Céline Amaudruz steigt ins Rennen um Parmelin-Nachfolge
Genf/Bern – SVP-Vizepräsidentin und Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz will Bundesrätin werden. Das hat sie am Donnerstagvormittag in Genf vor den Medien bekanntgegeben. Sie ist damit die erste bestätigte Interessierte für die Nachfolge von SVP-Bundesrat Guy Parmelin.
«Ich habe mir die Kandidatur gut überlegt», sagte Amaudruz. Sie habe den Schritt mit ihrem Ehemann, ihrem Umfeld und der Partei abgesprochen.
Amaudruz war in den vergangenen Tagen in den Medien als aussichtsreiche Kandidatin gehandelt worden. Nun hat sie ihr Interesse am Amt in der Landesregierung bestätigt. Falls sie die Wahl schaffen würde, wäre sie die erste Frau, die für die SVP in den Bundesrat einzieht.
Die heute 47-jährige Amaudruz hatte sich nach dem Rücktritt von Ueli Maurer 2022 nicht zur Wahl gestellt. Dieses Mal hat es sich die auch in der Deutschschweiz bekannte Politikerin anders überlegt. Amaudruz ist innerhalb der SVP-Fraktion nicht unbestritten, hatte sie doch immer wieder entgegen der Fraktionslinie abgestimmt, etwa bei gesellschaftspolitischen Themen wie der Ehe für alle oder bei der Legalisierung der Eizellenspende.
SVP-Fraktionschef will mindestens Zweierticket
Parmelin hatte vor zwei Wochen seinen Rücktritt aus dem Bundesrat per Ende Jahr bekanntgegeben. Für die Wahl der Nachfolge durch die Vereinigte Bundesversammlung am 9. Dezember kursieren zahlreiche Namen. Die überraschendste Absage kam bisher von der St. Galler Ständerätin Esther Friedli. Ihr waren von Politexperten gute Chancen attestiert worden. Sie wolle sich jedoch auf ihre Arbeit im «Stöckli» konzentrieren und im kommenden Jahr zur Wiederwahl antreten, sagte sie dem Nachrichtenportal «Toggenburg 24».
Die SVP beansprucht den freiwerdenden Sitz für sich. Nominiert fürs offizielle «Ticket» werden Kandidatinnen und Kandidaten im Rahmen eines offiziellen Wahlvorschlags am 20. November durch die SVP-Bundeshausfraktion.
Fraktionschef Thomas Aeschi gab gegenüber Radio SRF an, sich für ein Ticket mit mindestens zwei Namen einzusetzen. Die Waadtländer SVP plädiert dafür, dass Parmelins Sitz wieder an eine Person aus der Romandie geht. Andernfalls wäre die jurassische SP-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider ab Anfang des nächsten Jahres die einzige Westschweizer Vertretung in der Landesregierung. (awp/mc/pg)