Strompreise 2027: In Graubünden liegen Welten zwischen den Gemeinden

Strompreise 2027: In Graubünden liegen Welten zwischen den Gemeinden
(Bild: © Gina Sanders / AdobeStock)

Chur – Schweizweit wird Strom 2027 leicht günstiger. Graubünden bleibt aber über dem Landesmittel – und innerhalb des Kantons klaffen die Preise so weit auseinander wie kaum anderswo.

Die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom hat die Tarife für 2027 veröffentlicht. Ein typischer Haushalt zahlt im Schweizer Median 26,5 Rappen pro Kilowattstunde, 1,2 Rappen weniger als im Vorjahr – vor allem dank tieferer Beschaffungskosten. Viele Versorger können teure Einkaufsverträge auslaufen lassen.

Graubünden über dem Schnitt
Für den Kanton weist die ElCom-Karte beim Verbrauchsprofil H4 einen Wert von 28,55 Rappen aus. Damit liegt Graubünden höher als Glarus (26,55), Bern (27,95) oder Thurgau (28,29), aber unter St. Gallen (30,11) und Basel-Stadt (33,42).

Von 10 bis über 35 Rappen
Der kantonale Mittelwert verdeckt eine enorme Spannweite. Ferrera und Rongellen haben den günstigsten Strom der ganzen Schweiz: Ein typischer Haushalt zahlt dort rund 10,6 Rappen pro Kilowattstunde, also etwa 475 Franken im Jahr. Am anderen Ende stehen Bündner Gemeinden, wo der Preis um mehr als 25 Rappen höher liegt – mehr als das Dreifache.

Die Gründe liegen vor allem in der Beschaffung: Laut ElCom hängen die lokalen Unterschiede stark vom Anteil Eigenproduktion und von der Einkaufsstrategie ab. Dazu kommen Netznutzung, Messkosten, Abgaben an Kanton und Gemeinden sowie der nationale Netzzuschlag.

Repower: leicht tiefere Rechnung, neue Tarife
Beim grössten Bündner Versorger sinken die Haushaltskosten 2027 leicht; ein Haushalt mit 4500 kWh zahlt inklusive MWST rund 1449 Franken. Das Standardprodukt Grischunpower kennt neu unterschiedliche Sommer- und Winterpreise, zusätzlich gibt es den freiwilligen variablen Tarif Optima.

Südtäler im Wandel
Besonders teuer war Strom bisher im Misox und im Calancatal – 2024 zahlte man in Castaneda 41 Rappen, in Rongellen weniger als 11. Die Repower-Tochter Repower Moesano mit Sitz in Grono löst dort die Tessiner AET ab. Weil die laufenden Verträge erst Ende 2027 enden, verbilligt Repower den Bezug vorerst mit 5 Rappen pro Kilowattstunde.

Ausblick
Entwarnung gibt die ElCom nicht ganz: Der starke Preisanstieg im Grosshandel seit dem Iran-Krieg ab März 2026 schlägt 2027 kaum durch, könnte sich aber in späteren Jahren bemerkbar machen. Die derzeit wenig gefüllten Stauseen seien hingegen nicht entscheidend. (südostschweiz/mc/hfu/KI)


Die neuen Tarife gelten ab 1. Januar 2027 und sind pro Gemeinde unter strompreis.elcom.admin.ch abrufbar.

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