Swiss-CEO Hohmeister: Q4 entwickelt sich besser als erwartet, aber…

Harry Hohmeister

Harry Hohmeister, CEO Swiss.

Zürich – Die Fluggesellschaft Swiss ist im Schlussquartal 2012 besser unterwegs als ursprünglich erwartet. So könnte das Betriebsgewinnziel dennoch erreicht werden. Sorgen macht indessen weiterhin der Europa-Verkehr, wo die Wende mit einem neuen Betriebskonzept und höheren Preisen erreicht werden soll. Derweil hat der Hurrikan «Sandy» in den USA die Lufthansa-Tochtergesellschaft über 4 Mio CHF gekostet, wie CEO Harry Hohmeister in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» (NZZaS, Ausgabe 04.11.) sagte.

«Das vierte Quartal entwickelt sich bisher stärker als erwartet. Wir konnten rund 120 Mio CHF Mehrkosten für Treibstoff und 100 Mio an Preisverfall auffangen, und wir sind nicht in die roten Zahlen gerutscht», so Hohmeister. «Deshalb hoffe ich, dass wir Ende Jahr doch noch deutlich über den 185 Mio Betriebsgewinn liegen werden, die wir zur Jahresmitte als realistisch ansahen.»

Im laufenden Jahr seien die ersten sechs Monate sehr schwierig gewesen. Swiss habe die Effekte des hohen Frankenkurses wettmachen müssen. Die eingeführten Massnahmen hätten aber im dritten Quartal endlich gegriffen.

Wende im Europa-Verkehr angestrebt
Swiss verdiene im Europaverkehr «einfach nicht genug, schon lange nicht», so Hohmeister weiter. «Wir setzen deshalb an mehreren Ecken an. Wir erneuern die Flotte – ab 2014 fliegen wir mit neuen, günstigeren Flugzeugen der Bombardier C-Series. Dann kann die Auslastung noch besser werden. Und die Erlöse müssen steigen. Aber darüber hinaus müssen wir auch alte Strukturen in Frage stellen», so die Rezepte des CEO.

Zu den Preisen hiess es u.a., dass Swiss durch die Energiepreise getrieben sei und diese vermehrt an die Passagiere weitergeben werden müssten, wie es viele Konzerne in anderen Branchen täten. «Die (Treibstoffzuschläge) decken vielleicht 40 bis 50% der Treibstoffmehrkosten ab, und das genügt nicht mehr», so Hohmeister. «Wir sprechen nicht von astronomischen Erhöhungen», führt der CEO aus. «Wenn wir durchschnittlich 20 CHF pro Ticket mehr bekommen, wäre schon viel getan.»

«Sandy» kostet über 4 Mio CHF
Der Wirbelsturm «Sandy» hat Swiss über 4 Mio CHF gekostet. Die Reisepläne von 4’650 Passagieren der Fluggesellschaft gerieten durcheinander. Betroffen waren auch 100 Angestellte der Fluggesellschaft und Crews vor Ort, so Hohmeister weiter. Die Fluggesellschaft sei für Ertrags- und Umsatzausfälle dieser Art nicht versichert: «Wetter gehört zum Berufsrisiko.»

«Sandy» beeinträchtigte den Flugverkehr zwischen den Flughäfen Zürich und Genf und den USA. Vor allem Flüge nach New York und Washington fanden am Dienstag nicht statt. Am Mittwoch wurden noch drei Flüge an die US-Ostküste gestrichen.

Insgesamt waren wegen «Sandy» 15’773 Flüge von und nach der US-Ostküste ausgefallen, wie am Mittwoch der Internetseite Flightaware.com zu entnehmen war. (awp/mc/ps)

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