Trotz rekordhohen Ansteckungen weniger Intensivstationspatienten

Trotz rekordhohen Ansteckungen weniger Intensivstationspatienten
Behandlung eines Covid-19-Patienten am Universitätsspital Basel. (Foto: Unibas)

Bern – Die Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten ist in der vergangenen Woche gesunken, obwohl die Ansteckungszahlen fast täglich Rekordwerte erreichen. Gemäss einer neuen Empa-Studie dürfte die Omikron-Variante das Gesundheitssystem denn auch nicht an seine Grenzen bringen.

Über 44’000 bestätigte Neuansteckungen meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag, rund 13 Prozent mehr als am gleichen Tag vor einer Woche. In der gesamten letzten Woche waren es gemäss dem neuesten BAG-Situationsbericht über 238’000 bestätigte Corona-Fälle gewesen (plus 28 Prozent im Vergleich zur Vorwoche), wobei das BAG wegen der rekordhohen Testmenge und der Positivitätsrate von über 40 Prozent von einer signifikanten Dunkelziffer ausgeht.

Anteil der Covid-Patienten auf IPS sinkt
Gleichzeitig bewegen sich die Spitaleinlieferungen im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung auf relativ stabilem Niveau, auch wenn das BAG aufgrund der Meldeverzögerungen auch hier von einer leichten wöchentlichen Zunahme ausgeht. In der laufenden Woche gingen sie im Vergleich zum gleichen Tag vor einer Woche stets zurück, am Donnerstag zum Beispiel um acht Prozent.

Auch die Zahl der Covid-19-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen entwickelte sich in der vergangenen Woche positiv. Sie sank im Vergleich zur Vorwoche um 11 Prozent auf durchschnittlich 240.

Der Anteil der Covid-Patientinnen auf den IPS-Stationen ging von 40 Prozent in der Vorwoche auf 37 Prozent zurück. Auch beatmet werden mussten mit durchschnittlich 171 Patienten 17 Prozent weniger Personen als eine Woche zuvor.

Wohl keine Überlastung der Spitäler
Eine neue Studie der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), die noch nicht von unabhängigen Experten geprüft wurde, bestätigt diese Entwicklung: Omikron sei scheinbar weniger gefährlich für die Gesundheit als die Delta-Variante, aber deutlich infektiöser, schreibt die Empa auf ihrer Webseite.

Die Forscher arbeiteten drei Szenarien aus, um die Frage zu beantworten, ob Omikron die Spitäler an die Belastungsgrenze bringen könnte. Das vorsichtig optimistische Ergebnis: Bleibe die Reproduktionszahl R unter 2, dürfte die Belegung in den Intensivstationen kaum kritische Werte erreichen. In der Schweiz lag der R-Wert am 14. Januar bei 1,20.

176’000 Personen zu Hause
Gewisse Risiken würden jedoch weiterhin bestehen, schreibt die Empa weiter. Allein die schiere Zahl an Infektionen könnte zu personellen Engpässen führen und auch die Kapazitäten bei Covid-Diagnosen beschränken.

Gemäss BAG befinden sich zur Zeit 107’653 Personen in Isolation, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Und 68’399 Personen, die Kontakt mit infizierten Personen hatten, sind in Quarantäne.

9000 gefälschte Zertifikate
Um sich daraus zu befreien oder um Zugang zu Restaurants, Clubs oder Bars zu erhalten, besorgen sich anscheinend nicht wenige Menschen gefälschte Covid-Zertifikate: Am Donnerstag gab die St. Galler Staatsanwaltschaft in diesem Zusammenhang die Verhaftung von zehn Personen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren bekannt, die mutmasslich über 9000 Dokumente illegal ausgestellt hatten.

Es handelt sich dabei um vier Schweizer, drei Serben, einen Iraker, eine Serbin und eine Kroatin. Aktuell befinden sich noch drei Personen in Untersuchungshaft. Im Weiteren kam es zu mehr als einem Dutzend Hausdurchsuchungen.

Gefälscht wurden rund 8000 Impfzertifikate, beim Rest handelt es sich um Genesenen- und vereinzelte Testzertifikate. Die Abnehmerinnen und Abnehmer bezahlten zwischen 300 und 800 Franken. Die Staatsanwaltschaft wies darauf hin, dass sich auch die Personen, die gefälschte Zertifikate erworben und verwendet haben, ebenfalls strafbar gemacht haben. (awp/mc/ps)

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