28. Swiss Economic Forum: Der Rückblick

28. Swiss Economic Forum: Der Rückblick
TV-Moderator Urs Gredig am SEF im Gespräch mit Bundespräsident Guy Parmelin. (Copyright NZZ Connect)

Interlaken – Während der vergangenen zwei Tage diskutierten Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger am Swiss Economic Forum in Interlaken unter dem Motto «Unbreakable?» darüber, was Unternehmen, Führung und Gesellschaft widerstandsfähig macht, wenn nichts sicher scheint.

Rund 1’750 Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft setzten sich am 4. und 5. Juni 2026 mit der Frage auseinander, wie die Schweiz in einer Welt geopolitischer Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit, technologischer Umbrüche und wachsender gesellschaftlicher Polarisierung ihre Handlungsfähigkeit bewahren und weiterentwickeln kann.

«Das SEF.2026 hat gezeigt, dass der Austausch zwischen Wirtschaft und Politik wichtiger ist denn je. Wenn wir Innovation fördern, mutige Entscheidungen treffen und als Gesellschaft zusammenstehen, schaffen wir die Grundlage für nachhaltigen Erfolg und Wohlstand in der Zukunft.» – Corine Blesi, Managing Director, NZZ Connect

Impulse aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft
Zum Auftakt zeichnete Guy Parmelin, Bundespräsident der Schweiz und Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung, das Bild eines Landes im permanenten Krisenmodus und verband es mit Zuversicht: «La bonne nouvelle, c’est qu’on a du travail parce qu’on doit trouver les solutions.»

Dass Führung in unsicheren Zeiten psychologische Sicherheit, kluges Experimentieren und die Fähigkeit zum Lernen aus Fehlern voraussetzt, zeigte Amy C. Edmondson, Novartis Professorin an der Harvard Business School. «Failure is more likely.»

Vor geopolitischer Machtpolitik, zunehmendem Protektionismus und einer Schweiz, die sich von ihrer eigenen Stabilität bremsen lassen könnte, warnte Severin Schwan, Verwaltungsratspräsident von Roche: « Wenn sich die Industrie massiv verändert, die Rahmenbedingungen massiv verändern, dann ist diese Stabilität unter Umständen ein Problem.»

Mit Blick auf Haltung, Kultur und konsequente Gastfreundschaft machte Caroline von Kretschmann, Geschäftsführende Gesellschafterin des Hotel Europäischer Hof Heidelberg, deutlich: «Wir denken nicht in kurzfristigen Quartalsberichten, sondern wir denken in Generationen.»

Die Rolle des Finanzplatzes Schweiz im Spannungsfeld von geopolitischer Unsicherheit, regulatorischen Erwartungen und wirtschaftlicher Verantwortung ordnete Sergio P. Ermotti, Group CEO der UBS, ein.

Wie Resilienz, Teamarbeit und Beharrlichkeit helfen, scheinbar unmögliche Herausforderungen lösbar zu machen, zeigte Peggy Whitson, Vice President of Human Spaceflight bei Axiom Space, anhand ihrer Weltraumerfahrung.

Für Philipp Navratil, CEO von Nestlé, steht die Transformation des Konzerns für eine Rückkehr zu Fokus, organischem Wachstum und Verlässlichkeit im Zentrum: «Resultate zählen am Ende und die bringen auch das Vertrauen zurück.»

SEF.Academy: Führungskräfte von morgen im Dialog
Die SEF.Academy brachte junge Führungskräfte mit dem Top-Management der Schweizer
Wirtschaft zusammen. Die Teilnehmenden setzten sich in einem praxisnahen Workshop des Schweizerischen Instituts für KMU und Unternehmertum der Universität St. Gallen mit unternehmerischer Orientierung, Resilienz und wirksamer Führung in dynamischen Zeiten auseinander. Ein besonderes Element war das exklusive VIP-Special mit Amy C. Edmondson von der Harvard Business School.

SEF.Founder Conference: Resilienz, Wachstum und Unternehmertum
Die SEF.Founder Conference 2026 brachte rund 200 Gründerinnen und Gründer, Investorinnen und Investoren sowie unternehmerische Führungspersönlichkeiten zu einem Nachmittag voller
Inspiration, Austausch und praxisnaher Einblicke zusammen. Im Zentrum standen Resilienz, Wachstum und Durchhaltevermögen – von persönlichen Gründergeschichten über Skalierungsfragen bis zur Verbindung von Wachstum und mentaler Gesundheit.

Swiss Economic Award 2026
Der Swiss Economic Award zeichnete auch in diesem Jahr herausragende Jungunternehmen in drei Kategorien aus. Die Gewinner:

  • Kategorie Dienstleistung: enshift
  • Kategorie Deeptech/Life Science: Lightium
  • Kategorie Produktion/Gewerbe: Swiss Cluster

Swiss Economic Forum 2026

(SEF/mc/ps)

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