Flughafen Zürich erhält Konzession für Flughafen in Florianópolis

Stephan Widrig
Stephan Widrig, CEO Flughafen Zürich AG. (Foto: Flughafen Zürich)

Zürich – Der Flughafen Zürich kann auf seiner Landkarte einen weiteren Punkt markieren. Für den Flughafen in Florianópolis hat der Flughafenbetreiber die Konzession erhalten, diesen zu betreiben und vergrössern. Die Konzession läuft bis 2047, teilte das Unternehmen mit.

Der Flughafen Hercílio Luz International habe sich während der brasilianischen Wirtschaftskrise als einer widerstandsfähigsten von den vier privatisierten erwiesen, so die Mitteilung weiter. Der Flughafen habe eine Einzugsbevölkerung von etwa 1,1 Millionen Menschen, fertigte zuletzt 3,6 Millionen Passagieren und erwirtschaftete einen Umsatz von 26 Mio CHF. In den sechs Jahren vor der Rezession habe der Flughafen eine jährliche Wachstumsrate von 9,7% aufgewiesen. Der Flughafen Zürich ist laut Mitteilung vor vier Jahren in den brasilianischen Markt eingetreten, als er sich mit 25% an der Privatisierung des Flughafen Belo Horizonte beteiligte.

Die Unterzeichnung der Vereinbarung wird für Juli 2017 erwartet. Flughafen Zürich wird dann Hercílio Luz International zu 100% besitzen und ihn im Rahmen der Konzession betreiben.

Internationalisierungsstrategie nimmt Fahrt auf
Das seien positive Neuigkeiten, urteilt Vontobel-Analyst Pascal Furger. Denn die Internationalisierungsstrategie – Ziel sei ein Gewinnbeitrag von rund 25 Mio CHF – nehme damit langsam Fahrt auf. Er gehe von einem «attraktiven» Engagement in Brasilien aus.

Investitionen von 800 Mio Franken geplant
Die Flughafenbetreiberin will nach eigenen Angaben rund 800 Mio CHF in den Standort Kloten, aber auch in ausländische Engagements investieren. Davon seien bisher rund 12,5% ausgegeben worden, schätzt Furger. Damit verfüge der Flughafen Zürich immer noch über genügend Potenzial für andere Auslandsprojekte.

Noch kaum Gewinnbeitrag
Nach der schon gut drei Jahre dauernden Rezession könnte sich der Aviatikmarkt in Brasilien wieder dynamischer entwickeln, meint derweil ZKB-Experte Armin Rechberger. Aufgrund der zu tätigenden Investitionen erwarte er aber vorderhand keinen wesentlichen Gewinnbeitrag von Florianópolis. In einer späteren Phase rechnet Rechberger mit einem Beitrag zum Konzerngewinn von vielleicht 3 bis 4%. (awp/mc/pg)

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