück.

Derweil haben sich verschiedene Teilmärkte der Gruppe, etwa die Antriebslösungen für Komfortmöbel und Betten in den USA sowie explosionsgeschützte Gehäuse für die Öl+Gas-Industrie weltweit, gut entwickelt. Die Sparte Mechanische Komponenten erlitt nach neun Monaten einen leichten Umsatzrückgang von 1,5% auf 166 Mio EUR während der EBIT um gut einen Viertel auf 9,8 Mio sank. Im dritten Quartal legte der EBIT aber leicht zu.

Festhalten an Wachstumsstrategie
Die aktuell spürbare Vorsicht der Marktteilnehmer bei Investitionsentscheidungen wirke sich inzwischen weltweit aus, heisst es im Ausblick einleitend. Allerdings weise der Abwärtstrend keinerlei Ähnlichkeit mit der überraschenden Krise im Jahr 2009 aus. Derzeit optimiere Phoenix Mecano die Geschäftsprozesse im Rahmen des im vergangenen Jahr lancierten Programms «J2OX». Auch an der Umsetzung der langfristigen Wachstumsstrategie samt zugehöriger Investitionsprogramme werde festgehalten.

Ende September hatte das Unternehmen die Gewinnprognosen für das laufende Jahr wegen der Kündigung eines langfristigen Rahmenliefervertrages eines Grosskunden für Photovoltaik-Komponenten reduziert. Die Kündigung führe per Ende 2012 in der Sparte ELCOM/EMS zu einem Abwertungsverlust von 6 bis 8 Mio EUR, bestätigt das Unternehmen im heutigen Communiqué. Die auf 32 bis 37 (zuvor 43 bis 53) Mio reduzierte EBIT-Prognose 2012 habe ebenfalls nach wie vor ihre Gültigkeit, so CEO Benedikt Goldkamp auf Anfrage von AWP. (awp/mc/upd/ps)

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