SRF mit stabilen Zuschauerzahlen nach neuer Messmethode

Ruedi Matter
Ruedi Matter, Direktor Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). (Foto: SRG SSR/Marcel Grubenmann)

Ruedi Matter, Direktor Schweizer Radio und Fernsehen. (Foto: SRG SSR/Marcel Grubenmann)

Zürich – Das Schweizer Fernsehen hat die Zuschauerzahlen vom ersten Quartal 2013 veröffentlicht. Alles in allem seien die Werte mit dem neuen Messsystem stabil, sagte SRF-Direktor Ruedi Matter. Gut kamen die neuen Formate «Der Bestatter» und «The Voice of Switzerland» an.

Wegen Problemen mit dem neuen Messsystem von Mediapulse waren im ersten Quartal 2013 bisher keine Daten zu den Zuschauerzahlen bekanntgegeben worden. Am Freitag tat dies nun aber das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) für seine TV-Sender. Einzelne Anbieter hatten moniert, die sie betreffenden Daten seien deutlich schlechter als die mit dem alten System erhobenen Zahlen. Im Debakel um die Erhebung hatte das dafür zuständige Unternehmen Mediapulse international anerkannte Experten damit beauftragt, das seit Anfang Jahr angewandte neue System unter die Lupe zu nehmen.

Mehr als 20 Fachleute aus dem gesamten Kundenkreis sowie des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) konnten die beiden Berichte einsehen und sich dazu äussern. Erst dann informierte Mediapulse am Freitag die Öffentlichkeit über die wichtigsten Ergebnisse.

Entlastung durch Expertenberichte
Die Berichte gaben dem Unternehmen grünes Licht für die Freigabe der Daten. Sie bestätigen, das neue Fernsehpanel bilde eine zuverlässige Basis für die Erhebung des Fernsehverhalten der Bevölkerung – auch auf lokaler Ebene. Das Panel weise keinerlei relevante Mängel auf. Ende letzter Woche hatte aber das Obergericht Nidwalden eine superprovisorische Verfügung erlassen. Demnach darf Mediapulse die erhobenen Zuschauerzahlen vorderhand nicht publizieren und auch nicht an Werbeagenturen abgeben. Diese Verfügung ist noch immer gültig.

Nach Rücksprache mit dem zuständigen Richter beschloss der Mediapulse-Verwaltungsrat aber, die Daten immerhin den TV-Sendern und Vermarktern «zur zweckdienlichen Nutzung» zur Verfügung zu stellen, wie das Unternehmen mitteilte. Die Veröffentlichung stelle keine Verletzung der superprovisorischen Verfügung dar, sagte Mediapulse-Sprecher Nico Gurtner auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Verfügung richte sich einzig gegen Mediapulse. Wenn die TV-Sender die Daten publizierten, dann sei das ihr eigener Entscheid.

Diese Verfügung richte sich allein gegen Mediapulse, sagte auch SRF-Direktor Ruedi Matter am Freitag an einer Telefonkonferenz vor Medienvertretern. Die Daten seien zur «zweckdienlichen Nutzung» freigegeben worden.

Kritik von Telesuisse
Dagegen ist Telesuisse, der Verband der Privatsender, trotz der Expertenberichte nicht einverstanden mit der neuen Messmethode. Die Dachorganisation hat aus den Zahlen für 2013 eine starke Abweichung nach unten gegenüber 2012 festgestellt und findet, dass das System die regionalen Fernsehstationen gefährde. Die Generalversammlung von Telesuisse empfahl dem Vorstand am Freitag, den Vertrag mit Mediapulse zu kündigen und alternative Modelle zum Messsystem zu prüfen. Ebenso soll der Vorstand beim Bund vorstellig werden.

SRF hält Marktanteil von 31,1%
Die SRF-TV-Sender insgesamt erreichten einen Marktanteil von 31,1% im 24-Stunden-Durchschnitt von Januar bis und mit März. Der direkte Vergleich mit den früheren Zahlen ist laut Matter zwar nicht möglich. «Doch alles in allem haben wir sehr stabile Werte.» Am Hauptabend lag der Marktanteil bei 39,1%. SRF1 erreichte 31,1% am Hauptabend und 20,1% am ganzen Tag. Für SRF2 waren es 6,6 beziehungsweise 9,2% und für SRF info 1,4 und 1,8%. Nur ein kleiner Faktor ist bei SRF die zeitversetzte Nutzung der TV-Angebote.

«Der Bestatter» und «The Voice» gefallen
Die Zahlen, die vor einem Jahr mit dem alten Messsystem erhoben worden waren, sind beinahe gleich: Alle drei SFR-Sender erreichten 39,5% am Hauptabend, 30,1 im 24-Stunden-Schnitt. Für SRF1 waren es 31,7 und 20,8%, für SRF2 6,6 und 7,8%, für SRF info 1,1 und 1,5%. Quotenstar war das Lauberhornrennen am 19. Januar mit einem Marktanteil von 78,1%. Die vier Folgen der neuen SRF-eigenen Krimiserie «Der Bestatter» kamen durchschnittlich auf stolze 41,6%. SRF hat kürzlich eine zweite Staffel in Auftrag gegeben.

«The Voice of Switzerland» kam samstags insgesamt auf 33,4 und mittwochs auf 30,3% Marktanteil. Am beliebtesten war die Show bei den 15- bis 39-Jährigen. Von ihnen sahen sich 37,8% samstags und 33,9% mittwochs die Show an. (awp/mc/ps)

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