Warburg Pincus erwirbt ~35% der Anteile an Avaloq

Francisco Fernandez
Avaloq-CEO Francisco Fernandez.

Zürich – Die Avaloq Gruppe, ein internationales Fintech-Unternehmen und Anbieter integrierter und umfassender Banking-Lösungen, ist eine Vereinbarung mit Warburg Pincus eingegangen: Das auf Wachstumsinvestitionen spezialisierte globale Private-Equity-Unternehmen wird von bestehenden Aktionären einen Anteil von ~35% an Avaloq übernehmen. Die Transaktion bemisst den Unternehmenswert von Avaloq mit mehr als 1 Milliarde Franken. Finanzielle Details werden nicht bekannt gegeben.

Die Vereinbarung beinhaltet eine Partnerschaft zwischen Warburg Pincus und der in der Schweiz ansässigen Avaloq Gruppe, um deren langfristige internationale Wachstums- und Wertschöpfungsstrategie zu beschleunigen. Avaloq zählt weltweit Banken und Vermögensverwalter zu ihren Kunden und hat sich in den letzten Jahren erfolgreich von einem reinen Software-Unternehmen zu einem Anbieter integrierter Dienstleistungen gewandelt. Mit der heute angekündigten Neuausrichtung der Eigentümerstruktur setzt Avaloq auf einen erfahrenen Partner, um die nächste Wachstums- und Wertschöpfungsphase voranzutreiben. Der geplante zeitliche Horizont der Beteiligung von Warburg Pincus beträgt 7 Jahre.

Warburg Pincus ist ein führender Investor in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Fintech und hat in diesen Sektoren bereits mehr als 10 Milliarden USD in über 90 Unternehmen (darunter fast 20 Banken) investiert. Dazu zählen AllFunds Bank, Arch Capital, China Huarong Asset Management, FIS/Metavante, HDFC, Interactive Data Corporation, Mellon Bank, Network International, Elavon, Sterling Financial Corp, Santander Consumer USA, Wall Street Systems, Webster Bank und viele weitere namhafte Unternehmen.

Gemeinsame Vision für weiteres Wachstum
Avaloq und Warburg Pincus gehen davon aus, dass sich der Markt, in welchem Avaloq tätig ist, weiter erheblich vergrössern wird. Dies ist auf die steigende Nachfrage nach Digital-Banking-, Outsourcing- und Software-as-a-Service-Lösungen sowie auf die Weiterentwicklung des digitalen Ökosystems zurückzuführen. Die Partner wollen gemeinsam dafür sorgen, dass die Avaloq Gruppe auf der Grundlage von Kundenfokus und Spitzentechnologie ihre führende Position als Anbieter von Dienstleistungen für Banken und Vermögensverwalter weiter ausbaut. Die Transaktion ist für Avaloq der erste Schritt hin zu einem möglichen Börsengang in den kommenden Jahren.

Als Teil der Vereinbarung wird der Gründer und Chief Executive Officer von Avaloq, Francisco Fernandez, auch die Rolle des Verwaltungsratspräsidenten übernehmen. Jürg Hunziker nimmt die Funktion des stellvertretenden CEOs und Group Chief Markets Officers (CMO) ein.

Schaffung eines European Advisory Board
Gleichzeitig mit der Transaktion schafft Avaloq ein European Advisory Board, das die strategischen Initiativen und das weitere Wachstum des Unternehmens unterstützen wird. Das European Advisory Board umfasst Jacques Aigrain, früherer Chief Executive Officer von Swiss Re und Verwaltungsratspräsident von LCH.Clearnet, Stefano Boccadoro, früherer General Manager der Cassa Lombarda Bank Chief Executive Officer von Santander Italien und, Stefan Krause, früherer Chief Financial Officer der Deutschen Bank und von BMW und Javier Marin, früherer Chief Executive Officer von Banco Santander.

