UBS macht Research im Auftrag der SIX

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Sitz der SIX Group im Hard Turm Park Zürich-West. (Foto: SIX Group)

Zürich – Die Börsenbetreiberin SIX hat weitere Partner für ihr eigenes Research-Programm an Land gezogen. Kleine kotierte Unternehmen können sich so eine Abdeckung durch Schweizer Aktienanalysten einkaufen, um in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen zu werden.

Das so genannte „Stage Programm“ konnte die UBS als neue Research-Partnerin und die „Finanz und Wirtschaft“ als neue „Factsheet Providerin“ gewinnen, wie es in einer Mitteilung der SIX vom Donnerstag hiess. Baader Helvea und die Zürcher Kantonalbank seien weiterhin als Research-Partner dabei. Bank am Bellevue und Vontobel werden nicht mehr genannt.

Das Programm wurde im September 2016 ins Leben gerufen und soll kotierten kleinen und mittleren Unternehmen helfen, ihre Präsenz am Kapitalmarkt und ihre Bekanntheit zu verbessern. Gerade viele kleinere gelistete Gesellschaften in der Schweiz werden gar nicht von Analysten abgedeckt. Seit der Lancierung stosse das Programm denn auch auf „wachsendes Interesse“, so die SIX am Donnerstag.

Mandate erfolgen nach Zufallsprinzip
Geschätzt werde vor allem, dass es keinen direkten Vertrag mit den Research-Häusern gibt. Denn um mögliche Interessenkonflikte zu vermeiden, hätten weder die Emittenten noch die Banken einen Einfluss auf die Verteilung der Research-Mandate. Diese erfolgt nach einem Zufallsprinzip.

Die Reports für die zahlenden Unternehmen wird dann aber bei den Banken „vollumfänglich“ in die bestehende Research-Produktpalette integriert und „in deren Publikationssprache veröffentlicht“, wie es laut einer Broschüre heisst. Es gibt keine Verpflichtung, den Auftrag zu kennzeichnen.

Mittlerweile würden 15 Unternehmen von dem Angebot Gebrauch machen. Als Beispiele für Kunden nannte ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP etwa Valiant, Newron Pharmaceuticals und Addex Therapeutics. Wieviel Umsatz die Dienstleistung seit der Lancierung eingebracht hat, veröffentlicht die SIX allerdings nicht.

Das Basispaket, was unter anderem das „Factsheet“ von „Finanz und Wirtschaft“ sowie Informationen und Schulungen beinhaltet, kostet 3’000 Franken im Jahr. Früher war ein regelmässig aktualisiertes Factsheet von Morningstar erstellt worden. Das Angebot inklusive der Analyse-Abdeckung durch eine, zwei oder drei Banken kostet jährlich 32’000 Franken, 48’000 Franken beziehungsweise 78’000 Franken. Wie viel davon an die Bank weitergereicht wird, ist nicht bekannt. (awp/mc/ps)

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