sgv: Nein zur Ernährungsinitiative – Wir brauchen keine Staats-Nanny

sgv: Nein zur Ernährungsinitiative – Wir brauchen keine Staats-Nanny
sgv-Präsident Fabio Regazzi. (Foto: sgv)

Eine Stellungnahme des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv

Bern – Die Ernährungsinitiative schränkt die Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten ein, belastet KMU mit zusätzlicher Bürokratie und gefährdet die landwirtschaftliche Produktion in der Tessiner Bergregion. Der Schweizerische Gewerbeverband sgv lehnt die Initiative deshalb klar ab, weil sie auf staatliche Lenkung statt auf Eigenverantwortung setzt.

«Die Menschen sollen selbst entscheiden können, wie sie sich ernähren möchten», sagt Fabio Regazzi, Tessiner Ständerat und Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes. Wer sich vegetarisch oder vegan ernähren wolle, solle dies tun können. Wer tierische Produkte konsumiere, solle dieselbe Freiheit behalten. Die Initiative setze dagegen auf staatliche Vorgaben statt auf Eigenverantwortung.

«Wir brauchen keine Staats-Nanny, die uns Vorschriften macht im Bereich der Ernährung, als seien wir kleine Kinder, die nicht selbst entscheiden können, was auf den Teller kommt», sagt er. Zumal KMU bei einer Annahme der Initiative mit mehr Bürokratie und noch mehr Staat rechnen müssten. «Für KMU würde die Initiative zusätzliche Vorschriften, Kontrollen und administrative Belastungen mit sich bringen. Betroffen wären insbesondere Unternehmen der Lebensmittelverarbeitung und des Gewerbes inklusive der Gastronomie.»

Negative Auswirkungen auf Berg- und Randregionen
Besonders kritisch beurteilt Regazzi die Auswirkungen auf die Berg- und Randregionen der Schweiz. Gerade im Tessin, aber auch in vielen anderen alpinen Gebieten, seien grosse Teile der landwirtschaftlichen Nutzflächen für den Ackerbau ungeeignet. Die nachhaltigste Form ihrer Bewirtschaftung sei die Haltung von Rindern, Schafen oder Ziegen. Eine Schwächung der Tierhaltung würde deshalb insbesondere die Berg- und Randregionen treffen.

«Die Menschen sollen selbst entscheiden können, wie sie sich ernähren möchten. Wir brauchen keine Staats-Nanny, die uns Vorschriften macht im Bereich der Ernährung, als seien wir kleine Kinder, die nicht selbst entscheiden können, was auf den Teller kommt.»

Fabio Regazzi, Ständerat Die Mitte/TI und Präsident des sgv

Versorgungssicherheit durch Vielfalt an Produktion
Er weist zudem auf die Bedeutung der Versorgungssicherheit hin. Die Initiative drohe, die Produktionsmöglichkeiten in der Schweiz einzuschränken, ohne die Nachfrage nach Lebensmitteln zu reduzieren. Dies würde zwangsläufig zu höheren Importen führen – oftmals aus Ländern mit deutlich tieferen Umwelt-, Tierwohl- und Sozialstandards.

Die Schweizer Bäuerinnen und Bauern produzierten bereits heute nach hohen Standards und gehörten international zu den Vorreitern in den Bereichen Qualität, Tierwohl und Umweltverträglichkeit. Weitere Fortschritte sollten durch Innovation, technische Entwicklungen und marktwirtschaftliche Anreize erreicht werden – nicht durch zusätzliche Vorschriften und Verbote.

Für den sgv bringt die Initiative mehr Regulierung, mehr Bürokratie und weniger Wahlfreiheit. Sie belastet KMU und schwächt die Ver­sor­gungssicherheit. Der Verband empfiehlt deshalb ein Nein zur Ernährungsinitiative. (sgv/mc/ps)

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