UBS-Vorsorgeindex Schweiz deutlich rückläufig

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(Foto: eyetronic - Fotolia.com)

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Zürich – Ende 2015 hat sich die Dynamik im Schweizer Vorsorgesystem deutlich verschlechtert. Dies zeigt der neue UBS-Vorsorgeindex Schweiz, der als Pulsmesser angibt, wie es um die Gesundheit und Stabilität des Schweizer Vorsorgesystems steht. Die schlechte Wirtschaftsentwicklung sowie der beobachtete Wendepunkt in der Demografie ziehen den Index deutlich ins Minus. Beim Blick auf die Regionen zeigt sich, dass kein Kanton vor der Alterung und deren finanziellen Mehrbelastung gefeit ist.

Der quartalsweise berechnete UBS-Vorsorgeindex Schweiz (siehe Abb. 1) zeigt auf, wie es um die Gesundheit des Schweizer Vorsorgesystems steht. Mit den vier Subindizes Wirtschaftsentwicklung, Demografie, Finanzen und Reformen umfasst der Index die für die Stabilität des Vorsorgesystems wichtigsten Faktoren. Ein negativer Wert des UBS-Vorsorgeindex Schweiz stellt eine Verschlechterung der Dynamik im Vergleich zum Vorjahresquartal dar, ein positiver Wert hingegen eine Verbesserung. Dies jeweils in Relation zur Entwicklung der Reihe in der (für die Standardisierung verwendeten) Referenzperiode 2005 bis 2015.

UBS-Vorsorgeindex Schweiz und Beiträge der Subindizes

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Dynamik auf tiefem Niveau stabilisiert
Der deutliche Rückgang des UBS-Vorsorgeindex Schweiz Ende 2015 war hauptsächlich auf zwei Faktoren zurückzuführen: Erstens verschlechterte sich der Subindex Demografie markant aufgrund des stark zunehmenden Altersquotienten: Das Jahr 2015 markiert einen Wendepunkt bei der Schweizer Demografie, da erstmals mehr Personen das Rentenalter erreichten, als Personen das Alter 20 erreichten. Zweitens leistete der Subindex Wirtschaftsentwicklung einen stark negativen Beitrag. Diese Bewegung reflektiert den weitreichenden konjunkturellen Einbruch seit Aufgabe des EURCHF-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) Anfang 2015. Im ersten Quartal 2016 ist zwar eine gewisse Stabilisierung des UBS-Vorsorgeindex Schweiz auszumachen, die Dynamik im Vorsorgesystem bleibt jedoch klar negativ.

Kein Kanton ist vor der Alterung gefeit
In Zukunft werden der sinkende Anteil der Erwerbsbevölkerung und signifikant höhere Gesundheitsausgaben die Finanzen der Kantone und ihrer Gemeinden deutlich belasten. Je älter die lokale Bevölkerung und je eingeschränkter der finanzielle Spielraum bei Staat und Privathaushalten, desto grösser die Herausforderungen (siehe Abb. 2). Während in der Westschweiz eine junge Bevölkerung die künftigen Mehrbelastungen reduziert, verfügen Zentralschweizer Kantone über ein grösseres finanzielles Polster. Für das Tessin und den Jura zeichnen sich die grössten alterungsbedingten Herausforderungen für die kommenden 30 Jahre ab. Deutlich besser präsentieren sich die Aussichten in Zug, Schwyz und Zürich. Ohne Anpassung der Kostenverteilungen drohen aber auch hier beträchtliche Neuschulden. Es drängen sich Reformen auf, welche die Kantons- und Gemeindefinanzen entlasten.

Zweidimensionale Einschätzung der alterungsbedingten Herausforderungen der Kantone bis 2045

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