TCS-Reisebarometer: Corona macht Lust auf Ferien in der Schweiz

Tourismus
Auch die Jungfraubahnen haben ihren Betrieb wieder aufgenommen. (Photo by Patrick Robert Doyle on Unsplash)

Bern – Der aktuelle TCS-Reisebarometer steht ganz im Zeichen von Corona – und dies, obwohl die traditionelle TCS-Umfrage zum Reiseverhalten von Herr und Frau Schweizer zwischen dem 3. Februar 2020 und dem 9. März 2020 durchgeführt wurde. Zu einem Zeitpunkt, an dem die Corona-Pandemie sich zwar weltweit bereits ausbreitete, ihre heftigen Auswirkungen auf den Alltag und auf die Reisemöglichkeiten jedoch noch nicht entfaltet hatte. Der TCS-Reisebarometer gibt somit einen Einblick in das Meinungsbild der Schweizer Bevölkerung zum Thema Reisen am Vorabend der Pandemie.

Schon zu diesem Zeitpunkt nannten 37% der Befragten das Coronavirus, auf die Frage nach Neuigkeiten, welche ihr Reiseverhalten beeinflussen. Krankheiten wie Zika oder Malaria wurden hingegen mit 1% nur sehr selten genannt. Wie stark sich die Gefährdungs-Wahrnehmung verändert hat, zeigt sich auch sehr prägnant im Zusammenhang mit Terrorismus und Krieg. Noch 2017 hatten 40 Prozent der Bevölkerung Terrorismus und Krieg auf die Frage nach Neuigkeiten, welche das Reiseverhalten beeinflussen, genannt. Seither nahm dieser Anteil sukzessive ab und beträgt heute mit elf Prozent noch rund ein Viertel von 2017.

Reiselust und Ausgaben für Reisen gedämpft
Trotz immer einfacherer Verfügbarkeit günstiger Flüge und einer zunehmend im globalen Zeitalter aufgewachsenen Bevölkerung, nimmt die Reiselust der Bevölkerung in den letzten vier Jahren eher ab. Der Anteil Befragter, der häufiger als früher reisen möchte, sinkt von 24 Prozent 2017 auf 13 Prozent 2020. Zugleich steigt der Anteil jener, die gar nie reisen, zwischen 2017 und 2020 auf mehr als das Doppelte an. 27 Prozent möchten weniger reisen und ungefähr ein Drittel der Bevölkerung geht davon aus, in Zukunft gleichviel zu reisen wie heute. Diese Tendenz zu weniger Reisen hat sich vor der Corona-Krise entwickelt und wird sich 2020 durch die radikalen Reiseeinschränkungen wegen der Pandemie natürlich extrem akzentuieren. Welchen Effekt die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Gefahren und Reisebeschränkungen insgesamt auf die Reiselust haben werden, wird eine der zentralen Fragen des TCS-Reisbarometers 2021 sein.

Wieso in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt
Die drei nationalen Destinationen Wallis, Tessin und Graubünden gelten als attraktivste Reiseziele für viele. Ganz grundsätzlich gilt die Weisung: Je näher, desto besser. Exotische Destinationen in Asien oder auch in der arabischen Welt werden dagegen als weniger attraktiv eingeschätzt. Im Vergleich zu 2019 verlieren viele der weiter entfernten Reiseziele in den Augen der Bevölkerung an Reiz – das gilt im besonderen Ausmass für Australien und Neuseeland. Als deutlich attraktiver eingeschätzt werden dagegen zum ersten Mal seit Befragungsbeginn Campingferien. Auch dies ein Einblick am Vorabend der Pandemie. Ob sich die Schweizer Destinationen und Freizeitaktivitäten auch nach 2020 auf diesen Top-Platzierungen halten können oder ob nach dem weltweit verordneten Reiseverbot weiter entfernte Destinationen wieder beliebter werden, wird sich weisen.

Sicherheit und Reiseversicherung sind wichtig
Bei der Planung einer Reise bleibt die Sicherheit und Versorgung vor Ort ein wichtiger Entscheidungsfaktor für den grössten Teil der Bevölkerung. Das ist seit Beginn der Befragung so – unabhängig von Nachrichtenlage oder Reisemöglichkeiten.

Am zweithäufigsten wird ein Aspekt als wichtig empfunden, der im diesjährigen Reisebarometer zum ersten Mal abgefragt wurde: Die Reiseversicherung mit der Möglichkeit einer medizinischen Rückführung. Über 80 Prozent der Befragten geben an, dass sehr oder eher wichtig zu finden bei der Planung einer Reise. (mc/pg)

TCS Reisebarometer

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