Transocean: Quartalsverlust von 6,12 Mrd USD

Steven Newman

Transocean-CEO Steven Newman.

Zug – Der Ölbohrkonzern Transocean ist im vierten Quartal 2011 noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Grund dafür sind ein äusserst grosser Goodwill-Abschreiber und Rückstellungen für einen allfälligen Verlust im Zusammenhang mit dem Unglück im Golf von Mexiko.

Der Reinverlust lag bei 6,12 Mrd USD, nach einem Fehlbetrag von 799 Mio im Vorjahr, wie Transocean am Montag mitteilte. Der operative Verlust (EBIT) belief sich auf 5,81 Mrd USD, nach einem Minus von 662 Mio. Der operative Cashflow wurde mit 563 Mio USD ausgewiesen, nach 492 Mio USD im Vorquartal.

Hohe Abschreiber
Die Goodwill-Abschreibungen in der Auftragsbohrservice-Einheit wurden am Montag auf 5,2 Mrd beziffert. Dass es zu einem Abschreiber aufgrund der tieferen Marktbewertung des Auftragsgeschäfts kommt, hatte Transocean bereits vor Wochenfrist angekündigt, deren Höhe indes noch offen gelassen. Im Jahr 2010 betrugen die Abschreibungen auf Standard-Hubbohrinseln (Jackup Rigs) 1 Mrd USD.

Als zusätzliche Belastung kommt eine Abschreibung in der Höhe von 1 Mrd für einen Eventualverlust im Golf von Mexiko hinzu. Allerdings könne dieser Wert, je nach Entwicklung der Rechtslage, in Zukunft noch angepasst werden, heisst es weiter. Zudem seien durch die Akquisition der norwegischen Aker Drilling Kosten von 30 Mio USD angefallen. Auf der Gegenseite begünstigten nicht-weitergeführtes Geschäft die Rechnung mit 26 Mio, Steuergutschriften schlugen mit 18 Mio zu Buche und der Gewinn aus dem Verkauf der GSF Adriatic XI belief sich auf 11 Mio.

Leichter Umsatzanstieg

Der Umsatz lag im Berichtsquartal mit 2,42 Mrd USD um 8% über dem Vorjahreswert. Der Umsatzanstieg sei dem Einsatz zweier neuen Harsh-Environment-Plattformen, der Aker-Übernahme sowie dem stärkeren Einsatz von Deepwater-Bohrschiffen zuzuschreiben, so die Mitteilung. Dabei habe sich die Umsatz-Effizienzquote gegenüber dem dritten Quartal auf 91,9% von 89,5% verbessert.

Die Analysten der ZKB hatten den Umsatz auf 2,4 Mrd geschätzt. Der EBIT, ohne die ausserordentlichen Faktoren in Höhe von insgesamt 6,2 Mrd, wurde mit 386 Mio erwartet und der Reingewinn auf 148 Mio geschätzt.

Rote Zahlen auch im Gesamtjahr
Auch im Gesamtjahr 2011 steckt Transocean tief in den roten Zahlen. Der Konzern weist einen Jahresverlust von 5,73 Mrd USD nach einem Plus von 961 Mio im Jahr 2010 aus. Der EBIT liegt mit 4,78 Mrd im Minus nach einem operativen Gewinn von 1,86 Mrd. Der Umsatz ist 2011 auf 9,14 Mrd von 9,47 Mrd zurückgegangen.

Dividendenverzicht
Angaben zum Ausblick machte das Unternehmen vorerst nicht. Bereits bekannt ist ein geplanter Dividendenverzicht. Die Abschreibungen und Amortisationen werden im laufenden Jahr auf 1,4 bis 1,5 Mrd USD veranschlagt, der Investitionsaufwand auf 1,2 bis 1,3 Mrd. (awp/mc/upd/ps)

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