Situation für ein Ende der Corona-Massnahmen noch zu «konfus»

Omikron
(Bild: Adobe Stock)

Bern – Die Situation ist gemäss Rebecca Ruiz, Vizepräsidentin der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -Direktoren (GDK), derzeit zu unsicher, «zu konfus», um die Corona-Massnahmen zu reduzieren. Es werde noch ein paar schwierige Wochen geben.

Es sei eine komplizierte und schwer zu erfassende Phase der Epidemie, sagte Ruiz am Freitag nach dem Treffen der Kantone mit Gesundheitsminister Alain Berset vor den Medien. Es sei wahrscheinlich, dass die fünfte Welle das Potential habe, das Gesundheitssystem ans Limit zu bringen, insbesondere – wenn Personal fehlt.

Kräfte bündeln
Alle Akteure des Gesundheitswesen – die Spitäler, die Ärztinnen und Rettungssanitäter müssten sich kontinuierlich auf diese Situation vorbereiten. Die Kräfte müssten gebündelt werden, um die Welle zu überstehen, sagte Ruiz, die Anstrengungen müssten in den nächsten Monaten noch einmal forciert werden, damit die Schweiz da raus komme.

Booster holen und nicht auf angepasste Impfung warten
Es gebe Personen, die bei der dritten Impfung zögerten. Etwa, weil sie auf einen auf Omikron angepassten Impfstoff warteten. Bis es einen solche gebe, dauere es aber noch sehr lange – wenn denn überhaupt einer verfügbar sein werde. Ruiz rief daher dazu auf, dass sich alle den Booster holten, um einen wirksamen Schutz vor Komplikationen zu haben. Die Kapazitäten in den Kantonen seien vorhanden, es gebe freie Plätze.

Denn auch wenn Omikron eine weniger schlimme Erkrankung auslöse, müsse man dennoch davon ausgehen, dass trotzdem sehr viele Personen ins Spital müssten. Insbesondere wenn ältere Personen krank werden, die keine Immunität haben.

Die Kantone seien daran, sich darauf vorzubereiten. Auf Intensivstationen würden wieder Zusatzbetten eingerichtet, wenn es genügend richtig ausgebildetes Personal gebe. Derzeit gebe es rund 900 Betten auf den Intensivpflegestationen.

Strategie des Bundesrats hat sich laut Berset bewährt
Auch Gesundheitsminister Alain Berset erklärte, der Schweiz stünden wegen der Omikron-Welle schwierige Wochen bevor. Jedoch geht er davon aus, dass die bestehenden Massnahmen reichen. «Ich glaube, dass sich die Strategie des Bundesrats bisher bewährt hat.» Trotz rekordhoher Fallzahlen habe bisher auf Schliessungen verzichtet werden können, sagte Berset am Freitag vor den Medien in Bern. Das sei auch weiterhin das Ziel. Es brauche aber klare Regeln.

Zwar sei Omikron viel ansteckender als die vorangegangenen Coronavirus-Varianten, jedoch weniger gefährlich. Trotzdem gilt es laut Berset, vorsichtig zu bleiben. «Nicht alles ist geregelt, nicht alles ist unter Kontrolle.» Es bleibe eine Zeit der Unsicherheit und Wachsamkeit.

Weil die Immunität der über zwanzigjährigen Bevölkerung mittlerweile rund neunzig Prozent beträgt, zeigte sich der Gesundheitsminister aber im Hinblick auf die kommenden Wochen optimistisch: «Es wird gut kommen.» (awp/mc/pg)

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