Zehnder-Gewinn 2015 eingebrochen – Keine Dividende

Dominik Berchtold
Dominik Berchtold, ehemaliger CEO Zehnder Group. (Foto: Zehnder)

Dominik Berchtold, CEO der Zehnder Group. (Foto: Zehnder)

Gränichen – Die Gewinnzahlen des Heizungs- und Lüftungsherstellers Zehnder sind im vergangenen Geschäftsjahr 2015 wegen hoher Kosten für die laufenden Restrukturierungsmassnahmen sowie wegen negativer Währungseinflüsse eingebrochen. Im laufenden Geschäftsjahr 2016 sollen die eingeleiteten Massnahmen nun erste positive Auswirkungen zeigen.

Unter dem Strich resultierte für die Zehnder Group im Jahr 2015 noch ein kleiner Reingewinn von 0,3 Mio EUR gegenüber 26,0 Mio EUR im Jahr davor. Der Betriebsgewinn (EBIT) belief sich auf 5,2 Mio EUR nach 32,7 Mio EUR im Vorjahr, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Die Aktionäre sollen in Anbetracht des tiefen Gewinns auf eine Dividende verzichten, im Vorjahr hatten sie noch 1 CHF je Aktie erhalten.

Einmalkosten von 20 Mio Franken
Insgesamt war das Ergebnis 2015 durch Einmalkosten von 21,8 Mio EUR belastet. Davon entfielen 11,6 Mio EUR auf den Verkauf des Produktionswerks im französischen Châlons-en-Champagne. Negative Währungseinflüsse hätten den EBIT zusätzlich «erheblich belastet», so das Unternehmen.

Zehnder hatte im vergangenen Juni ein umfangreiches Massnahmenpaket zur Reduktion der Kostenbasis und zur Steigerung von Effizienz, Umsatz und Gewinn angekündigt. Dabei sollten rund 10% der Arbeitsplätze abgebaut werden. Damit wollte die Gruppe auf eine schwache Nachfrage, eine ungenügende Auslastung der Produktionskapazitäten sowie den starken Schweizer Franken reagieren.

Standorte geschlossen
Im Rahmen des Programms wurde nun die Produktion und Weiterentwicklung der «kompakten Energiezentrale» ComfoBox von Gränichen an einen Drittpartner im Ausland ausgelagert. In Italien und Grossbritannien wurden Standorte geschlossen und mit den lokalen Hauptsitzen zusammengelegt, zudem wurde das Werk in Châlons-en-Champagne (FR) verkauft. Gleichzeitig seien an der Verkaufsfront verschiedene Offensiven gestartet und die Entwicklung neuer Produkte forciert und intensiviert worden.

Weitergeführt und noch ausgeweitet wurde zudem die 2012 eingeführte «Zmile»-Initiative auf Basis der Kaizen-Methodik zur kontinuierlichen Prozessoptimierung. Bis Ende 2015 seien bereits über 10’000 Ideen erfolgreich umgesetzt worden, so Zehnder. Planmässig vorangekommen sei auch die gruppenweite Einführung der Softwarelösung SAP.

Umsatz leicht höher
Wie bereits im Januar mitgeteilt, stieg der Umsatz im Berichtsjahr 2015 um 2% auf 533,0 Mio EUR. Auf das Segment Europa entfielen 465,7 Mio EUR oder 87% des Gesamtumsatzes, den verbleibenden Umsatz von 67,3 Mio EUR erwirtschaftete das Unternehmen in dem Segment China & Nordamerika.

Die Analysten hatten die massive Schrumpfung der Gewinnzahlen erwartet und insgesamt nur leicht höhere Zahlen prognostiziert. Der AWP-Konsens für den EBIT lag bei 5,5 Mio EUR und für den Reingewinn bei 1,0 Mio.

Besseres Ergebnis 2016
Für das laufende Geschäftsjahr 2016 erwartet Zehnder, dass die Märkte wegen der fragilen makroökonomischen Lage in vielen Ländern «anhaltend anspruchsvoll» bleiben. Entsprechend erwartet die Gruppe «kein wesentliches Wachstum in den wichtigen Absatzregionen» und will sich auf den Gewinn von Marktanteilen fokussieren. Insgesamt erwartet Zehnder 2016 «eine leichte Umsatzsteigerung und ein deutlich besseres operatives Ergebnis».

Gestärkt werde die Wettbewerbsposition von Zehnder durch die Einführung des Lüftungssystems ComfoAir Q und des Kunststoffheizkörpers Zmart in den Hauptmärkten Frankreich und Deutschland sowie durch den Ausbau der Aktivitäten bei Clean Air Solutions und Deckenstrahlplatten. Die Investitionen in neue Produkte und Dienstleistungen sowie in die Infrastruktur würden weitergeführt. Die eingeleiteten Massnahmen dürften derweil 2016 «erste positive Effekte» auslösen.  (awp/mc/pg)

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