Cicor bestätigt Turnaround und zahlt wieder Dividende

Alexander Hagemann
Cicor-CEO Alexander Hagemann. (Foto: Cicor)

Boudry – Die Industriegruppe Cicor hat im Geschäftsjahr 2017 die Gewinnzahlen erneut deutlich verbessert und damit den letztjährigen Turnaround bestätigt. Beide Divisionen seien zweistellig gewachsen und die Auftragsbücher gut gefüllt. Die Aktionäre dürfen sich zudem nach drei Jahren wieder auf eine Dividende freuen. Auch für das laufende Jahr zeigt sich das Management zuversichtlich.

«Die Resultate der Wachstumsinitiative haben unsere Erwartungen übertroffen», sagte CEO Alexander Hagemann am Donnerstag vor den Medien. Und die Zahlen geben ihm Recht: Das Unternehmen hat im Vergleich zum Vorjahr 14,4% mehr Erlöse erzielt und rund 217 Mio CHF umgesetzt. Der operative Gewinn auf Stufe EBIT hat sich mit 10,5 Mio CHF mehr als verdreifacht. Die entsprechende Marge stieg auf 4,8% von zuvor 1,5%.

Unter dem Strich wird der Turnaround der in den Bereichen Leiterplatten, Mikroelektronik und EMS (Electronic Manufacturing Services) tätigen Cicor noch deutlicher: Der Gewinn schoss auf 6,7 Mio CHF hoch, nachdem es das Unternehmen 2016 mit +0,3 Mio nur knapp in die schwarzen Zahlen schaffte. «Vor allem in Nordamerika haben wir zulegen können, aber auch die sich erholende Nachfrage im Uhrenmarkt hat geholfen», so Hagemann. In Nordamerika habe man zudem das Potenzial noch nicht ausgeschöpft.

Wachstum in beiden Divisionen
Dass ein Umschwung in der gebeutelten AMS Division gelinge, habe sich bereits im ersten Semester abgezeichnet, so Hagemann: «Jede Produktlinie trug zum signifikanten Umsatzwachstum bei.» Auch dank hoher Anstrengungen im Vertrieb konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um satte 23,6% auf 53 Mio CHF gesteigert werden.

Damit sei auch erstmals wieder seit Jahren der Umsatzanteil der Division auf knapp ein Viertel von zuvor von 22,6% geklettert. Das Umsatzwachstum wurde zudem mit einem kaum veränderten Personalbestand gestemmt, betonte der CEO. Allgemein sei der Umsatz pro Mitarbeiter im Berichtsjahr um 13% gestiegen. Dies schlug auch auf die EBIT-Marge der AMS Division durch, die auf 7,9% von zuvor -5,6% stieg.

Darüber hinaus legte die ES Division einen erneuten Umsatzrekord hin. Der Divisionsumsatz stieg um 11,7% auf rund 164 Mio CHF, was einer operativen Marge von 5,5% entspreche nach 5,1% im Vorjahr.

Gute Aussichten
Angesicht der erfreulichen Entwicklung schaue das Cicor-Management mit Zuversicht nach vorne und spricht von einem «positiven Ausblick». Das Verhältnis des Auftragseingangs zum Umsatz lag 2017 bei 1,09, was auf eine Fortsetzung des Wachstums im Jahr 2018 hindeute. Dies werde auch durch die Geschäftsentwicklung in den ersten Wochen 2018 unterstrichen.

Auch mittelfristig erwarte man insbesondere durch das neue Produktionswerk im rumänischen Arad weiteres Wachstum. Der Zeitplan des Bezugs im zweiten Semester 2018 steht, betont der CEO. Nach erfolgreicher Inbetriebnahme habe man dann die Produktionskapazitäten annähernd verdoppelt.

Unter Annahme einer weiterhin guten Konjunktur und stabilen Wechselkursen sei vor diesem Hintergrund ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich eingeplant. Zeitgleich rechnet Cicor mit einem «massvollen Anstieg» der operativen EBIT-Marge um rund 0,5 Prozentpunkte. Hagmann gibt aber zu bedenken, dass insbesondere in der ES Division das Aufwärtspotenzial der operativen Marge aufgrund des Preisdrucks am Komponentenmarkt und den Kosten für den Umzug nach Rumänien begrenzt sei.

Wieder Dividende
Am gelungenen Turnaround sollen auch die Aktionäre teilhaben. Daher zahlt das Unternehmen erstmals seit drei Jahren wieder eine Dividende aus. Der Verwaltungsrat schlage dazu der Generalversammlung vom 19. April eine steuerfreie Ausschüttung aus Kapitaleinlagereserven von 0,70 je Aktie vor. Letztmals erfolgte 2015 eine Ausschüttung von 0,36 CHF pro Aktie.

In Analystenkreisen werden die Zahlen neutral bis positiv aufgenommen. Lag Cicor bezüglich Prognosen beim EBIT etwas darunter, so übertraf die Gesellschaft die Erwartungen beim Reingewinn. Während die ZKB das Ergebnis eher nüchtern zur Kenntnis nimmt, spricht die Bank Vontobel zumindest bei der AMS Division von einem «unerwartet schnellen» Turnaround. (awp/mc/pg)

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