Jungfraubahn schreibt 2013 Rekordgewinn

Jungfraubahn

Jungfraubahn erzielt 2013 den höchsten Betriebsertrag in der über 100jährigen Firmengeschichte. (Foto: Jungfraubahn)

Interlaken – Die Jungfraubahn-Gruppe hat im vergangenen Jahr sowohl im Ertrag als auch im Ergebnis neue Rekordmarken erreicht. Die Gruppe rüstet sich für die Zukunft und treibt das Projekt V-Bahn voran, mit dem die Fahrzeiten auf das Jungfraujoch und ins Skigebiet deutlich verkürzt werden sollen. Den Aktionären wird eine zum Vorjahr unveränderte Dividende von 1,80 CHF je Aktie zur Ausschüttung vorgeschlagen.

Der Gewinn der Jungfraubahn erhöhte sich im Berichtsjahr um 16% auf 30,2 Mio CHF und auf Stufe EBIT wuchs das Betriebsergebnis um 13% auf 38,4 Mio, wie das Bahnunternehmen am Mittwoch schreibt. Insgesamt verzeichnete die Gruppe mit 164 Mio den höchsten Betriebsertrag in der über hundertjährigen Firmengeschichte. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg von 3,9%.

Die EBIT-Marge verbesserte sich um 1,8 Prozentpunkte auf 23,4% und lag damit klar über der langfristig gesetzten Zielgrösse von „über 15%“. Auch mit der Umsatzrendite von 18,4% wurde die Zielvorgabe („über 12%) übertroffen. Das Payout-Ratio liegt derweil mit 34,8% am unteren Ende der Ziel-Bandbreite von 33 bis 45%.

Höherer Durchschnittsertrag am Jungfraujoch
Bereits Ende Februar hatte die Jungfraubahn die Angaben zum Verkehrsertrag gemeldet. Dieser ist im letzten Jahr um 5,6% auf 121,5 Mio CHF gestiegen. Im wichtigsten Geschäftsfeld, Jungfraujoch-Top of Europe, resultierte im Verkehrsertrag gar ein Plus von 6,2% auf 92,7 Mio. Insgesamt besuchten 823’000 Personen das Jungfraujoch, was jedoch 1,2% weniger waren als im Jubiläumsjahr 2012.

Die uneinheitliche Entwicklung im Ertrag und der Besucherzahl erklärt sich mit dem höheren Durchschnittsertrag pro Gast, der um 7 CHF beziehungsweise 7% gesteigert werden konnte. Im Jahr 2013 wurden nämlich weniger Aktionen und Promotionen gewährt als noch im Jubiläumsjahr und die Preise nach oben angepasst.

Geschäft mit Reiseveranstaltern stärkster Ertragspfeiler
Das Geschäft mit Reiseveranstaltern bleibe der stärkste Ertragspfeiler, wobei damit erstmals die 50-Mio-Marke übertroffen worden sei, heisst es im Geschäftsbericht. Das Angebot im asiatischen Raum sei noch breiter abgestützt und gesteigert worden. Im Durchschnitt hätten 60 Gruppen beziehungsweise 1’730 Gruppenreisende pro Tag das Jungfraujoch besucht. Insgesamt an 22 Tagen wurde das Kapazitätslimit von 5’000 Besuchern erreicht.

Gestärktes Wintergeschäft
Im Segment Wintersport wuchsen die Einnahmen um 4,2% auf 24,3 Mio. Anhaltend gute Schneeverhältnisse von Jahresbeginn bis zum Saisonschluss im Frühjahr 2013 sowie ein früher Start in die Wintersaison 2013/14 hätten sich positiv auf das Wintersportgeschäft ausgewirkt, heisst es. Das Ergebnis liege jedoch deutlich hinter den guten Wintersportjahren von 2007 bis 2009 zurück.

Im Geschäftsfeld Erlebnisberge, das den Verkehr auf den Harder Kulm, nach First und Winteregg-Mürren umfasst, hätten sich die Besucherzahlen positiv entwickelt, so die Jungfraubahn-Gruppe. Der Verkehrsertrag wuchs um 9,5% auf 9,3 Mio CHF.

V-Bahn im Fokus
In den vergangenen zehn Jahren hat die Bahn einen Free Cash Flow von 207,6 Mio CHF erreicht, womit das finanzielle Ziel von 130 Mio zwischen 2004 und 2013 um 60% übertroffen worden sei. Vor diesem Hintergrund werde man dem Personal, dem Kader und dem Verwaltungsrat eine Nachhaltigkeitsprämie von 3,7 Mio ausbezahlen.

Auch für die kommenden zehn Jahre 2014 bis 2023 hat der Verwaltungsrat ein Ziel für den Free Cash Flow definiert. Trotz den hohen Investitionen für das Projekt V-Bahn, mit dem eine Direktverbindung von Grindelwald-Grund auf den Eigergletscher sowie die Modernisierung der Bahn Grund-Männlichen geplant ist, werde das Cash-Flow-Ziel auf 150 Mio CHF angehoben.

Die V-Bahn soll vom neu gestalteten Terminal Grund aus einerseits die Wintersportler schneller in das Skigebiet bringen und gleichzeitig die Reise auf das Jungfraujoch zeitlich verkürzen. Teil des 300-Mio-CHF-Projekts (Anteil Jungfraubahn 250 Mio) ist auch die Beschaffung von neuem Rollmaterial, ein verbesserter Anschluss an den Bahnbetrieb über eine neue Zugshaltestelle sowie ein Parkhaus, das 1’000 Personenwagen Platz bieten soll.

Während bei der Verbindung auf den Eigergletscher noch gewichtige politische und verfahrensrechtliche Hürden zu überspringen seien, würden andere Teile des Programms bereits realisiert, heisst es. Die betroffenen Gemeinden werden noch im laufenden Jahr über die für das Projekt notwendigen Änderungen in den Nutzungsplanungen abstimmen.

„Ansprechender Start“ ins 2014
Die Jungfraubahnen seien „ansprechend“ in das neue Jahr gestartet, so die Ausführungen des Managements im Geschäftsbericht weiter. Vor allem die Nachfrage aus Asien bleibe unverändert hoch und der Wintersport sowie die Ausflugsziele hätten von der sanften Trendwende im Tourismus profitiert. Allerdings sei das Umfeld im Wintergeschäft aufgrund einer längeren instabilen Wetterperiode herausfordernd gewesen. (awp/mc/pg)

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