E-Commerce im Wandel: Modebranche setzt auf stationäre Filialen und Spezialisierung

E-Commerce im Wandel: Modebranche setzt auf stationäre Filialen und Spezialisierung
E-Commerce (Bildrechte: Flickr Online shopping Robbert Noordzij CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten)

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Der Online-Versandhandel mit Bekleidung ist auf dem Vormarsch: Immer mehr Menschen sparen sich den Gang durch überfüllte Geschäfte und bestellen Mode bequem von der Couch aus. Seit einiger Zeit entdecken Online-Shops jedoch auch die Vorteile des stationären Handels für sich. So haben Kunden etwa die Gelegenheit, die im Internet bestellte Mode an eine Filiale in ihrer Nähe liefern zu lassen und das Material auf seine Qualität testen zu können, bevor das Kleidungsstück in den Einkaufskorb wandert oder vor Ort wieder retourniert wird. Wie die Branche versucht, den Kundenbedürfnissen gerecht zu werden und wo noch Aufholbedarf besteht.

Wurde der Online-Handel lange für das Aussterben kleiner lokaler Geschäfte verantwortlich gemacht, sind die Fronten zwischen On- und Offline-Einkäufen inzwischen nicht mehr verhärtet. Im Gegenteil: Online-Händler wie Notebooksbilliger, Mymuesli oder Fashion4Home setzen sogar vermehrt auf eine Kombination aus ihrem Angebot im Netz und dem klassischen Einzelhandel. Nicht nur Technik, auch viele Versandhändler aus der Modebranche betreiben bereits eigene Filialen in den Innenstädten – mit steigender Tendenz.

Verbindung zwischen E-Commerce und stationärem Handel
Der Modehändler C&A bspw. hat erkannt, dass der Einzelhandel umdenken muss. Das Familienunternehmen brachte mit seinem Click & Collect-Konzept die Vorzüge des Online-Shoppings in die Filialen: Kunden können sowohl im Netz bestellen und die Ware in der nächstgelegenen Filiale abholen als auch dort retournieren. Der Versandhändler Zalando hingegen, der Platz 3 der der umsatzstärksten Online-Shops in Deutschland belegt, hat diesbezüglich noch Nachholbedarf: Bislang können Fashion-Interessierte Mode ausschliesslich online ordern. Vereinzelte Outlet-Stores vor Ort dienen bisher in erster Linie dazu, Ladenhüter oder Artikel zweiter Wahl zu verkaufen. Zwar spart sich Zalando so die Kosten für Filialen; Kunden wollen jedoch längst nicht mehr ausschliesslich online bestellen, sondern beide Vertriebskanäle nutzen.

Trend zur Spezialisierung auf einzelne Zielgruppen
Um den Kundenbedürfnissen besser gerecht zu werden, das Alleinstellungsmerkmal auszubauen und sich gegenüber der Konkurrenz behaupten zu können, fokussieren Versandhändler zudem vermehrt Kunden, die bislang von der Modeindustrie vernachlässigt wurden. So profitieren bspw. kurvige Frauen von dem Übergrössenangebot in Online-Shops wie Emilia Lay. Die Modekette gehört neben Firmen wie Peter Hahn und Madeleine zur Versandhandelsholding TriStyle. Peter Hahn vertreibt seine Best Ager-Mode sowohl im eigenen Webshop als auch in Filialen, während sich Louis Sayn auf jüngere Männermode spezialisiert hat. Damen unter 1,65 Meter werden derweil bei Bella Petite fündig. Auch für grosse Menschen hat die Modeindustrie inzwischen ein vielfältiges Angebot an extra-langen, modernen Textilien und Schuhen: Das Sortiment des Online-Shops Dimetrius wie auch der gleichnamige Laden in Zürich umfasst Kleidung und Schuhe für Männer ab 1,85 Meter und mit Schuhgrösse 46 sowie für Frauen ab 1,75 Meter und mit Schuhgrösse 42.

Dieser Umstand ist wohl nicht zuletzt dem Umstand zu verdanken, dass die mediale Aufmerksamkeit für Menschen gestiegen ist, die nicht dem herkömmlichen Schönheitsideal entsprechen. Denn der Durchschnittskunde trägt weder Size Zero noch will er sich von zu kurzen oder zu langen Schnitten frustrieren lassen. Online-Shops mit Filialen vor Ort reduzieren zudem Kosten für Retouren – ein Faktor, der den Umsatz sonst beträchtlich schmälern kann. (zVg/mc/hfu)

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