Proton will Apertus in seinen KI-Assistenten integrieren
Plan-les-Ouates – Das Schweizer Technologieunternehmen Proton, das sich auf datenschutzorientierte Dienste spezialisiert hat, und das Forschungsteam hinter dem vollständig offenen Sprachmodell Apertus gehen eine Partnerschaft ein, um offene und souveräne KI in der Schweiz und in Europa voranzutreiben. Proton integriert Apertus 1.5 in seinen KI-Assistenten Lumo, macht es damit für Millionen von Nutzern verfügbar und leitet deren Feedback an das Apertus-Team weiter, um zur Verbesserung des Modells beizutragen.
Apertus 1.5 wurde von Forschern der EPFL und der ETH Zürich in Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen entwickelt. Das vollständig offene Sprachmodell wurde auf dem Supercomputer „Alps“ am CSCS trainiert und unter der Open-Source-Lizenz Apache 2.0 veröffentlicht, wodurch Innovationen sowohl in der Forschung als auch in der Industrie ermöglicht werden.
Die Trainingsdaten, der Quellcode und der Entwicklungsprozess sind transparent dokumentiert, sodass Forscher, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen das Modell prüfen, anpassen und weiterentwickeln können. Das Modell wurde auf öffentlich zugänglichen Daten trainiert, berücksichtigt Opt-out-Erklärungen auf Websites – auch rückwirkend – und ist darauf ausgelegt, personenbezogene Daten in grossem Umfang aus seinen Trainingsdaten zu entfernen.
Lumo ist der datenschutzorientierte KI-Assistent von Proton und eine Alternative zu den führenden KI-Chatbots aus den USA und China. Wie Apertus wurde auch Lumo in der Schweiz entwickelt.
Wertvolles Feedback aus der Praxis
Einer der grössten Vorteile, den führende KI-Unternehmen und Entwickler von Sprachmodellen geniessen, ist der Zugang zu Rückmeldungen von Millionen von Nutzern, die sie zur Verbesserung ihrer Modelle nutzen. Offene Modelle, die im akademischen Umfeld entwickelt werden, profitieren in der Regel nicht von vergleichbaren Rückmeldungen aus der Praxis.
Durch die Integration von Apertus in Lumo kann Proton den Apertus-Forschern Feedback-Daten von Millionen von Lumo-Nutzern zur Verfügung stellen, die ihre Einwilligung nach Aufklärung erteilt haben. Dadurch erhält das Apertus-Forschungsteam erstmals Zugang zu freiwilligem Nutzer-Feedback aus dem praktischen Einsatz.
Wie alle Unterhaltungen in Lumo sind auch die Chats mit Apertus 1.5 durch eine Zero-Access-Verschlüsselung geschützt und bleiben privat. Nutzer können sich jedoch aktiv dafür entscheiden, anonymisiertes Feedback zu den Antworten von Apertus zu geben, das dann an das Forschungsteam weitergegeben werden kann, um die Weiterentwicklung des Modells zu unterstützen.
„Wir wollen nicht das nächste Jahrzehnt damit verbringen, bei der KI, die wir täglich nutzen, auf andere Länder angewiesen zu sein“, sagt Eamonn Maguire, Leiter des KI-Bereichs bei Proton. „Eine eigene KI zu haben, reicht nicht aus. Sie muss wettbewerbsfähig sein, damit die Menschen sie auch tatsächlich nutzen. Diese Partnerschaft mit dem Apertus-Team ebnet Europa den Weg dorthin.“
Seit seiner Einführung im September 2025 hat sich Apertus zunehmend von der Forschung hin zum praktischen Einsatz entwickelt. Zu den Unternehmen, die Apertus 1.5 bereits einsetzen oder in ihre Angebote integriert haben, gehören Swisscom (Telekommunikation und Unternehmenssoftware), Infomaniak (Cloud-Hosting, KI-Dienste auf Token-Basis und der mobile KI-Assistent Euria), OnPrem.ai, Stepping Stone, Safe Swiss Cloud, Mono.chat (On-Premise- und Private-Cloud-Bereitstellungen), Helvetra (mobile Übersetzungs-App), Featherless.ai (in der Cloud gehosteter LLM-Dienst), Public AI und AI Potluck (browserbasierter KI-Assistent). (startupticker.ch/mc/hfu)