Harziger Start für Corona-Schnelltests

Harziger Start für Corona-Schnelltests
Die Schnelltests von Roche sind da, die Ausbildung und Schutzvorkehrungen bei Ärzten, Apotheken und Spitälern brauchen aber noch Zeit.

Bern – Der Bundesrat hat am vergangenen Mittwoch die Zulassung von Corona-Schnelltests beschlossen. Bereits am Montag sollten diese eingeführt werden. Bei diversen Anbietern werden die Vorarbeiten laut dem obersten Kantonsarzt jedoch noch etwas Zeit in Anspruch nehmen – gemäss Apothekerverband bis zu zwei Wochen.

Die dafür vorgesehenen Leistungserbringer wie Apotheken, Arztpraxen, Spitäler und Testzentren müssten dazu die dafür notwendigen Prozesse, Personalkapazitäten mit entsprechender Ausbildung und Räumlichkeiten mit den vorgeschriebenen Schutzvorkehrungen organisieren, teilte der Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte (VKS), Rudolf Hauri, am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

Das Angebot werde sich somit in den nächsten Tagen weiter ausbreiten, „wobei sich kaum alle Arztpraxen und Apotheken dazu entscheiden werden, Schnelltests anzubieten“, schrieb Hauri. Es sei davon auszugehen, dass in den ersten Tagen die Schnelltests hauptsächlich in den grösseren Testzentren zum Einsatz kommen.

Täglich 50’000 Schnelltests
Es stünden täglich 50’000 Schnelltests zur Verfügung. Bei den Kantonen seien ausreichend Schnelltests eingetroffen, diese werden nun an die Leistungserbringer, welche Schnelltests anbieten können und wollen, verteilt.

Bis Ende Jahr knapp ein Drittel aller Apotheken
Der Schweizerische Apothekerverband Pharmasuisse nahm in einer ersten Einschätzung an, dass bis Ende Jahr knapp ein Drittel aller Schweizer Apotheken die Dienstleistung der Schnelltests anbieten werden, also rund 600 der rund 1800 Schweizer Apotheken, wie es auf Anfrage hiess. Derzeit würden Abklärungen durch die kantonalen Apothekerverbände laufen, wer die Tests anbieten könne.

Es brauche separate Räumlichkeiten für den Test, zudem müsse das Personal auf den Nasen-Rachen-Abstrich geschult werden. Bei beiden Themen stehe die Sicherheit aller Beteiligten im Vordergrund. Die Test-Kits werden laut Pharmasuisse von den kantonalen Behörden in Koordination mit den Grossisten ausgeliefert. Die Grossisten seien aktiv daran, die Versorgung zusammen mit den Herstellern und den Behörden zu regeln.

Kantone zuständig
Jeder Kanton sei selbst für sein Test-Setting zuständig. Am schnellsten bereit seien vermutlich einige Apotheken im Kanton Schaffhausen und im Kanton Zürich, die bereits den PCR-Test anbieten würden. Im Kanton Freiburg soll der Test schrittweise ab dem 9. November bereit sei.

In anderen Kantonen kann es laut Pharmasuisse zusätzliche ein bis zwei Wochen brauchen, denn die Vorbereitungen seien umfangreich. Nebst der Ausbildung des Personals müsse ein Meldesystem eingerichtet werden und bestehenden Schutzkonzepte angepasst werden.

Ausbildung dauert einen halben Tag
„Wir machen was wir können“, hiess es beim Apothekerverband des Kantons Zürich (AVKZ). Seit Samstag seien 160 Teilnehmende aus 58 der rund 250 Apotheken des Kantons Zürich in Ausbildung, um den Nasen-Rachenabstrich, der es für den Test braucht, zu erlernen. Die Ausbildung dauere einen halben Tag.

Wer den Test erfolgreich absolviere, erhalte ein Zertifikat. Damit könne bei der Gesundheitsdirektion, respektive dem Kantonsärztlichen Dienst, eine Bewilligung beantragt werden. Beim AVKZ hiess es, man gehe davon aus, dass die Bewilligung rasch erteilt werde.

Gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist der Test gratis, Resultate liegen innerhalb von 15 Minuten vor. Die Ergebnisse werden automatisch dem BAG übermittelt. Empfohlen werden Schnelltests für Menschen mit Symptomen seit weniger als vier Tagen, nicht aber für Risikogruppen.

Wie es auf Anfrage beim BAG hiess, hat der Bund letzte Woche eine erste Lieferung von rund 150’000 Antigen-Schnelltests an die Kantone durchführen lassen, dies in Absprache mit den Kantonen und gemäss ihrer Bevölkerungszahl.

Weitere Lieferungen würden zurzeit in Absprache mit den Kantonen vorbereitet und könnten im Verlauf dieser Woche erfolgen. Die Verteilung an die Leistungserbringer liegt laut BAG in der Zuständigkeit der Kantone. Gemäss BAG ist der Test, der sich jedoch nicht für Risikogruppen eignet, gratis, Resultate liegen innerhalb von 15 Minuten vor.

BAG registriert 21’926 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 72 Stunden
In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem innerhalb von 72 Stunden 21’926 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem registrierte das BAG gemäss Mitteilung vom Montag 93 neue Todesfälle und 497 Spitaleintritte. Die Positivitätsrate bei den Tests betrug weiterhin sehr hohe 24,7 Prozent.

Am vergangenen Montag waren für das Wochenende 17’440 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus gemeldet worden, vor zwei Wochen deren 8737 und vor drei Wochen 4068. Die 14-Tage-Inzidenz (Neuansteckungsrate) pro 100’000 Einwohner stieg auf 1060,7. (awp/mc/pg)

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