SGS leidet unter Kostendruck und büsst an Marge ein

SGS leidet unter Kostendruck und büsst an Marge ein
SGS-Hauptsitz in Genf. (Foto: SGS)

Genf – Der Genfer Warenprüf- und Inspektionskonzern SGS ist im Jahr 2022 leicht gewachsen. Gleichzeitig drückten steigende Kosten auf die Profitabilität. Mit den im November angekündigten Restrukturierungen will SGS zurück in die Spur.

Der Umsatz stieg laut Mitteilung vom Donnerstag im Jahr 2022 um 3,7 Prozent auf 6,64 Milliarden Franken. Um Zukäufe und Währungseinflüsse bereinigt wuchs SGS gar um 5,8 Prozent.

Weitere Akquisitionen
Auch im letzten Jahr baute SGS gemäss der seit langem verfolgten Strategie das bestehende Geschäft weiter gezielt mit Zukäufen aus. Dabei wurden sieben eher kleinere Labore oder Firmen erworben und gleichzeitig wurde ein Geschäft im Öl-Bereich abgestossen.

SGS wuchs derweil organisch in allen operativen Einheiten im mittleren oder gar hohen einstelligen Prozentbereich. Am kräftigsten legte der Konzern in den Divisionen «Knowledge» und «Natural Resources» (je +8,7%) zu. Letztere habe unter anderem von der Erholung im Öl- und einer guten Entwicklung im Minengeschäft profitiert, heisst es.

«Industries & Environment» wuchs mit 4,8 Prozent und «Health & Nutrition» mit 4,1 Prozent, während «Connectivity & Products» mit einem Zuwachs von 3,9 Prozent etwas hinterherhinkte. Grund für das verhaltene Wachstum im Elektronik- und Telekom-Bereich seien Belastungen durch die Corona-Pandemie in China sowie Lieferengpässe gewesen, so SGS.

Marge unter Druck
Den Ergebnissen von SGS setzten im 2022 steigende Kosten beziehungsweise die Inflation zu: Das um Sonderfaktoren bereinigte operative Ergebnis sank um 3,0 Prozent auf 1,02 Milliarden Franken und die dazugehörige Marge fiel um 1,1 Prozentpunkte auf 15,4 Prozent zurück.

SGS hatte bereits Mitte November anlässlich eines Investorentreffens davor gewarnt, dass die Marge sinken werde. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, lancierte der Konzern ein Restrukturierungsprogramm, das ab 2023 wiederkehrende Einsparungen in Höhe von 50 Millionen zum Ziel hat.

Unter dem Strich verblieb unbereinigt ein Gewinn (nach Minderheiten) von 588 Millionen Franken nach zuvor 613 Millionen. Um Sondereffekte bereinigt stieg der Gewinn jedoch um 2,8 Prozent auf 689 Millionen Franken. Die Dividende soll wie im Vorjahr 80 Franken je Aktie betragen.

Mit Blick nach vorne will SGS im laufenden Jahr den adjustierten Betriebsgewinn und die dazugehörige Marge verbessern. Die Höhe der Dividende solle mindestens gehalten werden und das organische Wachstum im mittleren einstelligen Bereich zu liegen kommen. (awp/mc/ps)

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