Schweizer Arbeitsmarkt bleibt trotz Iran-Krieg robust

Schweizer Arbeitsmarkt bleibt trotz Iran-Krieg robust

Zürich – In der Schweiz haben sich die Aussichten für die Beschäftigung trotz der kriegerischen Auseinandersetzung im Nahen Osten und steigender Ölpreise bisher nicht eingetrübt. Das zeigt der vom KOF Institut der ETH Zürich vierteljährlich erhobene Beschäftigungsindikator.

Im zweiten Quartal 2026 liegt der KOF-Beschäftigungsindikator mit +2,2 Punkten leicht über den +2,1 Punkten des ersten Quartals, wie aus einer Mitteilung vom Montag hervorgeht. Im Schlussquartal 2025 hatte der Indikator noch bei +1,2 Punkten gelegen.

Insgesamt rechnen damit laut den KOF-Auswertungen nach wie vor mehr Unternehmen mit einem Stellenaufbau als mit einem Stellenabbau. Im April wurden vom KOF insgesamt rund 4200 Firmen zu den Beschäftigungsaussichten befragt.

Iran-Krieg belastet kaum
Trotz des seit Ende Februar andauernden Krieges der USA und Israels gegen den Iran und des damit verbundenen Anstiegs der Öl- und Gaspreise hätten sich die Beschäftigungsaussichten der Schweizer Firmen insgesamt nicht verschlechtert, hält das KOF fest.

Die KOF-Ökonomen verweisen aber auch darauf, dass der Wert des ersten Quartals von den ursprünglichen +2,4 auf +2,1 Punkte revidiert wurde. Nachdem die Erstpublikation noch auf der Januar-Umfrage beruhte, hätten die ergänzten Februar- und März-Antworten den Wert gedrückt. Grund dafür sei möglicherweise der Kriegsbeginn von Ende Februar.

Insgesamt liege der Indikator weiterhin leicht über dem langjährigen Durchschnitt von +1,7 Punkten und habe sich vom kurzzeitigen Rutsch in den negativen Bereich im dritten Quartal 2025 erholt, so das KOF weiter. Trotz der gestiegenen geopolitischen Unsicherheit deute der Indikator auf eine moderate Entwicklung am Arbeitsmarkt im laufenden und kommenden Quartal hin.

Aufhellungen im Grosshandel und der Industrie
Nach Branchen betrachtet haben sich die Beschäftigungsaussichten im Grosshandel deutlich aufgehellt. Trotz steigender Energiepreise und Sorgen um reibungslos funktionierende Lieferketten verbesserte sich der Indikator in diesem Bereich auf -3,7 von zuvor -12,1 Punkte.

Auch im Verarbeitenden Gewerbe halte die Erholung trotz des Iran-Krieges an, so die Mitteilung weiter. Dort stieg der Indikator auf -5,5 von zuvor tieferen -8,6 Punkten. Im Gastgewerbe, im Detailhandel und bei den übrigen Dienstleistern hätten sich die Beschäftigungsaussichten dagegen leicht eingetrübt.

Auf einem weiterhin hohen Niveau bewegt sich der KOF-Indikator für das Baugewerbe. Dieser liegt im zweiten Quartal bei +10,7 Punkten. (awp/mc/ps)

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