Jungfraubahn fährt Rekordgewinn ein

Jungfraujoch
Jungfraujoch mit Sphinx und Aletschgletscher. (Foto: Jungfraubahn)

Interlaken – Die Jungfraubahn-Gruppe will im 2018 trotz tieferer Besucherfrequenzen im ersten Quartal an das vergangene Rekordjahr anknüpfen. Die Baugenehmigung für das Grossprojekts V-Bahn soll in Kürze eintreffen. Auch darum zeigt sich die Gruppe auf Mittlere Sicht optimistisch.

„Der Buchungsstand für Gruppenreisen ist derzeit mindestens so hoch wie vor einem Jahr“, sagte CEO Urs Kessler am Mittwoch an der Bilanzmedienkonferenz in Bern. Wenn unvorhergesehene Ereignisse ausblieben, seien Resultate auf Rekordniveau trotz anhaltendem Preisdruck erreichbar.

Auf dem Jungfraujoch wurde 2017 zum zweiten Mal nach 2015 die Marke von einer Million Besuchern überschritten. „Diese ursprünglich als Vision angepeilte Marke wird damit immer mehr zur ambitionierten Richtgrösse“, so Kessler. Deshalb sei es nun an der Zeit, neue Visionen zu entwickeln.

Vision 2025
„Bis 2025 wollen wir während 12 Monaten Hochsaison haben“, formuliert der CEO das Ziel für das Jungfraujoch. Im Zentrum steht die verbesserte Auslastung ausserhalb der Spitzenzeiten. An der freiwilligen Besucherlimite von 5’000 Personen pro Tag will Kessler aus Qualitätsgründen aber weiterhin festhalten. Im Jahr 2017 wurde diese Marke bereits an 26 Tagen erreicht.

Den Schlüssel zur Steuerung der Besucherströme sieht Kessler in einer flexiblen Preisgestaltung. So kostet das Ticket von Interlaken auf das Jungfraujoch ab 2018 während der Hauptsaison im Sommer gut 10% mehr. Für die „absolute Nebensaison“ im November sei dagegen ein Preisnachlass vorgesehen. Dieselbe Steuerungsmassnahme wird auch im Segment Erlebnisberge eingesetzt.

Neue Ziele für den Wintersport
Auch für das Sorgensegment „Wintersport“ hat sich das Management neue Ziele gesetzt. Mit den aktuell 0,94 Mio Ersteintritten könne der Wintersport aufgrund der hohen Fixkosten nicht profitabel betrieben werden, führte CFO Christoph Seiler aus. Bis zur Wintersaison 2023/24 sollen deshalb die Eintritte wieder auf 1,25 Mio pro Saison ansteigen.

In den vergangenen Spitzenjahren mit deutlich über 1 Mio Eintritten sei diese Zielgrösse bereits beinahe erreicht worden. „Wir wollen eigentlich kein Wachstum, sondern nur zurück zur alten Grösse“, erklärte der CEO. Sollte die angepeilte Umsatzgrösse von 50 Mio CHF erreicht werden, könne auch mit einem positiven Beitrag auf Stufe EBITDA von 3 Mio bis 5 Mio CHF gerechnet werden, ergänzte der Finanzchef.

V-Bahn in den Startlöchern
Wichtiger Baustein für die Wiederbelebung des Wintersport-Geschäfts ist die Realisierung des V-Bahn-Projekts. „Nach der Erledigung aller hängigen Einsprachen können wir erstmals seit Projektbeginn wieder einmal richtig durchatmen“, kommentierte Kessler den aktuellen Stand. Er rechnet mit einer Baugenehmigung bis Ende Mai. Die Gondelbahn Grindelwald-Männlichen soll dann per Ende Dezember 2019 und der „Eigerexpress“ bis Ende 2020 fertiggestellt werden.

Bis Ende 2017 hat die Gruppe bereits 108 Mio CHF ihres Anteils von 320 Mio am Projekt investiert. Auch nach den anstehenden Investitionen werde die Fremdverschuldung der Gruppe unterhalb von 100 Mio CHF bleiben, so Seiler. Diese Grössenordnung sei für die Gruppe „gut tragbar“. (awp/mc/upd/pg)

Jungfraubahn AG
Firmeninformationen bei monetas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.