Relaunch hinter den Kulissen: So hat Apomeds sein Interface erneuert
London – Während Apomeds sein Netz an Partnerapotheken ausbaute, hat das Unternehmen im vergangenen Jahr die komplette Benutzeroberfläche seiner Plattform umgebaut. CTO Max Boboshko und Head of Product Ori Moyal erklären, warum ein Relaunch im laufenden Betrieb so anspruchsvoll ist.
Eine Website von Grund auf umzubauen, während sie weiterläuft, ist ungefähr so, als würde man einen Laden renovieren, ohne die Türen zu schliessen. Die Kundschaft soll weiter einkaufen können, während im Hintergrund Regale verschoben und Leitungen neu verlegt werden. Vor genau dieser Aufgabe stand Apomeds im vergangenen Jahr. Das Unternehmen hat seine Benutzeroberfläche grundlegend überarbeitet, um ein umfassenderes und besseres Angebot zu schaffen, ohne dass die Nutzerfreundlichkeit darunter leidet. Leichter gesagt als getan, denn technisch wie produktseitig standen zahlreiche Entscheidungen an, die sich nicht ohne vorherige Tests umsetzen liessen. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie Apomeds den Relaunch im Live-Betrieb gestemmt hat, was das neue Multi-Apotheken-Modell kann und worin sich das Angebot des Unternehmens unterscheidet.
Warum überhaupt ein Relaunch?
Digitale Plattformen stehen nie still. Websites und Oberflächen werden laufend optimiert, um neue technische Möglichkeiten zu nutzen und sich an die veränderten Bedürfnisse der Nutzer anzupassen. Weil sich auch die technische Infrastruktur ständig weiterentwickelt, kommen Betreiber nicht darum herum, ihre Plattformen regelmässig zu erneuern. Ein Relaunch soll technische und produktbezogene Funktionen verbessern und gleichzeitig die Nutzererfahrung aufwerten. Für viele Unternehmen ist das ein Drahtseilakt. Ein Umbau bringt nämlich oft Einschränkungen mit sich, die ausgerechnet diese Nutzererfahrung beeinträchtigen, und je länger er dauert, desto deutlicher spüren die Nutzer das. Im schlimmsten Fall wandern sie zur Konkurrenz ab.
Bei Apomeds gab es gleich mehrere Gründe für eine umfassende Neugestaltung. Im Mittelpunkt standen technische und funktionale Aspekte: Die Plattform sollte an aktuelle Entwicklungen angepasst und nutzerfreundlicher werden. Ausserdem wollte Apomeds sein Produktangebot erweitern und die Funktionen für ein Multi-Apotheken-Modell weiterentwickeln. Als Gesundheitsplattform hat Apomeds den Anspruch, Patienten, Apotheken und medizinisches Fachpersonal an einem Ort zusammenzubringen und mithilfe aktueller Technologien ein eigenständiges digitales Nutzererlebnis zu schaffen.
Schon die Planung war aufwendig und zog sich über viele Monate. Die zentrale Frage lautete: Wie erreicht man die Ziele des Umbaus, ohne die Nutzerfreundlichkeit zu opfern? Für Apomeds stand fest, dass die bestehende Plattform weiterlaufen und der Relaunch möglichst unbemerkt im Hintergrund stattfinden sollte. Nur so liess sich ein nahtloser Übergang sicherstellen, bei dem keine Funktion auf der Strecke bleibt.
Ziel des Relaunchs war es, das Netzwerk aus zugelassenen Ärzten, medizinischem Fachpersonal und Apotheken auszubauen, um digitale ärztliche Beratung und Versorgung zu ermöglichen. Apomeds sollte als Schnittstelle zwischen Patienten, Ärzten und Apotheken dienen, sodass sich Nutzer bequem von zu Hause aus medizinisch beraten lassen können. Ein neuer Anstrich hätte dafür nicht gereicht. Es ging vielmehr um die Weiterentwicklung auf Produkt- und Technikebene, um Apomeds noch konsequenter auf das Multi-Apotheken-Modell auszurichten.
Vorbereitung und Umsetzung: Ein technischer Blick auf den Umbau
Die eigentliche Herausforderung bestand darin, die Plattform neu zu strukturieren, während sie weiterlief. Allein die Planungsphase dauerte Monate, denn CTO Max Boboshko und Head of Product Ori Moyal mussten zunächst die bestehenden Strukturen erfassen und herausfinden, welche technischen Anforderungen und Stolpersteine auf sie warteten. Erst danach ging es um die Frage, welche Bereiche verändert werden sollten und wie das im Detail umzusetzen war. Dass sich so etwas nicht über Nacht erledigen lässt, war Apomeds von Anfang an klar. Inzwischen gilt der Relaunch als einer der umfangreichsten der vergangenen Jahre.
Auf die Frage, wann die neue Version von Apomeds online gehen werde, antwortete Max Boboshko im Interview: „Ein Relaunch ist nicht einfach nur ein neues Frontend. Dahinter stecken Hunderte kleiner Entscheidungen, und jede einzelne muss getestet werden, bevor sie live geht.“ Ori Moyal ergänzt: „Uns war wichtig, dass das Redesign nicht nur anders aussieht, sondern unseren Patienten auch ein besseres und reibungsloseres Erlebnis bietet.“
Weil die bestehende Website während der schrittweisen Umstellung online bleiben sollte, war es besonders knifflig, neue Komponenten und Funktionen im laufenden Betrieb zu integrieren, ohne Bestehendes zu beeinträchtigen. Jede neu entwickelte Funktion musste vorab gründlich getestet werden, damit alte und neue Systeme reibungslos zusammenspielen.
