Lieferkettenprobleme und Rückstellungen belasten Philips

Lieferkettenprobleme und Rückstellungen belasten Philips
Philips-CEO Frans van Houten.

Amsterdam – Der Medizintechnikkonzern Philips sieht sich anhaltenden Problemen in der Lieferkette ausgesetzt. Höhere Kosten sowie weitere Rückstellungen für den Rückruf und den Austausch bestimmter Beatmungsgeräte führten im ersten Quartal zu einem deutlich höheren Verlust. Sollte sich das Umfeld mit Blick auf steigende Inflation, Lieferengpässe und den Ukraine-Krieg weiter verschärfen, könnte auch die Prognose für das laufende Jahr zur Disposition stehen. Die Aktie brach am Montag in Amsterdam um gut elf Prozent ein.

Analysten verwiesen zwar auf den leicht über den Erwartungen liegenden Umsatz, doch wie die US-Bank JPMorgan schrieb, sei dieser von geringer Qualität. Zudem seien die weiteren Rückstellungen negative Neuigkeiten.

Verlust von 152 Mio Euro
Wegen der Belastungen im Zusammenhang mit dem Produktrückruf stieg der Verlust im fortgeführten Geschäft verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von 34 Millionen auf 152 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) sank um ein Drittel auf 243 Millionen Euro, teilte Philips mit.

Die problematischen Beatmungsgeräte beschäftigen Philips schon seit Monaten. Im Juni vergangenen Jahres hatte die US-Tochter Philips Respironics bestimmte Schlaf- und Beatmungsgeräte zurückgerufen, weil sich ein Teil aus Polyurethanschaum zersetzen und giftig werden könnte.

Der Umsatz stieg zum Jahresstart hingegen um zwei Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis sanken die Erlöse hingegen um vier Prozent. Hier sind Effekte aus Währungsschwankungen sowie Zu- und Verkäufe ausgeklammert. Die Auftragslage zeigte sich robust. So konnte Philips auf vergleichbarer Basis fünf Prozent mehr Neugeschäft hereinholen als im Vorjahreszeitraum.

van Houten warnt vor steigenden Risiken
Dies dürfte die Prognose für das laufende Jahr stützen, erklärte Vorstandsvorsitzender Frans van Houten. Allerdings warnte er vor steigenden Risiken – etwa die sich verschärfende Corona-Pandemie in Teilen Chinas, der Krieg Russlands in der Ukraine, Lieferkettenprobleme sowie die zunehmende Inflation. Sollte sich die Situation weiter verschlechtern, könnte es Philips zufolge schwieriger werden, die geplanten Margenziele für 2022 zu erreichen. Philips hat für 2022 bislang eine Verbesserung der bereinigten Ebita-Marge um 0,4 bis 0,9 Prozentpunkte in Aussicht gestellt. (awp/mc/pg)

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