Credit-Suisse-Aktie sinkt auf immer neue Tiefstwerte

Credit-Suisse-Aktie sinkt auf immer neue Tiefstwerte

Zürich – Die Aktien der Credit Suisse kennen seit langem nur eine Richtung: abwärts. Jüngste Spekulationen über eine anstehende milliardenschwere Kapitalerhöhung haben die Papiere der Schweizer Grossbank am Freitag massiv weiter an Boden verlieren lassen. Der zu Jahresbeginn noch bei gut 9 Franken gehandelte Titel der Grossbank sank dabei nahe an die Marke von 4 Franken.

Die Credit Suisse-Aktien schlossen am Freitagabend an einer insgesamt schwachen Börse um gut 12 Prozent im Minus auf 4,07 Franken. Kurz zuvor hatten sie ein neues Allzeittief bei 4,04 Franken markiert. Begonnen hatte der jüngste Kursrutsch allerdings bereits am Donnerstag, als der Aktienkurs um 5,5 Prozent fiel.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte am Donnerstagabend unter Berufung auf Insider berichtet, dass die Credit Suisse mit Grossinvestoren Gespräche über eine milliardenschwere Kapitalerhöhung führt. Die Bank habe bereits vor einigen Wochen damit begonnen, bedeutende Anleger auf eine solche Massnahme einzustimmen, hiess es in dem Bericht.

Bezüglich der Marktgerüchte verwies die CS gegenüber der Nachrichtenagentur AWP – wie stets in den vergangenen Wochen – auf ihre im Juli angekündigte «umfassende Strategieüberprüfung», über deren Fortschritt Ende Oktober zusammen mit den Drittquartalszahlen kommuniziert werde. «Es wäre verfrüht, sich vor diesem Zeitpunkt zu möglichen Ergebnissen zu äussern», so eine Sprecherin.

Gerüchteküche brodelt
Seit die CS zusammen mit dem Austausch des CEO ihr Strategie-Update angekündigt hatte, brodelt die Gerüchteküche allerdings. So waren in den vergangenen Tagen verschiedenste Spekulationen über Strategieänderungen – unter anderem eine mögliche Wiederbenennung der US-Investmentbank in «First Boston» oder ein grosser Stellenabbau – ins Spiel gebracht worden.

Am Donnerstag hatte die «Financial Times» etwa auch über eine Zerschlagung der Investmentbank spekuliert, um eben eine Kapitalerhöhung zu verhindern. Dem Medienbericht zufolge werde derzeit geprüft, die Investmentbank in drei Teile aufzuteilen: das Beratungsgeschäft, das zu einem späteren Zeitpunkt ausgegliedert werden könnte, eine später abzuwickelnde «Bad Bank» für risikoreiche Vermögenswerte und das verbleibende Geschäft. Auch hier hatte die CS auf ihre laufende Strategieüberprüfung verwiesen.

Verwässerung der Anteile
Ein ZKB-Analyst verwies am Freitag in einem Kommentar auf die Ankündigung der CS, im Investment Banking «Optionen» für das Geschäft mit verbrieften Krediten (Securitized Products) zu prüfen. Vom Markt werde der Wert dieses Bereichs auf bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar geschätzt, so der ZKB-Experte.

Mit dem potenziellen Verkauf und dem Abbau von Risiken in der Bilanz fehlten aber bis zu 4 Milliarden für die anstehende Restrukturierung, die Wachstumspläne in der Vermögensverwaltung sowie für die Äufnung von Eigenkapital. Das würde bei einer Marktkapitalisierung von rund 12 Milliarden eine signifikante Verwässerung für die bestehenden Aktionäre bedeuten.

Der Verkauf einer Beteiligung des Bereichs «Securitized Products» könnte andere Kapitalmassnahmen begrenzen, daher sehe er das positiv, meinte dagegen ein UBS-Analyst. Es seien in naher Zukunft grosse Ankündigungen zu erwarten, das sei ebenfalls potentiell positiv.

Am Markt sind die Erwartungen mittlerweile entsprechend hoch. Das Management müsste jetzt bis Ende Oktober definitiv mit positiven Neuigkeiten aufwarten, damit sich der Aktienkurs stabilisieren könnte. (awp/mc/ps)

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