Eine zentrale Entscheidung war, zahlreiche Apotheken mit unterschiedlichen Lagerbeständen und Produktprofilen in ein Multi-Apotheken-Modell einzubinden und so die Auswahl für die Kunden zu erweitern und zu verbessern. Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln können Kunden ihre Medikamente sowohl mit einem Papierrezept als auch mit einem E-Rezept bestellen, im Grunde bequem vom Sofa aus. Dafür hat Apomeds nicht nur zahlreiche Apotheken, sondern auch Ärzte und Kliniken auf seiner Plattform zusammengeführt, die fachkundige medizinische Beratung bieten. Das Konzept wirkte anfangs ziemlich komplex. Es bot aber zugleich die Chance, sich mit diesem Alleinstellungsmerkmal klar vom Wettbewerb abzuheben und die Website gezielt auf die Bedürfnisse der Nutzer zuzuschneiden.
Das Besondere daran: Weil sich die Sortimente der Partnerapotheken gegenseitig ergänzen, ist das passende Medikament immer verfügbar. Ist ein Präparat in einer Apotheke nicht vorrätig, bekommen Kunden davon gar nichts mit, denn die Plattform schlägt automatisch eine Partnerapotheke vor, die es auf Lager hat. Ein bisschen wie bei einem Staffellauf, bei dem der Stab einfach an den nächsten Läufer weitergegeben wird, ohne dass das Rennen ins Stocken gerät.
Ein weiteres Ziel war es, Kunden rund um die Uhr Zugang zu medizinischem Fachpersonal zu bieten, statt sie wochenlang auf einen Arzttermin warten zu lassen. Mit dieser technischen Umsetzung konnte Apomeds eine wichtige Lücke im Zugang zur Gesundheitsversorgung schliessen, gerade im ländlichen Raum. Die Schwierigkeit lag darin, aus einem Netzwerk unabhängiger Partner eine Plattform zu formen, die zuverlässig und fehlerfrei funktioniert.
Welche Rolle spielen Nutzerforschung, Performance-Tests und ein schrittweiser Rollout?
Damit der laufende Betrieb nicht gestört wurde, rollte Apomeds die technischen Neuerungen in Etappen aus. Nutzerforschung hatte dabei von Anfang an oberste Priorität. Es ging darum herauszufinden, welche Anforderungen und Bedürfnisse der Nutzer in die Weiterentwicklung der Plattform einfliessen sollten. Unter anderem wollte Apomeds wissen, wie sich der Service verbessern lässt und was sich Kunden von einer ärztlichen Beratung wünschen. Ein wichtiger Punkt waren ausserdem die langen Wartezeiten, die Patienten etwa im Wartezimmer oder bei der Terminvergabe in Kauf nehmen müssen.
Mit dem Ausbau des Multi-Apotheken-Modells sollte die Plattform Abläufe rund um die ärztliche Beratung vereinfachen und Patienten schneller Zugang zu medizinischer Versorgung verschaffen. Durch die Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnerapotheken wollte Apomeds zudem sicherstellen, dass medizinische Produkte auch dann verfügbar sind, wenn sie branchenweit knapp werden. Das neue Modell bündelt mehrere Apotheken mit unterschiedlichen Lagerbeständen auf einer Plattform und sorgt so dafür, dass verschiedene Produkte verfügbar bleiben.
Bevor eine Funktion Teil des Relaunchs werden durfte, musste sie ausführlich getestet werden. So konnte das Team prüfen, ob die technischen Neuerungen wie erwartet funktionierten und ob es zu unerwarteten Ausfällen kam. Der schrittweise Rollout hatte noch einen weiteren Vorteil: Einzelne Änderungen liessen sich zunächst im Live-Betrieb beobachten, ohne die bestehende Website auf einen Schlag umstellen zu müssen. Statt eines Lichtschalters, den man umlegt, also eher ein Dimmer, der langsam hochgedreht wird. Gleichzeitig hat Apomeds mit diesen Neuerungen eine skalierbare Grundlage geschaffen, um künftig noch mehr Partner in das Multi-Apotheken-Modell einzubinden.
Seit dem Relaunch setzt Apomeds auf einen dreistufigen Ablauf. Zuerst findet eine ärztliche Beratung statt, die je nach Einzelfall durch einen Termin vor Ort bei einem Arzt in der Nähe ergänzt werden kann. Ist es medizinisch angezeigt, stellt der Arzt im Anschluss ein Rezept aus, das der Patient in einer Apotheke seiner Wahl einlösen kann, auch in einer der über Apomeds angebundenen Versandapotheken. Die Lieferung durch die Partnerapotheken dauert in der Regel zwei bis drei Werktage.
Fazit: Ein Multi-Apotheken-Modell als Fundament für eine bessere Nutzererfahrung
Mit seinem Multi-Apotheken-Modell hat Apomeds im vergangenen Jahr eine Plattform geschaffen, die Patienten, Ärzte, Kliniken und Apotheken zusammenbringt. Bemerkenswert ist vor allem der Weg dorthin: Um den laufenden Betrieb nicht zu stören, setzte das Unternehmen die technischen Neuerungen schrittweise im Hintergrund um. Herausgekommen ist eine modular aufgebaute Plattform, die einen bequemen Zugang zu ärztlicher Beratung ermöglicht. Wer ein ärztliches Rezept erhalten hat, kann es direkt im Anschluss als Papier- oder E-Rezept in einer Apotheke einlösen und dabei auf einzelnen Etappen oder auf dem gesamten Weg auf die Partner von Apomeds zurückgreifen. (Apomeds/mc/hfu)