Impact Investing: Vermögende Privatanleger dürften Allokationen bis 2025 beinahe verdoppeln

Nachhaltigkeit
(Adobe Stock)

London – Ein neuer Studienreport von Campden Wealth, Global Impact Solutions Today (GIST) und Barclays Private Bank gibt Aufschluss über den Anstieg der Investitionen führender vermögender Privatanleger und Family Offices, der zur Beschleunigung eines positiven sozialen und ökologischen Wandels beitragen soll. Dies geht einher mit einer durchschnittlichen Portfolioallokation von 20 Prozent im Jahr 2019 auf 35 Prozent im Jahr 2025, was beinahe einer Verdoppelung entspricht.

Investments für Global Impact: Der mittlerweile im siebten Jahr herausgegebene Bericht mit dem Titel «A Power for Good» bietet einzigartige Einblicke in die Mentalität und Anlageaktivitäten einer Auswahl der weltweit vermögendsten Privatpersonen, Familien, Family Offices und deren Stiftungen, und wie sie mit ihrem Kapital positive Auswirkungen erzielen. Als weltweit massgebende Benchmark für all diejenigen, die an Impact Investing und Philanthropie interessiert sind, wurden für diese Studie Daten von mehr als 300 Befragten aus 41 Ländern erhoben, die über ein durchschnittliches Nettovermögen von 876 Millionen US$ und ein kumuliertes Nettovermögen von schätzungsweise 264 Milliarden US$ verfügen. Darüber hinaus beinhaltet der Bericht Fallstudien zu bekannten Anlegern und Philanthropen.

Vermögende Privatanleger engagieren sich zunehmend für Impact Investing
Der Anteil vermögender Anleger, die mehr als 20 Prozent ihres Portfolios für das Impact Investing aufwenden, wird voraussichtlich bereits im nächsten Jahr von 27 Prozent auf 39 Prozent steigen, während ein Viertel (27 Prozent) davon ausgeht, in fünf Jahren mehr als 50 Prozent ihres Portfolios ebenso zu investieren. Daher dürfte die durchschnittliche Portfolioallokation dieser Anleger für das Impact Investing von 20 Prozent im Jahr 2019 auf 35 Prozent im Jahr 2025 ansteigen.
Der Grund für diesen Anstieg ist die Überzeugung von zwei aus fünf Befragten (38 Prozent), dass sie Verantwortung dafür tragen, die Welt zu einem besserem Ort zu machen. Ein Viertel (24 Prozent) ist der Meinung, dass dieser Anlageansatz zu besseren Renditen und Risikoprofilen führt, während 26 Prozent den Beweis erbringen möchten, dass Familienvermögen einen weltweiten positiven Wandel bewirken können.

Klimawandel wird als weltweit grösste Bedrohung empfunden
Die Mehrheit der Anleger (82 Prozent) fühlt sich dafür verantwortlich, weltweit soziale und umweltfreundliche Initiativen zu fördern. Etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) glaubt diesbezüglich, dass die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels die grösste Gefahr für die Welt darstellen, und etwa vier von fünf (83 Prozent) befassen sich bereits mit den Auswirkungen des weltweit zu beobachtenden Klimawandels.

Aufgrund dieser Bedenken geben neun von zehn (87 Prozent) an, der Klimawandel spiele bei ihren Anlageentscheidungen eine Rolle.

Während knapp mehr als die Hälfte (53 Prozent) dieser vermögenden Anleger meint, Europa stehe bei klimaneutralen Initiativen weltweit an der Spitze, fordern 86 Prozent verstärkte Massnahmen von Seiten der Regierungen. Zugleich erkennen aber vier von fünf (81 Prozent) an, wie wichtig Kapital aus dem privatwirtschaftlichen Sektor im Kampf gegen den Klimawandel sein kann. Angesichts dessen würden zwei von fünf (39 Prozent) der Befragten gern über die Klimabilanz ihres Portfolios Bescheid wissen, um bei ihren Anlageentscheidungen entsprechend zu handeln, während in etwa einer von fünf (19 Prozent) bereits über diese Informationen verfügt.

Von denen, die bereits Zugriff auf Daten zur Klimabilanz ihrer Anlagen haben, beabsichtigen 13 Prozent diesen Informationen bei künftigen Anlagen Rechnung zu tragen, und 9 Prozent nutzen sie, um aktiv mit Zielvorgaben auf eine Verbesserung ihrer Klimabilanz hinzuarbeiten. Daraus wird ersichtlich, dass mehr Informationen über Kohlenstoffemissionen helfen können, eine positivere Wirkung zu entfachen.

