Chinesisches Unternehmen kurz vor Kauf von insolventem British Steel

Chinesisches Unternehmen kurz vor Kauf von insolventem British Steel

London – Der chinesische Konzern Jingye ist in Vertragsverhandlungen über den Kauf des insolventen britischen Stahlproduzenten British Steel eingetreten. Das teilte die Regierung in London am Montag mit. Ein Abschluss sei aber noch von einer Reihe von Angelegenheiten abhängig, unter anderem fehle noch die Genehmigung zuständiger Aufsichtsbehörden. Vertragsverhandlungen über einen Kauf von British Steel mit einer Tochter des türkischen Pensionsfonds Oyak waren zuvor gescheitert.

Brexit-Unsicherheiten, schwache Nachfrage und hohe Rohstoffpreise hatten den zweitgrössten britischen Stahlfabrikanten im Mai in die Insolvenz getrieben. British Steel hat rund 5000 Mitarbeiter, viele davon in Scunthorpe rund 290 Kilometer nördlich von London. Die Stahlindustrie ist in Grossbritannien seit den 1970er Jahren auf dem absteigenden Ast. Allein seit 1997 ist die Produktion von damals 18,3 Millionen Tonnen auf rund 7,5 Millionen Tonnen 2017 zurückgegangen.

Gewerkschaft hofft auf Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze
Die Gewerkschaft Community erhofft sich durch den Kauf einen Erhalt möglichst aller Arbeitsplätze bei British Steel und Tausender weiterer in der Lieferkette. „Wir begrüssen diesen positiven Schritt in Richtung der Rettung von British Steel unter neuer Eigentümerschaft“, sagte Community-Generalsekretär Roy Rickhuss einer Mitteilung zufolge. Jingyes Interesse stelle den Glauben an eine tragfähige Zukunft von British Steel unter Beweis.

Der Name British Steel erinnert an den grossen britischen Stahlhersteller, der 1967 durch die Verstaatlichung aus kleineren Privatfirmen entstand. Die Firma wurde aber 1988 privatisiert und fusionierte 1999 mit dem niederländischen Stahlwerk Koninklijke Hoogovens zu Corus. Corus wurde wiederum 2007 von Tata Steel gekauft, das heute der grösste britische Stahlproduzent ist und zur indischen Tata-Gruppe gehört. 2016 wurden grosse Teile der britischen Tata-Steel-Aktivitäten wiederum an den privaten Investor Greybull Capital veräussert und als British Steel weitergeführt. (awp/mc/ps)

Jingye

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