Accenture: Klimarelevante Mengen CO2 aus der Luft filtern

Climeworks
Bei der von Climeworks eingesetzten DAC-Technologie strömt die Luft durch Filter, die ihr einen Großssteils des CO2 entziehen. (Copyright Climeworks Photo by Julia Dunlop)

Zürich – Das zu Ende gehende Jahr 2019 beschliesst laut einem Bericht, der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ein Jahrzehnt mit „aussergewöhnlicher globaler Hitze, rückläufigem Eis und Rekordmeeresspiegel“. Die Forscher haben von Menschen verursachte Treibhausgase als Ursache hierfür ausgemacht. Die vorläufige Stellungnahme der WMO zum Zustand des Weltklimas besagt, dass die globale Durchschnittstemperatur im Jahr 2019 (Januar bis Oktober) etwa 1,1 Grad Celsius über der vorindustriellen Zeit lag.

Die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre erreichte schon 2018 mit 407,8 ppm (ppm – parts per million) ein Rekordniveau und stieg 2019 weiter an. CO2 hält sich über Jahrhunderte in der Atmosphäre und noch länger im Meer. Der Ozean, der als Puffer durch die Aufnahme von Wärme und Kohlendioxid dient, zahlt einen hohen Preis. Die Meereswärme ist auf Rekordniveau und es gab weit verbreitete Meereswärmewellen. Das Meerwasser ist 26 Prozent saurer als zu Beginn des Industriezeitalters. Lebendige Meeresökosysteme werden geschädigt.

„Wenn wir jetzt keine dringenden Klimaschutzmassnahmen ergreifen, dann gehen wir bis zum Ende des Jahrhunderts auf einen Temperaturanstieg von mehr als 3°C zu, mit immer schädlicheren Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden“, kommentiert WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. Laut WMO sind die CO2-Konzentrationen auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Sie liegen inzwischen so hoch wie seit 15 Millionen Jahren nicht mehr.

Was kann man aktiv tun?
Die 2009 in Zürich gegründete Climeworks AG und Accenture arbeiten mit dem Ziel, die Direct Air Capture (DAC)-Technologie schneller zu skalieren, zusammen. Accenture unterstützt das Schweizer Unternehmen in diesem Rahmen mit speziellen Innovationspaketen.

Climeworks will klimarelevante Mengen CO2 aus der Luft filtern. Dabei wird das CO2 mittels DAC-Technologie direkt aus der Luft abgefangen: Die Luft strömt durch einen Filter, in dem ihr ein Grossteil des CO2 entzogen wird. Ergebnis des Verfahrens ist die Erzeugung eines konzentrierten CO2-Stroms zur Speicherung oder Nutzung. Besonders vorteilhaft an DAC sind der geringe physische Fussabdruck und die Skalierbarkeit.

Wo liegt der Vorteil von DAC?
Beim klassischen CCS (Carbon Capture and Storage) wird das CO2 aus konzentrierten Punktquellen (beispielsweise in Kohlekraftwerken) abgefangen. Demgegenüber entnimmt das DAC das CO2 direkt aus der Luft, was das Verfahren einzigartig macht. Da DAC-Anlagen überall gebaut werden können, ist ein CO2-Transport nicht erforderlich. Da Luft eine unendliche Ressource ist, kann DAC tatsächlich die langfristige weltweite CO2-Versorgung sicherstellen. In naher Zukunft werden viele Punktquellen auslaufen (Stichwort Energiewende), was Auswirkungen auf die Deckung des weltweiten CO2-Bedarfs hat.

Das aus der Luft gefilterte CO2 lässt sich klimapositiv mittels des CarbFix Prozesses unterirdisch versteinern wie das Climeworks mit Ihrer Anlage in Island in Zusammenarbeit mit CarbFix macht. (Copyright: Photo by Sandra O Snaebjornsdottir)

Denn CO2 ist zwar für den Treibhaus-Effekt verantwortlich, wird aber auch beispielsweise für erneuerbare Kraftstoffe oder Materialien benötigt. In Treibhäusern könnte das CO2 als Wachstumsbeschleuniger für Pflanzen, in Industrieanlagen als Rohstoff für die Mineralwasser-, Kunststoffproduktion oder Energiespeicherung dienen. Es lässt sich aber auch einfach versteinern und so klimapositiv mittels des CarbFix Prozesses unterirdisch versteinern wie das Climeworks mit Ihrer Anlage in Island in Zusammenarbeit mit CarbFix macht. Ein weiterer Vorteil: Wird Kohlendioxid mithilfe erneuerbarer Energien aus der Luft gefiltert, können auch nicht vermeidbare CO2-Emissionen adressiert werden, bei denen eine Umstellung auf kohlenstofffreie Technologien nur schwer möglich ist, wie beispielsweise im Flugverkehr oder in der Hochseeschifffahrt.

Welche Rolle spielt Accenture?
Ein wichtiger Aspekt bei der Kooperation liegt auf den Themen IT und Daten – wie bei vielen Accenture-Projekten. Unter anderem geht es um die Hilfe bei der Definition der IT-Strategie, die Weiterentwicklung der Software, die Vernetzung der Standorte und die Analyse der Betriebsdaten. Zudem unterstützt das Beratungsunternehmen Climeworks bei der Markterschliessung. „Wir wollen Teil der Climeworks-Lösung werden“, kommentiert Stéphane Piqué, Leiter des Geschäftsbereichs Industry X.0 bei Accenture in der Schweiz und dort verantwortlich für das Climeworks Innovationsprogramm. Die Accenture-Expertise quer durch viele Branchen erlaube eine rasche und punktgenaue Analyse der Marktpotenziale, um mögliche Kunden zu identifizieren. Vielversprechende Geschäftsbereiche, in denen sich Unternehmen besonders für klimaneutrale Technologien interessieren, seien bereits identifiziert. Dabei arbeiten die Berater aus verschiedenen Ländern teilweise in ihrer Freizeit, um das Projekt voranzubringen.

Die Mitarbeitenden von Accenture verknüpfen durch ihr Engagement für Climeworks, ihre beruflichen Kernkompetenzen in einer beratenden Funktion mit der Möglichkeit sich in einem CSR Projekt für ein besseres Klima einzusetzen. (Accenture/mc)

Accenture
Climeworks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.