Europageschäft von General Motors wieder in roten Zahlen

Das Europa-Geschäft – bei dem die Marke Opel 80 Prozent ausmacht – erzielte einen Nettoverlust nach Steuern von 16 Millionen Dollar (12,7 Mio Euro). Inklusive Restrukturierungskosten für den Personalabbau summierte sich der Verlust auf 103 Millionen Dollar. Das war aber deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum, als der bereinigte Verlust in Europa mit den Marken Opel/Vauxhall und Saab noch 121 Millionen US-Dollar betragen hatte. Das berichtete GM am Mittwoch in Detroit.

Opel-Werk in Portugal wird zur Kostensenkun geschlossen
Der Autokonzern will aber im Gesamtjahr 2006 in Europa erstmals seit 1999 wieder schwarze Zahlen schreiben. «Dieses Ziel steht, wir sind auf gutem Weg», sagte ein GM-Europa-Sprecher. Mit den Gewinnen aus dem ersten und zweiten Quartal hat GM in Europa seit Jahresbeginn knapp 200 Millionen Euro Gewinn gemacht. «Das dritte Quartal ist traditionell ein schwaches Quartal, weil viele potenzielle Käufer in Urlaub sind und wegen der Werksferien weniger produziert wird», sagte der Sprecher. Zur Kostensenkung wird GM zum Jahresende das Opel-Werk im portugiesischen Azambuja mit 1100 Mitarbeitern schliessen.

«Sprung in die schwarzen Zahlen steht kurz bevor»
Der Konzern wertete die Zahlen als Fortschritt und als Beleg für Kosteneinsparungen und die bessere Nachfrage. «Der Sprung in die schwarzen Zahlen in Europa steht kurz bevor», sagte Konzernchef Rick Wagoner. GM habe in diesem Markt seine Kosten reduziert, bessere Preise erzielt und das unrentable Flottengeschäft verringert. Insbesondere die Tochter Chevrolet (ehemals Daewoo) habe ihren Verkauf auf Rekordniveau gesteigert und gute Ergebnisse abgeliefert. Chevrolet hat in Deutschland einen Marktanteil von 0,8 Prozent. Der im Oktober gestartete Kleinwagen Corsa «wird die Erwartungen für dieses Jahr übertreffen», sagte Wagoner. Bislang seien in Europa bereits 130 000 Corsas bestellt worden.

Weltweit: Verluste deutlich abgebaut
Der GM-Umsatz in Europa stieg im dritten Quartal binnen Jahresfrist von 7,25 auf 7,49 Milliarden Dollar. Für Opel werden keine eigenen Zahlen mehr veröffentlicht. Weltweit hat der angeschlagene US-Autoriese im abgelaufenen Vierteljahr seinen Verlust deutlich von 1,7 Milliarden auf 115 Millionen Dollar abgebaut. Grund dafür sei vor allem die Restrukturierung des amerikanischen Autogeschäfts. (awp/mc/ar)

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