BearingPoint-Studie: Nur vier Prozent der Unternehmen sind organisatorisch bereit für die KI-Ära

BearingPoint-Studie: Nur vier Prozent der Unternehmen sind organisatorisch bereit für die KI-Ära
Matthias Roeser, Partner und Globaler Leiter Technology bei BearingPoint.

Zürich – Nur vier Prozent der europäischen Unternehmen verfügen über ein Organisationsmodell, das vollständig auf die Anforderungen des KI-Zeitalters ausgerichtet ist. Zwar investieren viele Führungskräfte in Künstliche Intelligenz und technologische Innovation, doch Defizite in Governance, Datenkompetenz und funktionsübergreifender Zusammenarbeit bremsen die Transformation.

Die Management‑ und Technologieberatung BearingPoint hat eine neue Studie zur Transformation von Target Operating Models (TOM) im KI-Zeitalter veröffentlicht. Untersucht wurde, wie Unternehmen den Schritt von isolierten Pilotprojekten hin zu einer skalierbaren, strategisch verankerten Transformation bewältigen, und welche strukuturellen Voraussetzungen dafür notwendig sind. Angesichts dynamischer Wettbewerbsbedingungen sind Unternehmen zunehmend gezwungen, ihre Organisationsstrukturen, Entscheidungszyklen, Fähigkeiten und Prozesse neu auszurichten, um schneller reagieren zu können und neues Wertschöpfungspotenzial zu erschliessen. Nur ein kleiner Teil hat seine Organisation bisher so aufgestellt, dass KI-Nutzung und Entscheidungen in Echtzeit effektiv unterstützt werden. Zwar berichten viele Führungskräfte von Fortschritten in Strategieentwicklung und Investitionen, doch Defizite in Governance, Fachkräfteverfügbarkeit, klarer Verantwortung sowie in der funktionsübergreifenden Zusammenarbeit hindern Transformationsbemühungen.

«Organisationen können sich nicht länger auf statische Modelle verlassen, die für vorhersehbare Rahmenbedingungen geschaffen wurden», erklärt Matthias Roeser, Partner bei BearingPoint. «Unsere Studie zeigt, dass zukunftsfähige Unternehmen grundlegend neu darüber nachdenken, wie Arbeitsumgebungen im Zusammenspiel zwischen Menschen und KI organisiert und umgesetzt wird. Sie gestalten ihre Organisationsmodelle so, dass Menschen mit Hilfe von KI nicht nur produktiver werden, sondern das Potential von neuen Fähigkeiten für den Geschäftserfolg voll ausschöpfen können.»

Technologischer Fortschritt und Mitarbeiterentwicklung geben das Tempo vor
Die Studie zeigt, dass technologische Entwicklungen inzwischen der wichtigste Treiber für die Neugestaltung des Operating Models sind. Rund 70% der Befragten nennen neue Technologien und Künstliche Intelligenz als zentralen strategischen Impuls, wobei auch 49 Prozent auf veränderte Kundenerwartungen verweisen. Gleichzeitig sehen sich Unternehmen mit steigenden Anforderungen an Transparenz, Compliance und Nachhaltigkeit konfrontiert: ein zusätzlicher Druckfaktor, der die rasche Modernisierung von Strukturen erforderlich macht.

Führungskräfte erkennen zunehmend, dass Transformation nur mit den Menschen gelingt. Mitarbeiterentwicklung, funktionsübergreifende Zusammenarbeit und kultureller Wandel sind entscheidende Erfolgsfaktoren. Allerdings entwickeln sich diese Bereiche in der Praxis besonders langsam: Viele Unternehmen sehen insbesondere den Aufbau neuer Fähigkeiten, Datenkompetenz sowie Prozessorientierung als noch nicht ausreichend entwickelt an.

Nur vier Prozent verfügen über zukunftsfähiges Organisationsmodell
Trotz zahlreicher Transformationsinitiativen zeigt die Studie eine deutliche Lücke in der Zukunftsreife vieler Organisationen. Während sich 70 Prozent der Befragten gut auf künftige Anforderungen vorbereitet sehen, geben lediglich 4 Prozent an, dass ihr Organisationsmodell vollständig auf ihre strategischen Ziele ausgerichtet ist. Zu den Hemmnissen zählen fehlende Verfügbarkeit von Daten und Analytics-Fähigkeiten, fehlende Fachkräfte, technologische Mankos aber auch unzureichender Änderungswille der Führungskräfte.

Unternehmen mit einem hohen Reifegrad ihres Operating Models zeichnen sich durch drei Eigenschaften aus:

  • Eine klare Strategie, die sich in der Ausgestaltung des Organisationsmodells widerspiegelt
  • Unternehmensweite Governance‑ und Steuerungssysteme, die gewünschte Verhaltensweisen konsequent verankern
  • Integrierte Daten‑ und Technologiearchitekturen, die Skalierbarkeit und Effizienz ermöglichen

Diese Unternehmen überzeugen durch Agilität. Dazu gehören klar definierte Entscheidungswege sowie eine starke Verzahnung von Strategie und operativer Umsetzung.

«Technologie ist nur ein Teil der Transformationsgeschichte», so Matthias Roeser. «Erfolgreiche Organisationen verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Sie bringen Struktur, Prozesse, Menschen und Unternehmenskultur in Einklang, damit KI und Daten nachhaltige Ergebnisse liefern können. Die Zukunft gehört jenen Unternehmen, die ihr Target Operating Model auf Anpassungsfähigkeit und die optimierte Nutzung neuer Fähigkeiten ausrichten, nicht allein auf Effizienz. Arbeit wird grundlegend neu gedacht.»

Entschlossenes und konsequentes Handeln gefordert
Die Studie kommt zum Schluss, dass entschlossenes und konsequentes Handeln erforderlich ist. Anstatt Target Operating Models als gelegentliche Re‑Design‑Initiativen zu betrachten, verstehen sie diese als dynamische, modulare Systeme, die sich flexibel an Marktveränderungen anpassen müssen. Dieser Paradigmenwechsel erfordert klare Governance‑Strukturen, eine geschlossene Führungsausrichtung und eine disziplinierte Umsetzung.

«Unternehmen, die jetzt handeln, schaffen die Voraussetzungen, um das Potenzial von KI in messbaren Erfolg zu übersetzen, ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken und unternehmensweite Skalierbarkeit zu erreichen. Wer zögert, riskiert zurückzufallen, denn Geschwindigkeit, Datenorientierung und funktionsübergreifende Zusammenarbeit werden künftig die entscheidenden Treiber der Unternehmensperformance sein», resümiert Tobias Liebscher, Studienautor und Partner bei BearingPoint Deutschland. (BearingPoint/mc/ps)

Über die Studie
Die Studie «Die Neuerfindung von Betriebsmodellen für das KI‑Zeitalter» basiert auf einer quantitativen Befragung von 392 C‑Level‑Führungskräften in ganz Europa, qualitativen Interviews mit leitenden Transformationsexpertinnen und ‑experten sowie den Erkenntnissen aus der globalen Operating‑Model‑Beratungspraxis von BearingPoint. Untersucht wird, welche Rolle Technologie, Fachkräfte, Governance und Unternehmenskultur beim Aufbau von Betriebsmodellen spielen, die im KI‑Zeitalter Geschwindigkeit, Widerstandsfähigkeit und nachhaltige Leistungsfähigkeit ermöglichen.

Die vollständige Studie finden Sie hier:
https://www.bearingpoint.com/de-de/publikationen-and-events/publikationen/target-operating-modelle-fuer-das-ki-zeitalter-neu-gestalten

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