Millennials fordern mehr Diversität in Unternehmen

Millenials

Zürich – Mit dem fortschreitenden Generationswechsel wächst einer internationalen Studie der Personalberatung Egon Zehnder zufolge der Druck auf die Führungskultur von Unternehmen. In der Befragung von 2500 Führungskräften in sieben Ländern nannten fast zwei Drittel der um die Jahrtausendwende ins Berufsleben eingetretenen “Millennials” Diversität als wichtigste Eigenschaft ihrer Firma. Bei den aus dem Berufsleben ausscheidenden Babyboomern waren es nur 51 Prozent.

Mit der Übernahme der Unternehmen durch die jüngeren Generationen verändern sich ausserdem die Erwartungen an die Führungspersönlichkeiten. So verlangen Millennials vor allem Nahbarkeit, starke Werte und visionäres Denken von ihren Chefs – und fordern persönliche Begleitung und Förderung. Die Kluft zwischen den Generationen ist der Studie zufolge grösser als der Unterschied zwischen den Geschlechtern: «Frauen und Männer der jüngeren Generation haben fast die gleichen Ansprüche an die Führungsqualitäten ihrer Vorgesetzten und an die Diversität in ihren Unternehmen», so Simone Stebler, Beraterin und Leiterin der Diversity & Inclusion Practice bei Egon Zehnder.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

Diversität

  • Ein vielfältiger Arbeitsplatz ist für die jüngeren Generationen von herausragender Bedeutung: Millennials (65 Prozent) und Angehörige der etwa zwischen 1965 und 1980 geborenen “Gen X” (61 Prozent) nannten Diversität besonders wichtig. Bei den Babyboomern waren es 51 Prozent. 62 Prozent der Millennials gaben zudem an, ein diverses Arbeitsumfeld sei sehr wichtig für den Erfolg ihrer Organisation.
  • Mehr als die Hälfte aller Befragten stimmte der Aussage zu, in ihrem Unternehmen bestehe Chancengleichheit. Allerdings bejahten dies nur 57 Prozent der weiblichen “Gen Xers”, aber 63 Prozent der weiblichen Millennials.

Erwartungen an Führungskräfte

  • Auf die Frage nach der wichtigsten Eigenschaft von Führungspersönlichkeiten nannten die unter 35-Jährigen am häufigsten “Nahbarkeit”. Noch ausgeprägter war diese Präferenz bei den jüngeren Männern: 55 Prozent der männlichen Millennials stimmten dieser Aussage zu, aber nur 32 Prozent der männlichen Babyboomer.Babyboomer schätzen die Widerstandsfähigkeit von Führungspersönlichkeiten – 35 Prozent nannten dies eine wichtige Eigenschaft, aber nur 21 Prozent der Millennials.
  • Millennials stimmten zudem häufiger der Aussage zu, dass ihre Führungskräfte die von ihnen gewünschten Eigenschaften auch verkörperten (38 Prozent). Dagegen waren es bei den Babyboomern nur 22 Prozent und den Gen Xers 26 Prozent.

Karriere-Entwicklung

  • Eine weit überwiegende Mehrheit aller Befragten (86 Prozent) berichtete von Widerständen auf ihrem Karriereweg. Allerdings gaben ein Drittel der Babyboomer an, in ihrer beruflichen Entwicklung nicht auf Barrieren gestossen zu sein.
  • Auf die Frage nach Faktoren, die ihre berufliche Entwicklung einschränken, nannten mehr als zweimal so viele Millennials (35 Prozent) als Babyboomer (17 Prozent) fehlende Mentoren und Sponsoren.
  • Die Karrierewünsche von Frauen und Männern haben sich nahezu angeglichen: 27 Prozent der Frauen und 31 Prozent der Männer gaben an, sie wollten die strategische Führungsebene ihrer Organisation erreichen. Für Frauen ist der Weg an die Spitze aber ungleich schwerer: Dem Egon Zehnder Global Board Diversity Tracker von 2018 zufolge stellen Frauen weltweit nur 3,7 Prozent der CEOs und 12,2 Prozent der CFOs.

Motivation

  • Millennials (86 Prozent) stimmen eher der Aussage zu, dass ihre Work-Life-Balance stimmt. Bei den Gen Xers sind dies 80 Prozent, bei den Babyboomern 78 Prozent.
  • Männer und Frauen gaben nahezu identische Antworten auf die Frage nach ihren persönlichen und beruflichen Prioritäten. Für 27 Prozent steht der Beruf an erster Stelle, 17 Prozent nannten ihr Privatleben und 56 die Balance zwischen beidem.

Die Erwartungen an die Chefetagen verändern sich spürbar. «Um angemessen auf die Bedürfnisse der jüngeren Generationen einzugehen, müssen Führungspersönlichkeiten heute vor allem visionäres Denken, einen starken Wertekompass und Bescheidenheit unter Beweis stellen», so Simone Stebler. «Die Studie belegt eindrucksvoll, wie wichtig Diversität und Chancengleichheit vor allem für jüngere Führungskräfte sind». (Egon Zehnder/mc/ps)

Die Studie wurde im Kontext der 2016 von Egon Zehnder ins Leben gerufenen Leaders & Daughters-Initiative erstellt und findet sich auf www.egonzehnder.com

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