Urs Schwaller tritt als Post-Präsident Ende Jahr zurück

Urs Schwaller tritt als Post-Präsident Ende Jahr zurück
Urs Schwaller, abtretender Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Post. (Foto: Post)

Bern – Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller wird sein Amt per 1. Dezember abgeben. Der frühere CVP-Ständerat übernahm das Präsidium der Post im April 2016. Das teilt die Post bei der Präsentation ihres Jahresergebnisses mit.

Der Zeitpunkt für den Rücktritt passe sowohl für die Post als auch «für mich», lässt sich Noch-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller in einer Mitteilung zitieren. Fehler aus der Vergangenheit seien konsequent aufgearbeitet und «weitreichende Massnahmen implementiert» worden. Zudem sei unter seiner Ägide in die Zukunftsfähigkeit der Post investiert worden, weshalb er das Präsidium «mit einem guten Gefühl» weitergebe.

Post von Pandemie stark gefordert – Gewinn bricht ein
Zuvor hatte die Schweizerische Post ihre Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr veröffentlicht. Demnach schloss die Post das Corona-Jahr 2020 mit einem Gewinn von 178 Millionen Franken ab. Das sind 77 Millionen weniger als im Vorjahr. Durch die Covid-19-Pandemie war sie stark herausgefordert, sieht sich aber bestätigt.

Das Betriebsergebnis (EBIT) lag mit 272 Millionen um 178 Millionen Franken tiefer als 2019. Dennoch zeigte sich die Post zufrieden, wie sie an ihrer virtuellen Bilanzmedienkonferez vom Donnerstag mitteilte. Die Pandemie bewies für sie klar, dass die neue Strategie mit drei Milliarden Franken Investitionen in die Logistik und die digitale Kommunikation bis 2024 richtig ist, hielt sie fest.

Der Geschäftsbereich Postlogistics erwies sich 2020 denn auch als Ertragsperle. Dank dem in der Covid-19-Pandemie stark gewachsenen Online-Handel fiel eine enorme Paketmenge an. Der Betriebsgewinn im Logistikgeschäft der Post stieg um 73 Millionen auf 201 Millionen Franken. Das vermochte aber die in den anderen Geschäftsbereichen angefallenen Pandemie-Schäden nicht auszuwetzen.

Briefzentren springen bei Paketen ein
So beschleunigte die Pandemie den beim grössten Konzernteil Postmail seit längerem anhaltenden Rückgang in der Briefverarbeitung. Das Briefvolumen sank um 5,6 Prozent. Unter dem Strich resultierte ein Plus von 293 Millionen Franken, 77 Millionen weniger als im Vorjahr.

Zur Entlastung an der Paketfront sortierten die Briefzentren täglich bis zu 150’000 Kleinpakete. Seit Anfang 2021 sind Briefe und Pakete bei der Post im selben Geschäftsbereich angesiedelt.

Das frühere Zugpferd Postfinance steuerte noch 161 Millionen Franken Betriebsgewinn ans Konzernergebnis bei. Im Vorjahr waren es noch 79 Millionen mehr gewesen.

22 Millionen des Gewinnrückgangs bei der Bankentochter führt die Post auf die Coronavirus-Krise zurück. Da die Menschen weniger reisten, sanken die Umrechnungserträge aus Bargeldbezügen in Fremdwährungen an Geldautomaten im In- und Ausland sowie die Kreditkartenumsätze. Hinzu kamen die Auswirkungen des Negativzinsumfelds und der rückläufige Handelserfolg.

Defizit bei Netz und Postauto
Das Poststellennetz und Postauto waren defizitär. Postauto darf als konzessionierter Verkehrsbetrieb sowieso keine Gewinne schreiben. 2020 wuchs indessen das Defizit auf 79 Millionen Franken. 48 Millionen davon sind auf die geschrumpften Passagierzahlen in der Pandemie zurückzuführen.

Das Postnetz schrieb 105 Millionen Franken Verlust, 27 Millionen weniger als 2019. Damals fiel allerdings eine Rückstellung von 41 Millionen Franken an. Zwar gab es mehr Pakete, der Zahlungs- und Briefverkehr schrumpften aber weiter. Ihre Poststellen lagert die Post in eine eigene AG aus.

Im Digitalgeschäft von Swiss Post Solutions musste die Post ebenfalls einen Rückschlag hinnehmen. Nach Jahren steigender Gewinne sank der Betriebsgewinn um 7 Millionen auf 25 Millionen Franken. Schuld ist auch hier die Pandemie. (awp/mc/ps)

Schweizerische Post

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