CH-Eröffnung: Erholung nach schwachem Wochenstart
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag nach den deutlichen Verlusten vom Vortag mit moderaten Gewinnen in den Handel gestartet. Marktteilnehmer sehen die Finanzmärkte derzeit zwischen zwei gegenläufigen Kräften: Auf der einen Seite sorgt die anhaltende Begeisterung rund um das Thema Künstliche Intelligenz, insbesondere in den USA, weiterhin für Unterstützung. Auf der anderen Seite bleiben die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten ein Belastungsfaktor.
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran erweisen sich weiterhin als zäh. «Das Pokern um einen Frieden im Nahen Osten geht weiter», kommentiert ein Marktteilnehmer die Lage. Der Ölpreis als wichtiger Stimmungsindikator gab zuletzt leicht nach. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 94,16 US-Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Für Entwarnung sei es jedoch noch zu früh, warnt eine Expertin des Online-Brokers Swissquote. Angesichts der rasch sinkenden globalen Ölreserven könnte die nächste Aufwärtsbewegung den Ölpreis wieder deutlich nach oben treiben.
Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.20 Uhr um 0,62 Prozent höher bei 13’387,27 Punkten. Von den 20 SMI-Aktien geben nur deren drei nach. Der SMIM der mittelgrossen Werte gewinnt 0,30 Prozent auf 2991,91 Punkte und der breite SPI 0,53 Prozent auf 18’936,08 Punkte.
Tech-Werte weiter im Fokus
An den internationalen Aktienmärkten dominiert derweil weiterhin die Begeisterung rund um das Thema Künstliche Intelligenz. Nachdem die US-Börsen am Montag neue Rekordstände erreicht hatten, stehen auch in der Schweiz Technologiewerte im Fokus.
An der Spitze des SMI stehen die Titel von Logitech (+4,4%), die von positiven Vorgaben aus den USA profitieren. Gefragt sind auch Halbleiterwerte wie VAT (+2,1%), AMS Osram (+3,4%) und Comet (+2,2%).
Ebenfalls gesucht sind ABB (+1,6%). Der Industriekonzern baut die bereits im vergangenen Oktober angekündigte Zusammenarbeit mit dem US-Chiphersteller Nvidia weiter aus. Positiven Schub erhalten Richemont (+1,7%) und Swatch I (+2,4%) von den jüngsten Exportzahlen der Uhrenindustrie.
Grösste Verlierer bei den Blue-Chips sind derweil Swiss Re (-1,6%). Die Titel sind mit den jüngsten Abgaben auf den tiefsten Stand seit November 2024 abgerutscht. Auch Zurich (-0,1%) geben leicht nach.
Implenia gefragt, Avolta unter Druck
Im breiten Markt dominieren ebenfalls die Gewinner. Besonders gefragt sind Implenia (+3,6%), nachdem der Baukonzern vorbörslich ambitionierte Wachstumsziele vorgestellt hatte. Kaum bewegt zeigen sich dagegen die Aktien von Barry Callebaut (+0,1%), obwohl der Schokoladenhersteller neue Mittelfristziele präsentiert hat.
Deutlich unter Druck stehen hingegen Avolta (-4,4%). Medienberichten zufolge könnte ein grösseres Aktienpaket am Reisedetailhändler den Besitzer wechseln. Als möglicher Verkäufer wird dabei Richemont genannt. (awp/mc/ps)