VP Bank Spotanalyse: US-Arbeitsmarkt zeigt keine Schwäche

VP Bank Spotanalyse: US-Arbeitsmarkt zeigt keine Schwäche
Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank. (Foto: VP Bank)

In den USA sind im Oktober 165’000 neue Stellen ausserhalb des Landwirtschaftssektors geschaffen worden. Das gesamte Datenmaterial ist eine einzige Aufforderung an die Fed, den Zins im Dezember erneut anzuheben. Es wurde nämlich auch der Vormonatswert nach oben revidiert, und zwar von 29’000 auf 60’000. Darüber hinaus fällt die Arbeitslosenquote von 4.2 % auf 4.1 %.

von Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank

Die Beschäftigung im Bereich der unternehmensorientierten Dienstleistungen nahm im Oktober um 70’000 zu, was deutlich über dem monatlichen Durchschnittszuwachs von 15’000 in den vorangegangenen 12 Monaten liegt. Seit dem Tiefstand im Oktober 2025 wurden in diesem Sektor insgesamt 269’000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Aber auch in der Industrie setzt sich der Aufwärtstrend fort. Dort stieg die Beschäftigung im Oktober um 19’000 und ist seit dem letzten Tief im Dezember 2025 um 101’000 gestiegen.

So gut der Arbeitsmarktbericht ausfällt, an den Finanzmärkten dürfte er lediglich am Rande zur Kenntnis genommen werden. Im Mittelpunkt steht derzeit die Frage, inwieweit die Demokraten nach den Zwischenwahlen ihre neugewonnene Stärke nutzen, um den Bau von Datenzentren zu bremsen.

Für die Notenbank ist die Debatte über Rechenzentren von grösserer Relevanz als die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Investitionen in die Infrastruktur rund um künstliche Intelligenz (KI) sind ein wesentlicher Treiber des Wirtschaftswachstums und damit eine relevante Grösse für die Inflation und die Geldpolitik. Die jüngste Abwärtsbewegung an den Aktienmärkten verschlechtert darüber hinaus die Finanzierungsbedingungen.

Die Fed wird wohl im Dezember den Leitzins anheben müssen. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich kräftig, gleichzeitig dürfte die Inflationsrate im Oktober auf 4 % ansteigen. Auch die Kernteuerung wird wohl weiter moderat zulegen. (VP Bank/mc)

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