Sparprogramm: SRG SSR baut bis zu 250 Stellen ab

Sparprogramm: SRG SSR baut bis zu 250 Stellen ab
SRF Studio Zürich Leutschenbach. (Foto: SRG)

Bern – Der Verwaltungsrat der SRG hat den Rahmen des von der Generaldirektion vorgeschlagenen Spar- und Effizienzsteigerungsplanes gutgeheissen. Demnach wird die SRG in den kommenden vier Jahren insgesamt 100 Millionen Franken sparen und 20 Millionen davon reinvestieren. Unternehmensweit muss mit einem Abbau von rund 250 Vollzeitstellen gerechnet werden.

Die Einsparungen werden auf die einzelnen Unternehmenseinheiten der SRG wie folgt aufgeteilt: 20 Millionen Franken auf SRF, 15 Millionen auf RTS, 15 Millionen auf die Generaldirektion, 10 Millionen auf RSI, 1 Million auf RTR und 1 Million auf SWI. Die übergeordneten Einsparungen – vor allem in den Bereichen Infrastruktur und Distribution – belaufen sich auf 40 Millionen Franken. In allen Regionen ist daher eine deutliche Senkung der Immobilienkosten vorgesehen.

Stellenabbau
Um das Sparziel zu erreichen, wird auch ein Stellenabbau unvermeidbar sein, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Unternehmensweit muss in den nächsten vier Jahren mit einem Abbau von rund 250 Vollzeitstellen gerechnet werden – ein wesentlicher Teil davon soll durch natürliche Abgänge erfolgen. Dennoch seien Entlassungen nicht auszuschliessen. Bis Ende September arbeitet die SRG an der Detailplanung, anschliessend wird sie den Sozialpartner und die Mitarbeitenden anhören. Die Umsetzung erfolgt ab 2019. Für die betroffenen Mitarbeitenden werde ein Sozialplan zur Anwendung kommen.

Öffentlich-private Kooperationen und Partnerschaften
Ab 2019 wird die SRG die angekündigte Öffnung des Archivzugangs umsetzen. Sie will auch weiterhin die Schweizer Medienlandschaft mit nützlichen Partnerschaften stärken. Deshalb teilt sie bereits seit Monaten ihre Informationsvideos mit mittlerweile mehr als 40 privaten Medienanbietern. Zusammen mit drei privaten Radioverbänden wird ab Sommer ein Swiss Radioplayer starten.

Mit der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL), den Universitäten von Genf, Lausanne, Neuenburg, der italienischen Schweiz sowie Ringier entsteht ein Kompetenzzentrum. Es unterstützt und begleitet Projekte im Bereich der Medieninnovation. Das Projekt in der Westschweiz ist offen für andere Universitäten und Medienunternehmen. Eine ähnliche Partnerschaft besteht bereits in Zürich zwischen der ETH, Ringier, Tamedia, der NZZ und der SRG.

Die SRG hat entschieden, ihren Aktienanteil von 33,3 Prozent an der Vermarktungsfirma Admeira an die beiden Mitaktionäre Swisscom und Ringier zu verkaufen. Die Unterzeichnung des Kaufvertrags fand am 26. Juni statt – der Vollzug ist demnächst geplant.

Neuausrichtung und Prioritäten
Mit 20 der insgesamt 100 einzusparenden Millionen will die SRG in den nächsten vier Jahren ihre Unterscheidbarkeit stärken und in ihren Mehrwert investieren, dazu gehören Investitionen in Schweizer Eigenproduktionen, dem Aufbau einer non-linearen, digitalen Plattform, mit welcher SRG-Inhalte über die Sprachgrenzen hinweg durch Untertitelung und Synchronisation einfacher und personalisiert genutzt werden können und einer Anpassung des Immobilienportfolios. In diesem Sinne werde der mögliche Umzug eines Teils der SRF-Radioredaktion von Bern nach Zürich bis im Herbst 2018 einer gründlichen wirtschaftlichen und redaktionellen Prüfung unterzogen. (mc/pg)

SRG SSR 

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