Softbank nutzt Uber-Verluste für Neubewertung

Softbank nutzt Uber-Verluste für Neubewertung
(Bild: Pixabay)

Der US-amerikanische Vermittler von Fahrern und Transporten hat auch im 3. Quartal Verluste geschrieben. Im Vergleich zum 2. Quartal weitete das Unternehmen diese sogar aus. Der japanische Konzern Softbank nutzt die weiterhin hohen Verluste für eine Neubewertung und will so offenbar den Preis für seine Beteiligung an dem umstrittenen Fahrdienst drücken.

Den Berichten von Finanzexperten zufolge hat Uber im dritten Quartal einen Verlust in Höhe von 1,46 Milliarden US-Dollar gemacht. Dies berichten unter anderem Bloomberg und weitere US-Medien. Das wäre eine weitere Steigerung um 400 Millionen Dollar im Vergleich zum ebenfalls von einer hohen negativen Marge gezeichneten Q2 2017 und insgesamt 3 Milliarden Dollar im gesamten letzten Jahr. Noch größer erscheinen die Verluste angesichts eines Umsatzes von „nur“ 2 Milliarden Dollar in Q3. Demzufolge legt der Fahrdienst mit jedem eingenommenen Dollar über 70 Cent drauf. Keine guten Nachrichten für das Startup von der US-Westküste, das im Jahr 2017 mit diversen negativen Meldungen in die Schlagzeilen geriet. Schien sich die Lage nach Absetzung des umstrittenen Gründers und Vorsitzenden Travis Kalanick zunächst beruhigt zu haben, machte das Unternehmen in der Folge durch Anschuldigungen weiblicher Mitarbeiter aufgrund von sexueller Belästigung und zuletzt einer vor staatlichen Stellen und Kunden verschleierten Hacker-Attacke von sich reden.

Das wertvollste Startup der Welt
Wer sich als Anleger für ein Investment in diesen spekulativen Wert interessiert, muss sich gedulden, bis das Unternehmen das Börsenparkett betritt. Sollte Uber wie geplant 2019 an die Börse gehen, bietet sich ihnen über Onlinebroker wie Weiss Finance die Möglichkeit, direkt in die Aktie zu investieren, auch wenn sie zu Beginn lediglich an den US-Handelsplätzen notiert werden wird. Dies betrifft nicht nur Uber, sondern auch andere der von Investoren hoch gehandelten Startups aus den USA. Es zeigt sich, dass den Einhörnern von der Westküste trotz ihrer immensen Verluste weiterhin viel Vertrauen entgegengebracht wird.

Trotz der Skandale und immensen Verluste ist Uber mit einer Bewertung von über 65 Milliarden Dollar weiterhin das wertvollste Startup der Welt. Für die hohe Bewertung spricht die ungebrochene Popularität des Dienstes, der im dritten Quartal Fahrten im Wert von 9,7 Milliarden Dollar vermittelt hat. Im Vergleich zum Vorquartal entspricht dies einer Steigerung von weiteren elf Prozent. Doch die Verluste zeigen Spuren, denn Medienberichten zufolge soll der japanische Investor Softbank mit einer Neubewertung von Uber auf einen niedrigeren Kurs für seinen Einstieg bei dem Startup drängen. Dies lässt sich aus dem formalen Angebot eines investoren-Konsortiums rund um Softbank erkennen. Demzufolge ist die Gruppe bereit, lediglich 32,97 US-Dollar pro Anteil zu bezahlen. Dies entspricht einem Abschlag von rund 30 Prozent gegenüber der letzten Bewertung der Uber-Aktie. Bereits seit Oktober wird über den Einstieg des Telekommunikationskonzerns spekuliert, welcher Uber etwa 10 Milliarden an frischem Kapital für eine Beteiligung von 14 Prozent einbringen sollte. Dem formalen Angebot zufolge wird Uber jedoch lediglich mit knapp 50 Milliarden Dollar bewertet, was den Kaufpreis um knapp vier Milliarden auf dann noch sechs Milliarden verringern würde. Immer noch eine Menge Kapital, doch für Softbank zugleich ein sehr guter Deal. Geht das Unternehmen wie geplant 2019 an die Börse und wird gleichzeitig die Ertragssituation entsprechend optimiert, verspricht dies einen satten Aufschlag auf den jetzt gezahlten Preis. Bei guter Entwicklung können Softbank und dazu auch Anleger hierzulande auf gute Wertsteigerungen bei dem Startup setzen. (MA/mc/hfu)

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