Francisco Fernandez: «Ich freue mich sehr, Warburg Pincus als Anteilseigner von Avaloq willkommen zu heissen. Gemeinsam mit dem neuen Aktionär werden wir unser Wachstum weiter beschleunigen. Warburg Pincus ist global präsent, insbesondere in den USA und in Europa, und hat jahrelange Erfahrung in Asien. Zudem bringt sie umfangreiche Erfahrung im Finanz- und Softwarebereich mit und verfügt unter Banken und Vermögensverwaltern über ein grosses Netzwerk. Damit wird Warburg Pincus für uns in der nächsten Wachstumsphase und der weiteren geografischen Expansion äusserst wertvoll sein. Mitarbeitende und Management von Avaloq sowie der heutige Verwaltungsrat werden bei den Anteilen und bei der Governance in der Mehrheit bleiben. Gleichzeitig werden wir von Warburg Pincus‘ Expertise auf unserem weiteren Weg hin zur Kapitalmarktfähigkeit profitieren.»

Daniel Zilberman, Managing Director und Head of Europe bei Warburg Pincus: «Mit ihrem Fokus auf Innovation hat Avaloq eine einzigartige Ausgangslage, um von der steigenden Nachfrage nach hochmoderner Software und nach Outsourcing-Dienstleistungen für die Finanzindustrie zu profitieren. Wir freuen uns auf die Partnerschaft mit Francisco Fernandez, Jürg Hunziker und dem gesamten talentierten Avaloq-Team, das wir nun in dieser neuen, spannenden Phase des weiteren Wachstums begleiten.»

Transaktionsbedingungen
Im Rahmen der Transaktion wird eine Tochtergesellschaft von Warburg Pincus einen Anteil von ~35% an Avaloq von Gründern, Management und Mitarbeitenden des Unternehmens erwerben. Francisco Fernandez wird einen Anteil von ~28% beibehalten. Management und Mitarbeitende behalten weitere ~27% bei. Die Anteile von Raiffeisen Schweiz werden durch die Transaktion nicht berührt. Die Transaktion bemisst den Unternehmenswert von Avaloq mit über 1 Milliarde CHF. Finanzielle Details werden nicht bekanntgegeben.

Der Abschluss der Transaktion findet voraussichtlich im zweiten Quartal 2017 statt. Auf diesen Zeitpunkt nominiert Warburg Pincus zwei Personen als neue Mitglieder des Verwaltungsrates von Avaloq.

Adarsh Sarma, Managing Director bei Warburg Pincus: «Avaloq verfügt über führende Technologie in der Branche. Dies ist die Grundlage für künftiges Wachstum in ihrem Kerngeschäft Vermögens¬verwaltung und Private Banking sowie im breiteren Retailbanken- und Geschäftsbanken-Sektor. In der Partnerschaft mit Avaloq stützen wir uns auf unsere weitreichende Erfahrung im Finanz- und im Softwarebereich, um das Wachstum des Unternehmens zu beschleunigen.»

Jürg Hunziker, stellvertretender CEO und Group CMO von Avaloq: «Der Technologie- und Dienstleistungsmarkt in der Finanzindustrie wächst schnell, und daraus ergeben sich enorme Möglichkeiten für unser Geschäftswachstum. Ich freue mich darauf, Avaloqs internationales Wachstum weiter voranzubringen. Bei der Auswahl möglicher Partner, die uns in unserer Wachstumsstrategie unterstützen, war uns die Unternehmenskultur besonders wichtig, und Warburg Pincus passt hervorragend zu unseren Werten. Mit Warburg Pincus können wir auch in Zukunft die beste Digital-Banking-Technologie und innovative Dienstleistungen anbieten. Dank unseren sehr loyalen Kunden und dem Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wir eine führende Marktposition erreicht und sind nun bereit für den nächsten Schritt.»

