Von Roll 2013: Erneut Verlust und Wertberichtigungen – positiver Ausblick

Matthias Oppermann

Von Roll-CEO Matthias Oppermann. (Copyright Von Roll)

Wädenswil – Der Industriekonzern Von Roll hat im Geschäftsjahr 2013 unter einer anhaltend schwachen Nachfrage gelitten. Der Verlust konnte aufgrund der guten Entwicklung in den Kernbereichen jedoch verringert werden. Insbesondere die Transformatorensparte der Division Technologies belastete mit einem hohen Betriebsverlust sowie Wertberichtigungen und Sondereffekten das Gruppenergebnis. Im laufenden Jahr will das Unternehmen in den Kernbereichen den Turnaround schaffen.

Der Nettoumsatz des Konzerns fiel um 4,9% auf 472,5 Mio CHF, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das operative Ergebnis auf Stufe EBIT betrug -27,0 Mio, nach einem Fehlbetrag in Höhe von 53,6 Mio im Vorjahr. Die Sondereffekte beliefen sich dabei auf 19,7 Mio (VJ 49,6 Mio). Unter dem Strich erzielte das Unternehmen einen Nettoverlust von 36,3 Mio CHF nach zuvor minus 67,3 Mio. Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund der Bilanzierung nach IAS 19 angepasst.

Wertberichtigungen und Sondereffekte belasten
Das Betriebsergebnis war insbesondere durch das negative Ergebnis von -22,3 Mio CHF in der Division Technologies und hier insbesondere durch das Transformatorengeschäft belastet. Wertberichtigungen und Sondereffekte beliefen sich auf 10 Mio. Der Umsatz stieg hingegen um 10% auf 65,7 Mio CHF, wobei sich sowohl das Transformatoren als auch das Wassergeschäft erholten. Während der Bestellungseingang im Geschäftsbereich Water anstieg, fiel er im Bereich Transformer stark. Hohe Überkapazitäten in dieser Industrie würden den Preis- und damit den Margendruck erhöhen. Von Roll Water habe in China sowohl aus der Industrie als auch aus dem kommunalen Bereich neue Aufträge erhalten.

Im wichtigsten Geschäftssegment Insulation resultierte trotz des Umsatzrückgangs von 8,4% und Einmalaufwendungen ein positiver EBIT von 3,2 Mio CHF. Positiv entwickelte sich aber das frühzyklische Niederspannungssegment, welches ein globales Wachstum von rund 20% verzeichnete, schreibt Von Roll. Asien und Amerika standen hierbei besonders im Fokus. Der Windenergiesektor habe 2013 ebenfalls deutliche Zuwachsraten verzeichnet.

Europa-Umsatz deutlich gesunken
£Bei Composites ging der Umsatz um 4,0% auf 133,1 Mio zurück, der EBIT war mit 0,9 Mio CHF aufgrund von Sondereffekten in Höhe von 3,6 Mio leicht negativ. Auch hier habe – wie bei Insulation – das zögerliche Investitionsverhalten der Kraftwerkbauer Auswirkungen gehabt, hauptsächlich im Hochspannungsmarkt zur Energieerzeugung, heisst es weiter. In den Segmenten Energieübertragung und Energiespeicherung führten neue Applikationen zu einer erhöhten Nachfrage.

Nach Regionen betrachtet sank der Umsatz in Amerika um 2,5% leicht, in Europa um 5,1% deutlich. In Europa hätten die Schuldenabbauprogramme die Nachfrage nach Infrastrukturprojekten belastetet. Asien (Umsatz -7,3%) war insbesondere durch die die schwache Währung in Indien belastet. Auch die anstehenden Wahlen und die damit verbundene Verschiebung von Projekten hätten negativ gewirkt, so Von Roll

Bei der elektrischen Energieerzeugung seien keine bedeutenden Erholungstendenzen spürbar, heisst es weiter. Allein der Windenergiemarkt habe sich im letzten Jahr erholt und zu höheren Auftragseingängen und Umsätzen geführt.

Infolge des enttäuschenden Jahresergebnisses und der geplanten Investitionen schlägt der Verwaltungsrat den Aktionären vor, für 2013 keine Dividende auszuschütten, wie es im Geschäftsbericht heisst.

2014 deutlich positives Ergebnis im Kerngeschäft erwartet
Anfang des Jahres 2014 habe sich die Nachfragesituation leicht verbessert, so das Unternehmen. Das Management will an dem im Vorjahr eingeleiteten Transformationsprozess festhalten und dadurch den Turnaround erreichen. Für das laufende Jahr wird im operativen Kerngeschäft ein deutlich positives Ergebnis in Aussicht gestellt. Von Roll will sich auf die Kernbereiche Insulation und Composites fokussieren, organisches Wachstum erreichen sowie die Gruppe insgesamt reorganisieren und die Effizienz steigern.

Dabei seien notwendige Kapazitätsanpassungen entsprechend der Nachfrage bereits initiiert worden und befänden sich in der Umsetzungsphase, so das Unternehmen. Für das nicht zum Kerngeschäft gehörende Transformatorensegment sei man bemüht, eine «nachhaltige Lösung» zu finden. (awp/mc/ps)

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