COVID-19 verstärkt als eine Art «Weckruf» das Interesse an nachhaltigen Kapitalanlagen
COVID-19 hat das Bewusstsein der Menschen für die Welt um sie herum geschärft, sieben von zehn Befragten (69 Prozent) gaben an, diese Krise habe ihre Ansichten zu Kapitalanlagen und zur Wirtschaft beeinflusst. Beinahe die Hälfte (49 Prozent) ist der Überzeugung, dass es bei Kapitalanlagen zu keiner Rückkehr in Richtung «Normalität» kommen wird, selbst wenn die Krise überwunden ist, und einer von fünf (22 Prozent) der Befragten ist der Ansicht, dass der Markt für Impact Investing im Begriff ist, «abzuheben».

Als Hinweis darauf, dass die Auswirkungen auf das Impact Investing langfristiger Natur sein werden, geben zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten an, dass sie ihre Risikobewertung auszuweiten gedenken und mehr ESG-Faktoren miteinbeziehen werden. Dagegen befürworten 64 Prozent, dass die Krise einen tiefgreifenderen Gesinnungswandel in Bezug auf den Aktionärskapitalismus erzwingen wird. 69 Prozent pflichten bei, dass das Verhalten der Unternehmen während der Krise Einfluss auf ihre Attraktivität als Anlage danach haben wird.

Das Gesundheitswesen rangiert an zweiter Stelle der beliebtesten Sektoren für das Impact Investing. Hier geben beachtliche 84 Prozent an, dass sie im kommenden Jahr ihre Investitionen in diesem Sektor erhöhen wollen, und übertreffen damit anteilsmässig alle anderen Angaben.

Dr. Rebecca Gooch, Director of Research bei Campden Wealth: «Weltweit werden mittlerweile mehr als 30 Billionen US$ an Kapital nachhaltig1 investiert. Dieser Trend hin zum verantwortlichen Investieren nimmt unter den vermögenden Privatanlegern rapide an Fahrt auf. Ein beachtlicher Anteil der Vermögenden weist mittlerweile ein diesbezügliches Engagement auf, und erwartet wird, insbesondere seit COVID-19, dass ihre Investitionen in den kommenden Jahren erheblich zunehmen werden.
«Vermögende erkennen, in welch einem prekären Zustand sich die Welt befindet und welche Risiken und Gefahren sowohl für Individuen als auch für Unternehmen aufgrund von COVID-19 und des Klimawandels bestehen, und sie wollen handeln. Genau an diesem Punkt können intelligente Investments und sehr vermögende Anleger in Sachen Impact Investing und ESG-Anlagen etwas bewirken. Für viele geht es bei verantwortlichem Investieren nicht nur um einen ethischen Imperativ, sondern ganz einfach um gutes Geschäftsgebaren.»

Gamil de Chadarevian, Founder, Global Impact Solutions Today (GIST):
«Noch nie war der Zeitpunkt besser, um zügig auf Anlagen für nachhaltigen Fortschritt und intelligente Innovationen umzuschichten, und so für die Menschheit und den Planeten einen tiefgreifenden Wandel zu erreichen. »
«Wir haben diesen Bericht ins Leben gerufen, um diesen Wandel zu fördern und zu beschleunigen, indem wir als führende Wissensplattform dienen. Diese soll das Verständnis erweitern, Trends identifizieren und eine «Peer-to-Peer»-Benchmark für die Anleger in diesem Bereich schaffen.»

Damian Payiatakis, Head of Sustainable and Impact Investing, Barclays Private Bank: «Die Anleger stehen vor der Herausforderung, ihre Familien und ihre Portfolios sicher durch die Turbulenzen des Jahres 2020 zu navigieren. Das bedeutet, dass sie mehr Gespräche über die Zukunft führen müssen, etwa darüber, wie das Vermögen ihrer Familie eingesetzt werden kann, um ihren eigenen Werten und der Rolle, die sie in der Gesellschaft einnehmen wollen, stärker Rechnung zu tragen. »
«Familien überdenken die Auswirkungen ihres Kapitals und ergreifen anschliessend zunehmend die Initiative, indem sie vermehrt Allokationen in Bereichen vornehmen, die Lösungen für unsere dringenden sozialen und ökologischen Probleme anbieten. Wir können beobachten, dass Anleger, die diese Veränderung umsetzen wollen, nach Orientierungshilfen suchen, um sich in diesem sich rasch weiterentwickelnden Terrain zurechtzufinden und Zugang zu qualitativ hochwertigen Anlage möglichkeiten zu erhalten, die finanziell erfolgreich sind und einen positiven Wandel bewirken können.» (mc)

Campden Wealth
Global Impact Solutions Today
Barclays Private Bank

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