Silvretta Therme: Ischgl setzt auf Schweizer Know-how

Silvretta Therme: Ischgl setzt auf Schweizer Know-how
Silvretta Therme Ischgl. (Foto: zvg)

Ischgl – Nach dreijähriger Bauzeit hat im Dezember die Silvretta Therme Ischgl ihren Betrieb aufgenommen. Zentral war bereits bei der Planung eine energiesparsame Bauweise. Eine wichtige Rolle spielten dabei Unternehmen aus der Schweiz.

von Dominik Buholzer

In Ischgl, dem Tiroler Ferienort, der für seine Après Ski-Partys berühmt ist, richtet man gerne gross an. Dies gilt auch für die Silvretta Therme, die am 8. Dezember 2022 eröffnet worden ist. Über zwei Gebäude und vier Stockwerke erstreckt sie sich. Alleine 1500 Quadratmeter umfasst der Saunabereich, inklusive einem Privat-Spa, der separat gemietet werden kann. Zusätzlich gibt es innen und aussen mehrere Pools.

Die Silvretta Therme ist mehr als ein herkömmlicher Wellnesstempel. Eine 1300 Quadratmeter grosse Eisbahn führt rund um das Gebäude und durch einen 250 Meter langen Tunnel. Im Erdgeschoss gibt es einen Veranstaltungsraum für bis zu 600 Personen. Zudem warten auf die Besucherinnen und Besucher diverse Restaurants und Bars.

Nachhaltige Bauweise im Zentrum
Gebaut und betrieben wird die Therme von der Silvrettaseilbahn AG. Rund 75 Millionen Euro kostete sie das Projekt. Erklärtes Ziel war es, den Gebäudekomplex weitgehend mit einem fossilfreien Heizungssystem zu realisieren. «Diesen Grundsatzentscheid haben wir lange vor den aktuellen Energiefragen getroffen und uns damit auch für höhere Investitionen in nachhaltige Energiekreisläufe entschieden», erklären die beiden Vorstände Markus Walser und Günther Zangerl.

So setzte man auf ein Wärmepumpsystem. Um den Wärmeverlust möglichst gering zu halten, wurde eine Wärmerückgewinnungsanalgen installiert. Ebenso verzichtete man beim Bau der Eisbahn auf Ammoniak, das aktuell noch in vielen vergleichbaren Anlagen verwendet wird. Stattdessen kommt eine CO2-Kälteanlage zum Einsatz.

Dynamisches Preissystem aus dem Berner Oberland
Beim Bau setzte die Silvrettaseilbahn AG auf diverse Schweizer Unternehmen. So stammt das Wärmepumpsystem von der Firma CTA AG aus Münsingen im Kanton Bern. Dafür wurden 37 Erdsonden zu je 290 Metern Länge in den Boden versenkt. Die Technik für das dynamische Preissystem, das in der Therme eingesetzt wird, stammt von Pricenow aus dem Kandertal im Berner Oberland. Das Startup arbeitet bereits mit mehreren Bergbahnen in der Schweiz auf diesem Gebiet zusammen. Beim automatischen Türsystem kam schliesslich mit der dormakaba Schweiz AG in Rümlang ein weiteres Unternehmen aus der Schweiz zum Zuge.

Mit der Therme stärkt Ischgl seine Postion als Ganzjahresdestination. «Davon profitieren letztlich auch die Gäste in Samnaun», ist Bernhard Aeschbacher, Co-Direktor der Ferienregion Samnaun, überzeugt. Daher werden die Seilbahnen in Ischgl und Samnaun im Sommer 2023 rund einen Monat länger, nämlich bis 15. Oktober 2023, in Betrieb sein.

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