VAT steigert Gewinn markant und hebt Prognosen an

Michael Allison
VAT-CEO Michael Allison. (Foto: VAT)

Haag – Der Vakuumventilhersteller VAT hat das Geschäftsjahr 2021 mit Rekordwerten auf allen Ebenen abgeschlossen. Treiber des Wachstums ist der globale Halbleitersektor, der stark investiert. Und ein Ende des Wachstums ist nicht absehbar.

Getrieben von einem hohen Auftragsbestand setzten die Ostschweizer im vergangenen Jahr 901,2 Millionen Franken um. Das sind 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Auftragseingang kletterte laut einem Communiqué vom Donnerstag gar um fast 70 Prozent auf 1,23 Milliarden.

Das sogenannte «Book-to-bill-Verhältnis» lag im vierten Quartal 2021 bei 1,7. Das heisst, pro umgesetztem Franken kamen Neuaufträge im Wert von 1,7 Franken rein. Bei VAT türmt sich mittlerweile ein Auftragsbestand von 461 Millionen Franken.

Halbleitersektor
Treiber des Wachstums bei VAT ist und bleibt der globale Halbleitersektor, der grösste Endmarkt des Unternehmens. Getrieben von der weltweiten Knappheit an Halbleiterchips investieren die Hersteller stark in neue Produktionsanlagen.

Der höhere Umsatz, die operative Hebelwirkung sowie operative Verbesserungen schlugen sich positiv in der Profitabilität nieder. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Goodwill-Amortisation (EBITDA) kletterte um 46 Prozent auf 307,9 Millionen Franken. Die Gewinnmarge stieg auf einen neuen Rekordwert von 34,2 Prozent.

Unter dem Strich erreichte der Nettogewinn 217,4 Millionen und lag damit um 70 Prozent höher. Das kommt auch den Aktionären zugute. Die Dividende wird um einen Franken auf 5,50 Franken je Aktie angehoben.

Hohe Investitionen
VAT nimmt gleichzeitig viel Geld in die Hand, um die wachsende Nachfrage nach seinen Produkten zu befriedigen. Zuletzt kündigte das Unternehmen an, bis 2024 insgesamt 160 Millionen Franken in den Bau eines neuen Innovationszentrums am Stammsitz in Haag sowie in den Ausbau der Produktionsanlagen in Malaysia zu stecken.

Trotz der Investitionen erreichte der vorläufige freie Cashflow 2021 ebenfalls einen Rekordwert, wie VAT betonte. Das Unternehmen nennt einen Betrag von fast 196 Millionen Franken.

Verschiebungen in 2022
Für das Geschäftsjahr 2022 rechnet VAT mit einem deutlich höheren Umsatz sowie steigenden Werten bei EBITDA und EBITDA-Marge. Nettogewinn und Cashflow würden gar «signifikant» steigen, hiess es.

Aktuell würden sich aber die Investitionen der Kunden wegen Engpässen in der Lieferkette vom ersten ins zweite Halbjahr verschieben. VAT erwarte folglich von Quartal zu Quartal steigende Verkäufe.

Für das erste Jahresviertel 2022 stellt VAT daher neu einen Umsatz von 245 bis 255 Millionen Franken in Aussicht. Das ist etwas weniger als noch vor wenigen Wochen prognostiziert.

Hohes Wachstum bis 2025
Doch die Aussichten für die kommenden Jahre bleiben hervorragend. Die Märkte entwickeln sich laut VAT viel schneller als erwartet. Gemäss Marktforschungsunternehmen dürften die Investitionen in Halbleiter-Produktionsanlagen bis zum Jahr 2025 auf 110 bis 120 Milliarden Dollar steigen.

In der Folge hebt VAT das eigene Umsatzziel für 2025 von 1,1 Milliarden auf 1,5 Milliarden Franken an. Die erwartete Profitabilität über den Zyklus hinweg soll bei 32 bis 37 Prozent zu liegen kommen. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.