Starke finanzielle Basis
Die Transaktion folgt auf die ausgezeichneten Geschäftsergebnisse von Avaloq im Jahr 2016. Das Unternehmen generierte Umsatz in Höhe von 533 Millionen CHF, eine Steigerung von 10% gegenüber 485 Millionen CHF im Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 41% auf 82 Millionen CHF, gegenüber 58 Millionen CHF im Jahr 2015. Die EBITDA-Marge verbesserte sich um 3,4 Punkte auf 15,4%. Avaloq verzeichnete hohe Geldflüsse mit einer im Jahresvergleich um 100% auf 62 Millionen CHF gesteigerten Nettoliquidität aus den laufenden Geschäftsaktivitäten und einem um 8% auf 63 Millionen CHF erhöhten Kassenbestand. (Avaloq/mc)

 

Über Warburg Pincus
Warburg Pincus LLC ist ein weltweit tätiges Private-Equity-Unternehmen mit Fokus auf Wachstumsfinanzierung. Das Unternehmen verwaltet über 44 Milliarden US-Dollar. Das Portfolio der Firma umfasst mehr als 140 Unternehmen und ist breit über Investitionsphasen, Sektoren und Regionen diversifiziert. Warburg Pincus ist ein erfahrener Partner für Management-Teams, die erfolgreiche und nachhaltige Unternehmen aufbauen wollen. Warburg Pincus wurde 1966 gegründet und hat seitdem 16 Private-Equity-Fonds aufgelegt, die über 60 Milliarden US-Dollar in mehr als 780 Unternehmen in über 40 Ländern investiert haben.
Warburg Pincus ist ein Investor in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Fintech und hat in diesen Sektoren bereits mehr als 10 Milliarden USD in über 90 Unternehmen (darunter fast 20 Banken) investiert. Dazu zählen AllFunds Bank, Arch Capital, China Huarong Asset Management, FIS/Metavante, HDFC, Interactive Data Corporation, Mellon Bank, Network International, Elavon, Sterling Financial Corp, Santander Consumer USA, Wall Street Systems, Webster Bank und viele weitere namhafte Unternehmen. Sitz des Unternehmens ist New York mit Niederlassungen in Amsterdam, Hong Kong, London, Luxemburg, Mauritius, Mumbai, Peking, San Francisco, São Paulo, Shanghai und Singapur.

Über Avaloq: Essential for Banking
Die Avaloq Gruppe ist ein international führendes Fintech-Unternehmen. Mit seiner Gesamtbankenlösung, der Avaloq Banking Suite, und seinem internationalen Netzwerk von BPO-Zentren bietet Avaloq weltweit vertrauenswürdiges und effizientes Banking mit besonderer Benutzerfreundlichkeit an. Mit seinen integrierten BPO-Dienstleistungen ist Avaloq der einzige unabhängige Anbieter im Finanzbereich, der seine Software sowohl selbst entwickelt als auch betreibt.

Das wachsende Ökosystem von Avaloq umfasst:
– mehr als 2000 Mitarbeitende (Vollzeitäquivalent) aus 66 Nationen
– drei F&E-Zentren in Zürich, Edinburgh und Manila sowie drei BPO-Zentren in Lugano, Singapur und Berlin
– mehr als 500 Drittentwickler, die gemeinsam mit Avaloq Innovationen schaffen
– 155 Finanzinstitute und Vermögensverwalter aus den wichtigsten Finanzzentren der Welt, die die Technologie von Avaloq gewählt haben, um Vermögenswerte von total über 4000 Milliarden CHF zu verwalten
– 270 Raiffeisen-Banken in der Schweiz, die Dienstleistungen von ARIZON in Anspruch nehmen, einem Joint Venture von Raiffeisen Schweiz und Avaloq mit über 300 Mitarbeitenden

Das Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz hat Niederlassungen in Berlin, Edinburgh, Frankfurt, Hongkong, Leipzig, London, Lugano, Luxemburg, Madrid, Manila, Nyon, Paris, Singapur, Sydney und Zürich.

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