Forscher finden Hirnareal für Gerechtigkeitssinn

Forscher finden Hirnareal für Gerechtigkeitssinn

Gehirn: DLPFC beurteilt Straftaten.

Nashville / Cambridge – Der menschliche Gerechtigkeitssinn geht vom dorsolateralen präfrontalen Kortex (DLPFC) aus. Diese spezielle Gehirnregion haben Forscher der Harvard University zusammen mit Kollegen der Vanderbilt University ermittelt. Laut den Wissenschaftlern kann dieses Hirnareal dabei helfen, eine angemessene Bestrafung auszuwählen.

Magnetfeld beeinflusst Hirnareal
66 Probanden wurden aufgefordert, die jeweilige Schuld beziehungsweise das verdiente Strafmass in mehren hypothetischen Situationen einzuschätzen. Die Tatbestände reichten von Körperverletzung bis hin zu Mord. Zusätzlich sind auch mildernde Umstände wie zum Beispiel Nötigung oder eine Psychose einbezogen worden. Während die Testpersonen diese Zuordnung trafen, wurde der DLPFC von 33 durch repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) gestört. Die anderen 33 Teilnehmer erhielten lediglich eine Placebo-rTMS.

Bei jenen 33 Personen, deren DLPFC durch die magnetischen Felder tatsächlich stimuliert worden ist, blieb die Beurteilung der Schuld gleich, während sich das Strafmass eindeutig senkte. Eine vertiefte Analyse hat gezeigt, dass die rTMS die Probanden dazu veranlasst hat, ihre Entscheidungen bezüglich der Bestrafung eher von den Konsequenzen einer Straftat als von den Intentionen des Täters abhängig zu machen. Somit wurde das Strafmass reduziert, wenn ein vorsätzliches Verbrechen nur einen minimalen Schaden zur Folge hatte.

Strafe wiegt schwerer als Schuld
In einem zweiten Experiment wurde das Gehirn mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRI) untersucht, während die Personen die Schuldigkeit oder das Strafmass bewerteten. Dabei hat sich eine erhöhte Hirnaktivität bei Entscheidungen hinsichtlich der Bestrafung gezeigt. Zusätzlich wurde eine erhöhte Sensibilität für moralische Verantwortung deutlich, wenn es um die Einschätzung des Strafmasses ging und nicht um die Bewertung der Schuldigkeit. Dies zeigt, dass die DLPFC-Information hinsichtlich der Intention und des verursachten Schadens gewichtet, um zu einer angemessenen Strafe zu gelangen. (pte/mc/ps)

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