Groupe E ruft wegen drohenden Energie-Engpässen zum Sparen auf

Groupe E
Kraftwerk Schiffenen. (Foto: Groupe E)

Freiburg – Der Generaldirektor des Westschweizer Energiekonzerns Groupe E, Jacques Mauron, hat zur Senkung des Energieverbrauchs aufgerufen. Private und Unternehmen müssten ihren Beitrag leisten, um einer allfälligen Mangellage im Winter vorzubeugen.

Selbst einfache Massnahmen seien wirksam: «weniger Warmwasser verbrauchen, Heizung ab Herbst – insbesondere nachts – herunter drehen, Geräte ausschalten statt im Standby-Modus laufen zu lassen, Wäsche statt im Trockner an der Luft trocknen», schreibt Groupe E in einer Mitteilung vom Freitag.

Sowohl Private wie auch Unternehmen könnten einen Beitrag leisten, führte Mauron am Freitag vor den Medien aus. Unternehmen sollten Energieeffizienzmassnahmen ermitteln und umsetzen und sich dabei von Expertinnen und Experten beraten lassen.

Der Generaldirektor der Groupe E, die die Kantone Freiburg und Neuenburg sowie einen Teil der Waadt versorgt, erklärte, er arbeite eng mit der Organisation für die Elektrizitätsversorgung im Krisenfall und dem Verband der Schweizerischen Gasindustrie zusammen.

Gropue E bereite sich auf die Umsetzung möglicher restriktiver Massnahmen des Bundes vor. Diese können von der einfachen Aufforderungen zur Reduzierung des Verbrauchs bis hin zu punktuellen Stromabschaltungen reichen. «Alles, was wir jetzt tun, hat Auswirkungen auf den nächsten Winter», betonte Mauron.

Mehr erneuerbare Energie
Für den Generaldirektor von Groupe E hat die Schweiz die Energiewende nicht ausreichend vorbereitet. Es sei nötig, die Produktion der erneuerbaren Energien auszubauen. «Die Schweiz hat genug Sonne, Wasser und Wind, um ihre Energieautonomie zu entwickeln», führte Mauron aus.

Das Unternehmen mit Sitz in Granges-Paccot FR sieht zwei Entwicklungsschwerpunkte: «Wir müssen an der Energieeffizienz arbeiten, also einen Mentalitätswandel herbeiführen. Wenn man die Heizung um drei Grad herunterdreht, kann das eine grosse Wirkung haben. Ausserdem müssen wir die Photovoltaik weiterentwickeln», erläuterte Mauron.

Höhere Preise
«Seit Jahren schlagen wir Alarm wegen einer möglichen Stromknappheit, aber wir hätten nicht gedacht, dass es so schnell passieren könnte», räumt Jacques Mauron ein. Die Folgen lassen sich an den Preisen ablesen: «Strom ist zehnmal teurer als noch vor zwei Jahren», sagte Mauron.

Auf nationaler Ebene werden die Strompreise Ende August bekannt gegeben. Groupe E will nächste Woche entscheiden. In der Schweiz muss man gemäss Mauron mit Preissteigerungen zwischen 10 und 50 Prozent rechnen. (awp/mc/pg)

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